Sonne
Das Jahr 2018 geht als bislang wärmstes in die Wetterannalen Karlsruhes ein. | Foto: Julian Stratenschulte

Trocken und sonnig

Rekordwärme an der Wetterstation Rheinstetten: 2018 auf einen Blick

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Das Jahr 2018 geht als bislang wärmstes in die Wetterannalen Karlsruhes ein; mit einer Durchschnittstemperatur von 12,4 Grad Celsius löste es das bislang wärmste Jahr 2014 (12,2 Grad) ab, so Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr.

Die Abweichung betrug 2,5 Grad bezogen auf den langjährigen Mittelwert von 9,9 Grad Celsius (1961 bis 1990); die Abweichung in Bezug auf die wärmere Referenzperiode 1971 bis 2000 (10,3 Grad) liegt bei 2,1 Grad. Zehn zu trockene Monate – einige mit extremem Regendefizit – machten das Jahr 2018 zu einem außerordentlich trockenen. Nur durch den überdurchschnittlich nassen Dezember schloss das Jahr nicht als eines der drei trockensten seit Aufzeichnungsbeginn ab.

Die Temperaturen

Mit einer Abweichung vom langjährigen Durchschnittswert um 5,8 Grad avancierte der Januar 2018 zum wärmsten Januar seit Aufzeichnungsbeginn in Karlsruhe 1876. Nicht nur die Mitteltemperatur war extrem, es gab auch nur zwei Frosttage. Den Temperaturüberschuss zu Jahresbeginn schmälerten die zu kalten Monate Februar und März deutlich. Der Februar brachte die tiefsten Temperaturen des Winters, als am 28. das Thermometer -12,0 Grad anzeigte. Der Monat brachte die einzigen drei Eistage des gesamten Winters. Die im März übliche kräftige Erwärmung tat sich etwas schwer, am Ende lag die Durchschnittstemperatur 0,4 Grad unter der Norm.
Damit gelang dem Januar das Kunststück, mit seiner Mitteltemperatur den März um mehr als ein Grad zu übertreffen. Mit dem April begannen die deutlich zu warmen Monate bis einschließlich Dezember. In der zweiten Monatshälfte stellten sich die ersten sechs Sommertage (Tageshöchsttemperatur mindestens 25,0 Grad) ein.

Juli: Sommermonat par excellence

Mit einem Temperaturüberschuss von mehr als 3 Grad wartete der Mai auf. Nach einem kühlen Start erwärmte sich die Luft an 13 Tagen auf mindestens 25 Grad. Der erste Hitzetag der Saison am 4. Juni wies exakt 30,0 Grad auf. Es kamen bis Monatsende noch drei weitere heiße Tage hinzu. Ein Sommermonat par excellence stellte sich mit dem Juli ein. Nur vier Tage verfehlten den Schwellenwert eines Sommertages, 13 Mal erreichten die Tageshöchsttemperaturen über 30 Grad. Die ganz große Hitze blieb allerdings aus, obwohl am 31. das Thermometer auf 36,0 Grad kletterte. Solche Temperaturen traten an fünf weiteren Tagen im August auf. Der 3. August wurde mit einer Höchsttemperatur von 36,4 Grad zum heißesten Tag des Jahres. Im September kamen weitere 13 Sommertage und sogar vier heiße Tage hinzu.

Ende eines außergewöhnlichen Sommers

Erst der 21. September markierte mit dem letzten Sommertag und einer Tageshöchsttemperatur von 26,7 Grad Celsius das Ende des außergewöhnlich langen Sommers. Allerdings konnten weder in Bezug auf die Monatsmitteltemperaturen noch auf die Tageshöchsttemperaturen neue Rekorde verzeichnet werden; Rheinstetten erlebte in der Vergangenheit mehr als 38 Grad Celsius. Sogar im Oktober gab es kurz vor Monatsmitte noch einmal drei Sommertage mit bis zu 27,2 Grad, der herbstliche Charakter machte sich allerdings dann doch bemerkbar. Mit nächtlichen Tiefstwerten von deutlich unter 10 Grad ergaben sich Tagesamplituden der Temperatur von fast 20 Grad. Der 31. verbuchte den ersten Frosttag.
Der November verlief vor allem in der zweiten Monatshälfte vergleichsweise kalt, in diesen Zeitraum fallen auch sieben Frosttage. Im Dezember lag die Monatsmitteltemperatur nur etwas mehr als 1 Grad unter der des November. Es kamen zehn Frosttage hinzu, auch zwei Eistage traten am 26. und 27. auf.

Der Niederschlag

Nie zuvor seit Aufzeichnungsbeginn fiel in einem Zehn-Monats-Zeitraum so wenig Regen. Von Februar bis November summierte sich der Niederschlag auf 340,6 Millimeter, 47 Prozent der sonst üblichen Menge von 721,8 Millimetern. Alle zehn Monate verfehlten ihr Niederschlagssoll zum Teil deutlich. Besonders gravierend war das Regendefizit im außerordentlich warmen August, er brachte mit 7 Millimetern nur 9 Prozent des normalen Monatsniederschlags. Dieser trockene Zeitraum wurde eingerahmt von den einzigen beiden zu nassen Monaten Januar und Dezember. Beide Monate zusammen verhinderten, dass das Jahr zum trockensten Jahr seit Aufzeichnungsbeginn werden konnte. Mit einer gesamten Niederschlagsmenge von 573,7 Millimetern (67 Prozent der Norm) zählt 2018 noch nicht einmal zu den trockensten drei Jahren.

Die Sonne

Nur drei Monate wiesen eine unterdurchschnittliche Sonnenscheindauer auf. Im Januar und im März verrichtete die Sonne ihre Arbeit aber kaum weniger lang als im langjährigen Durchschnitt (jeweils über 90 Prozent der Norm). Einzig der Dezember verlief sehr trübe (66 Prozent der Norm).
(bnn/ mü)