Die Duale Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe (DHBW) feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.
Die Duale Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe (DHBW) feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. | Foto: Fabry/DHBW

BNN-Beilage

Rektor Stephan Schenkel lobt Leistungen der DHBW und äußert Wünsche für die Zukunft

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Die Duale Hochschule Baden-Württemberg hat eine beeindruckende Entwicklung zurückgelegt. Passend zum 40-jährigen Bestehen spricht Rektor Professor Dr.-Ing. Stephan Schenkel im Interview mit den Badischen Neuesten Nachrichten über die Stärken und Erfolge sowie die Zukunft der DHBW.

40 Jahre duales Studium an der DHBW Karlsruhe. Auf welche Erfolge der vergangenen Jahrzehnte blicken Sie gern zurück? Worauf sind Sie besonders stolz?

Stephan Schenkel: „Besonders stolz bin ich auf das Erfolgsmodell der DHBW und die wachsende Studierendenzahl. Waren es 1979 noch 48 Studierende, sind es heute mehr als 3 200. Die Zunahme und hohe Nachfrage seitens der Dualen Partner, die von unseren Absolventen und deren Leistungen überzeugt sind, bestätigen den Erfolg.

Auch die Umwandlung der Berufsakademie in die DHBW vor zehn Jahren und damit die Verleihung des Hochschulstatus ist eine große Anerkennung. Damit stehen wir auf Augenhöhe mit den anderen Hochschulen. Die Entwicklung innovativer und am Markt orientierter Studiengänge über die vergangenen Jahrzehnte ist ebenfalls ein großer Erfolg. Wir sind stolz darauf, dass wir gezielt für den Bedarf der Dualen Partner ausbilden. Zu den Orchideen unter den Studiengängen, die es nur an der DHBW Karlsruhe gibt, zählen in der Fakultät Technik die Studiengänge Papiertechnik sowie der Studiengang Sicherheitswesen, den es mit dem Schwerpunkt Strahlenschutz seit 1979 nur hier in Karlsruhe gibt.

Im Gesundheitsbereich ist im Besonderen der Studiengang Physician Assistant zu erwähnen, den die DHBW Karlsruhe 2010 aufgebaut hat und damit Pionierarbeit geleistet hat. In der Fakultät Wirtschaft stechen besonders die Studiengänge Deutsch-Französisches Management und Unternehmertum hervor. Letzterer lässt sich auch online studieren. Des Weiteren bietet die DHBW Karlsruhe Masterstudiengänge und Weiterbildungen an und damit die Möglichkeit für die Studierenden sich weiter zu qualifizieren. Die hohe Studienerfolgsquote und Übernahmequote der Studierenden der DHBW ist mit über 80 Prozent im Vergleich zu Universitäten und anderen Hochschulen hervorragend. Und das trotz Akkreditierung als Intensivstudium.“

Eine Professur an der DHBW Karlsruhe (früher Berufsakademie) hat Professor Dr.-Ing. Stephan Schenkel seit 2007. Zwischen 2010 und 2015 war er zudem Prorektor und Dekan der Fakultät Technik, bevor er vom Hochschulrat zum Rektor gewählt wurde.
Eine Professur an der DHBW Karlsruhe (früher Berufsakademie) hat Professor Dr.-Ing. Stephan Schenkel seit 2007. Zwischen 2010 und 2015 war er zudem Prorektor und Dekan der Fakultät Technik, bevor er vom Hochschulrat zum Rektor gewählt wurde. | Foto: Werry

Wodurch zeichnet sich die DHBW im Vergleich zu anderen Bildungseinrichtungen und Hochschulen aus Ihrer Sicht aus?

Schenkel: „Das Studienkonzept der DHBW basiert auf einer engen Verzahnung von Theorie und Praxis, die Studierenden sind bei den Partnerunternehmen angestellt. Das ist bei den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften nicht der Fall. Unsere Studierenden bekommen bereits ein Gehalt und der Wechsel im dreimonatigen Rhythmus von Theorie an der Hochschule und Praxis im Unternehmen bereitet die Studierenden optimal auf das Berufsleben vor. Wissenschaftliche Lehre und berufliche Erfahrung werden unmittelbar verknüpft. Die Partnerunternehmen sind Mitglieder der Hochschule, über die Hochschulgremien an wichtigen Entscheidungen beteiligt und wirken an der Entwicklung der Studiengänge mit. Sie wählen auch die Studierenden aus und schließen mit ihnen Ausbildungsverträge ab. Das hat viele Vorteile. So beginnen unsere Studierenden nicht als Absolventen mit der Arbeit, sondern setzen diese fort. Ein weiterer Vorteil ist auch die soziale Durchlässigkeit an der DHBW. Gerade die Vergütung ermöglicht Studienpioniere, die in ihren Familien die ersten sind, die studieren. Das Studium in kleinen Kursen von etwa 30 Teilnehmern ist eine weitere Stärke unseres Konzeptes. Das ermöglicht eine intensive Betreuung durch die Lehrbeauftragten und sorgt auch für eine persönliche Atmosphäre. Zusätzlich zeichnet die DHBW aus, dass 60 Prozent der Lehre über Lehrbeauftragte direkt aus der Praxis vermittelt werden. Dadurch kommt aktuelles Know-how aus den Unternehmen und der Wirtschaft den Studierenden zugute.“

