Mehr als 200 Rollstühle und weiteres Ausrüstungsmaterial lagern noch in der Notkirche. Uwe Bübon (links), Carmen Wieschalla und der Karlsruher Vorsitzende Wolfgang Schroeter müssen die Räumung organisieren. | Foto: jodo

Neue Lagerfläche gesucht

Räumung der Notkirche in Oberreut steht bevor

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Nachdem im vergangenen Jahr bereits die Werkstatt für die Rollstühle in den Rheinhafen umziehen musste, steht nun auch die Räumung des Lagers des Konvoi der Hoffnung Karlsruhe bevor. Die Notkirche in Oberreut, wo derzeit noch über 200 Rollstühle lagern, soll abgerissen werden.

Wenn man die Notkirche in Oberreut betritt, brauchen die Augen erst einen Augenblick, um sich an das schummrige Licht zu gewöhnen. Seit Dezember 2018 gibt es hier keinen Strom mehr, also auch kein elektrisches Licht. Überall stehen reparierte Rollstühle, dazu Fahrräder, Rollatoren, Gehhilfen und Schwerbehindertenstühle. Das Lager in der Notkirche ist gut gefüllt. Dennoch sieht sich der Vorsitzende des im Januar neu gegründeten Konvoi der Hoffnung Karlsruhe, Wolfgang Schroeter, besorgt um. Die Werkstatt, in der die Rollstühle repariert werden, musste bereits Ende 2018 nach 18 Jahren in der Notkirche in den Rheinhafen umziehen (die BNN berichteten).

Nun soll auch das Lager in der Notkirche endgültig aufgelöst werden. Die Räumung ist für den 30. Juni angesetzt – ein Datum, das der Karlsruher Konvoi der Hoffnung nach eigenen Angaben nicht wird halten können. Er habe bereits um eine Verlängerung gebeten, so Schroeter.

Neue Werkstatt im Rheinhafen bietet nur begrenzte Lagerflächen

Die katholische Kirchengemeinde Oberreut will die Verkehrssicherungspflicht für das 1948 erbaute Gebäude nicht mehr übernehmen. Dahinter verbirgt sich die Pflicht, Gefahren für die Öffentlichkeit zu verhindern. Aus diesem Grund soll die Notkirche abgerissen und das Grundstück in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden, um es an die Stadt Karlsruhe zurückzugeben.

Mit 400 Quadratmetern wäre uns schon gut gedient

Die neue Werkstatt im Rheinhafen bietet jedoch nur sehr begrenzte Lagerflächen. „Wir sind derzeit dringend auf der Suche nach einem geeigneten Lagerplatz für unsere Rollstühle. Mit 400 Quadratmetern wäre uns schon gut gedient, aber natürlich wäre mehr Fläche noch besser“, sagt Schroeter. „Leider darf der Lagerplatz aber nicht viel kosten. Wir zahlen bereits 1 300 Euro Miete für die Werkstatt. Alles, was wir zahlen müssen, geht von den Hilfen ab.“ Die Räumlichkeiten im Rheinhafen seien nicht ideal, aber damals leider die einzige Option gewesen.

Lösung für Lagerfrage wird schnell benötigt

„Es muss ja kein hochmodernes Lager sein. Hauptsache ein Lager“, ergänzt Uwe Dübon. Der gelernte Lackierer kam vor sechs Jahren über die Caritas zum Konvoi der Hoffnung, seit fünf Jahren ist er Werkstattleiter. In der Notkirche verfügt die Hilfsorganisation aktuell über 1 000 Quadratmeter Fläche.

Neben dem Kostenfaktor besteht die zweite Herausforderung bei der Suche nach einem neuen Lager darin, dass dieses auch Raum zum Beladen der 40-Tonnen-Container bieten muss, mit denen die Rollstühle ins Ausland gebracht werden. Über 100 Container mit etwa 50 000 Rollstühlen darin wurden bereits verschickt. Konvoi der Hoffnung-Gründer Hans-Peter Dentler begleitet die Container und sorgt vor Ort für die Verteilung.

Interessierte können den Vorsitzenden des Konvoi der Hoffnung Karlsruhe telefonisch unter (0721) 5 16 45 44 oder per E-Mail an wo.schroeter@t-online.de kontaktieren. Weitere Informationen zur Organisation gibt es unter www.konvoi-der-hoffnung.de.