Die CMT in Stuttgart stellt die neuesten Reisetrends vor. Foto: dpa

Stuttgart

Reiselust trotz Klimadebatte: Das sind die Trends auf der Urlaubsmesse CMT

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Pünktlich zum Auftakt des Tourismusjahres macht in Stuttgart de Tourismusmesse CMT Lust auf die schönsten Wochen des Jahres. Trotz Klimadebatte und ungewisser Konjunkturentwicklung bleibt de Fernweh-Branche optimistisch.

Zwar steht die aktuelle Auflage der Stuttgarter Urlaubsmesse CMT ganz im Zeichen von Klimawandel und Nachhaltigkeit. Bislang aber sind die konkreten Reiseentscheidungen der Deutschen von solchen Kriterien unberührt geblieben.

Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls Tourismusprofessor Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR). Seinen Forschungen zufolge spielte das Thema Nachhaltigkeit bei 73 Prozent der Urlaubsreisen im vergangenen Jahr keine Rolle. Zumindest habe ein ebenso großer Teil der Flugreisenden berichtet, sie hätten ein mehr oder minder schlechtes Gewissen wegen der Klimabelastung gehabt.

„Eine durch Flugscham kurzfristig stark sinkende Zahl von Urlaubsreisen mit dem Flugzeug ist nicht zu erwarten“, meint der Experte. Wohl aber rechnet er mit einer wachsenden Bereitschaft zu Kompensationszahlungen.

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Verhaltenes Wachstum

Unterm Strich verzeichnet die Fernweh-Branche für das zurückliegende Jahr ein weiteres Wachstum, wenngleich die Wachstumsraten nicht mehr so stark ausfielen wie in den Jahren zuvor. Die Zahl der Urlaubsreisen steigerte sich um ein Prozent auf rund 71 Millionen, die Ausgaben dafür kletterten um drei Prozent auf nunmehr 73 Milliarden Euro.

Einmal mehr erwiesen sich die Baden-Württemberger als besonders reiselustiges Völkchen: Mehr als neun Millionen der insgesamt 71 Millionen Urlaubsreisen gingen 2019 auf ihr Konto. Überdurchschnittlich hoch ist im Südwesten auch der Anteil der Auslandsreisen. Während er in ganz Deutschland 73 Prozent beträgt, rangiert er bei den Baden-Württembergern bei 79 Prozent. Am höchsten stehen Mittelmeer-Ziele im Kurs, gefolgt von den Alpen sowie Zielgebieten in Übersee.

Wenn Baden-Württemberger in Urlaub fahren, dann finden vier Prozent dieser Reisen innerhalb des eigenen Bundeslandes statt. Damit stammen 22 Prozent der Baden-Württemberg-Urlauber aus dem eigenen Land. Nur noch Nordrhein-Westfalen ist als Quellmarkt für den Tourismus im Südwesten bedeutender.

Südwesten beliebtes Ziel

Ohnehin gilt der Südwesten mit seinen Regionen Schwarzwald, Bodensee und Schwäbischer Alb als schickes Urlaubsziel: Von Januar bis September 2019 kamen nach den Zahlen des Statistischen Landesamts 609.000 oder 3,5 Prozent mehr Gäste in Baden-Württemberg an als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Auch im Neuen Tourismusjahr rechnet die Branche mit Wachstum. Ungeachtet der Ankündigung von Stellenstreichungen namentlich in der Automobilindustrie rechnen 22 Prozent der Deutschen laut der wissenschaftlichen Erhebung der FUR mit einer Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Situation. Während ebenso viele eine Verschlechterung befürchten, rechnen 57 Prozent mit keiner Veränderung.

Deutschland ganz vorn

Laut Martin Lohmann finden in diesem Jahr 30 Prozent aller Urlaubsreisen der Deutschen innerhalb Deutschlands selbst statt, in der Hitliste folgen die Ziel-Länder Spanien, Italien, die Türkei und Österreich. Dahinter rangieren Kroatien und Griechenland. Diese Ziel-Regionen erfreuen sich auch bei Wohnmobilisten und Caravanern anhaltender Beliebtheit.

Motorhomes boomen

Überhaupt ist Urlaub mit dem Motorhome stärker nachgefragt denn je. Laut Kai Dhonau, dem Präsidenten des Deutschen Caravaning Handelsverbands (DCHV), hat die Branche im vergangenen Jahr rund 80.000 neue Freizeitfahrzeuge an Mann und Frau gebracht, darunter 26.000 Wohnanhänger. Weitere 160.000 gebrauchte Wohnmobile und Caravans wechselten den Besitzer. „Und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht.“ In der Regel werden Wohnmobile von Dieselmotoren angetrieben.

Die CMT ist bis einschließlich Sonntag, 19. Januar 2020, in den zehn Stuttgarter Messehallen auf den Fildern zu sehen. Geöffnet ist das 120.000 Quadratmeter große Areal jeweils von 10 bis 18 Uhr. Vertreten sind 2.161 Aussteller. Es präsentieren sich 100 Länder sowie 360 Städte und Regionen. In den Hallen stehen rund 1.200 Freizeitfahrzeuge vom zierlichen Zeltanhänger bis zum millionenschweren Offroad-Truck für die Weltreise. Partnerland der CMT 2020 ist Montenegro. Die CMT wird von ihren Tochtermessen „Fahrrad- und Wanderreisen“ am ersten Wochenende sowie „Golf- und Wellnessreisen“ nebst „Kreuzfahrt- und Schiffsreisen“ am zweiten Wochenende begleitet.