Die Zukunft hält viele Herausforderungen bereit, darunter die Sorge um Fachkräfte und die zunehmende Digitalisierung. Wie geht die DHBW diese Themen an?

Schenkel: „Das Thema Digitalisierung wird seitens der DHBW Karlsruhe bereits ins Studium integriert. So wurden etwa in den Fakultäten starke Veränderungen vorgenommen. In der Fakultät Technik gehören Künstliche Intelligenz, Internet of Things, Industrie 4.0 und IT Security zu den Schwerpunkten. In der Fakultät Wirtschaft wurde zusätzlich der Studiengang „BWL-Digital Business Management“ und im Studiengang Wirtschaftsinformatik die Studienrichtung „Data Science“ eingerichtet. Auch die starke Regionalisierung und enge Verbundenheit mit den kooperierenden Unternehmen ist bei uns im Fokus. Dank der flexiblen, am US-amerikanischen State University-Modell orientierten Organisationsstruktur kann die DHBW rasch auf neue Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren und ihr Studienangebot entsprechend ausrichten und erweitern. So hat die DHBW Karlsruhe in den letzten Jahren zum Beispiel einige neue Studiengänge im Gesundheitsbereich zusammen mit zahlreichen Partnern, respektive Kliniken, aus der Region eingerichtet. Bisherige Studiengänge in diesem Bereich sind Physician Assistant, Angewandte Gesundheits- und Pflegewissenschaften sowie Angewandte Hebammenwissenschaft. Die Studienakademie reagiert damit auf den ständig wachsenden Personalbedarf in der medizinischen Branche und steigert die Attraktivität der Pflegeberufe durch die Möglichkeit zur Höherqualifizierung.

Auch die vielfältigen Angebote bezüglich der Internationalisierung sind wichtige Bausteine für das berufliche Bestehen in der heutigen globalisierten Welt.

Buddy-Programme, Summer-Schools, Auslandssemester und Internationale Zertifikate bieten allen Studierenden die Chance, mit anderen Kulturen zu interagieren, einander kennenzulernen und voneinander zu lernen.“

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Was wünschen Sie sich persönlich für die Zukunft der DHBW? In welche Richtung sollte sich die Hochschule entwickeln?

Schenkel: „Meine Wünsche als Rektor sind im Rahmen unserer Strategie unter anderem, dass wir ein attraktiver Arbeitgeber bleiben, dass unsere Mitarbeiter morgens gerne zur Arbeit kommen und abends zufrieden nach Hause gehen. Ein gutes Miteinander, das ist mir als Rektor sehr wichtig. Des Weiteren wünsche ich mir, dass unsere Absolventen auch in Zukunft gut ausgebildet und dadurch mit einer hohen beruflichen Handlungskompetenz ausgestattet, attraktiv für den Arbeitsmarkt sind. Zufriedenheit und Studienerfolg gehen an der DHBW Hand in Hand und das soll auch künftig so bleiben. Ebenso wünsche ich mir, dass die Duale Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe auch weiterhin eine starke, verlässliche und kompetente Partnerin für Unternehmen, Einrichtungen und Kliniken in der Region ist und auch die Behebung des Fachkräftemangels durch innovative und passende Studienangebote unterstützt.“

Mehr zur Dualen Hochschule Baden-Württemberg und ihrem 40-jährigen Bestehen bietet die aktuelle Beilage der Badischen Neuesten Nachrichten.
Mehr zur Dualen Hochschule Baden-Württemberg und ihrem 40-jährigen Bestehen bietet die aktuelle Beilage der Badischen Neuesten Nachrichten. | Foto: DHBW

Weitere Informationen rund um die DHBW finden sich auch in der aktuellen Beilage der BNN.