HIER UNTERSTÜTZT DER ELEKTROMOTOR: Auch E-Rollatoren werden auf der Rehab, der Messe zu Rehabilitation, Therapie, Pflege und Inklusion, gezeigt. | Foto: Sandbiller

Rehab in Karlsruhe

E-Rollator und App-gesteuerter Ferrari

Ein Ferrari sorgt für Furore: Der 458 Spider hat 605 PS und bringt 325 Stundenkilometer auf die Straße – serienmäßig. Das Exemplar, das Roland Arnold noch bis Samstag auf der Rehab in der Messe Karlsruhe ausstellt, bietet aber noch mehr High-Tech: Arnold, Chef der Paravan GmbH (Pfronstetten-Aichelau), zückt sein Handy, drückt auf die App – und könnte jetzt den PS-Boliden starten oder automatisch einparken lassen. Der Sportwagen ließe sich sogar per Joystick steuern, stünde er jetzt nicht gerade in der Messehalle. Paravan, nach eigenen Angaben mit einem Jahresumsatz von 30 Millionen Euro der Weltmarktführer für behindertengerechte Fahrzeugumbauten, will damit um Vertrauen werben: Auch in einem solchen Sportwagen ist auf die Spezialtechnik aus dem Schwäbischen Verlass.

Es geht aber auch langsamer, wie die Firma Bemotec GmbH aus dem benachbarten Reutlingen zeigt: Ihr Rollator mit Elektroantrieb lässt sich mit seinen Geschwindigkeitsstufen individuell auf den Benutzer einstellen. „Er bringt Entlastung. Sie müssen das Gerät nicht schieben“, sagt Mitarbeiter Ingo Dreher. Auch bei Steigungen und mit schwerem Gepäck – Stichwort Einkäufe – könne man rückenschonend aufrecht gehen. Rund 3 500 Euro kostet der vor eineinhalb Jahren im Markt eingeführte E-Rollator. „Die Absatzzahlen sind jetzt richtig interessant“, deutet Dreher an.

Sitzen ohne einen Stuhl

Zum Thema „Rückenschonend“ passt unter den 450 (zuletzt 375) Rehab-Ausstellern in den erstmals komplett zwei belegten Hallen auch eine Stippvisite bei der noonee germany GmbH (Wernau): In enger Kooperation unter anderem mit BMW und Audi habe man den „Chairless Chair“ („stuhlloser Stuhl“) entwickelt, sagt Mitarbeiterin Bianca Hartwich. Sie trägt das ergonomische Gerät und zeigt, wie sie mit schneller Hebelbewegung ohne Stuhl sitzen kann. Damit die Muskeln nicht verkümmern, ist die Apparatur eben nicht kraftunterstützend. Hintergrund der Innovation ist es, begehrte Facharbeiter länger fit im Job zu halten. noonee enstand aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.

Junge Forscher auf der Rehab

Eine Ausgründung ist auch Glasschair, konkret der TU München, wie Claudiu Leverenz und Konstantin Madaus möglichst vielen der erwarteten 18 000 Rehab-Besuchern erläutern wollen. Zum Produkt: Ein Behinderter trägt eine Brille, die Kopfbewegungen und dank integriertem Mikrofon auch Worte registriert. So wird letztlich der Rollstuhl gesteuert.
Früh übt sich, heißt auch das Motto der Aussteller am Stand von „Jugend forscht“. Sophie Zentner und ihre Mitstreiter litten selbst unter einer Knochenhautentzündung und entwickelten eine Bandage, die nicht nur stützt, sondern mit Zusatzmodulen auch kühlt und massiert. Das Patent sei beantragt.
Die Rehab ist heute von 10 bis 18 Uhr, morgen bis 17 Uhr geöffnet. Mehr auch zur barrierefreien Anfahrt unter der Adresse www.rehab-karlsruhe.com