Etwa 150 Umweltaktivisten protestieren seit Samstagmorgen am Rheinhafendampfkraftwerk in der Fettweisstraße in Karlsruhe und fordern den Kohleausstieg. | Foto: Karin Stenftenagel

Nach Protest am Kraftwerk

Umweltaktivisten demonstrieren in der Karlsruher Innenstadt

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Etwa 150 Umweltaktivisten der Bündnisse „Ende Gelände“ und „Robin Wood“ protestierten am Samstag am Rheinhafendampfkraftwerk in der Fettweisstraße in Karlsruhe und forderten den Kohleausstieg. Die Aktivisten besetzten unter anderem die Schienen, einen Ladekran, die Förderanlage und einen Bagger und brachten Transparente an. Um 17.30 Uhr startete in der Karlsruher Innenstadt eine angemeldete Spontandemonstration.

Im Rahmen eines Kooperationsgesprächs waren die Teilnehmer zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Umweltaktivisten noch bis gegen 16 Uhr auf dem Gelände aufhalten dürfen und sich im Anschluss mit einer angemeldeten Spontandemonstration entfernen. Das vermeldete die Polizei in einer Pressemitteilung. Die Demonstration wurde auch via Twitter angekündigt.


Polizei und Rettungskräfte waren seit Samstagmorgen vor Ort und sorgten für die erforderliche Sicherheit. Bisher wurde der Polizei eine verletzte Person an der Örtlichkeit gemeldet, die aber offenbar nichts mit der Aktion zu tun habe. Es handle sich nach ersten Erkenntnissen um einen gestürzten Radfahrer, der sich leichte Verletzungen zugezogen hat.

 

 

 

Wie „Ende Gelände“ auf Twitter mitteilte, befanden sich 150 Aktivisten auf den Schienen. In Gefahr schwebten diese jedoch nicht, da die Kohlezüge heute nicht fahren.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatten sich die Aktivisten Zutritt zum Gelände verschafft.

„Wir haben Verständnis und sehen das sehr gelassen“, sagte eine Sprecherin der EnBW. Auf eine Anzeige habe man verzichtet. EnBW verfolge seit Jahren die Strategie des Konzernumbaus und steige aus er Kohle aus.

 

Bundesweite Aktionswoche nach Abschlussbericht der Kohlekommission

Vor einer Woche hat sich die Kohlekommission auf einen Abschlussbericht geeinigt, wonach Deutschland bis spätestens Ende 2038 aus der Kohleverstromung aussteigen soll. Die Reaktionen auf die Einigung fielen überwiegend positiv aus, die Aktivisten kritisieren diesen Abschlussbericht jedoch. In einer Mitteilung von „Ende Gelände“ heißt es, der Abschlussbericht zerstöre „unsere Hoffnung, die mittlere globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen“ und widerspreche dem Pariser Klimaabkommen. Die Klimakrise sei bereits grausame Realität für Menschen in den Ländern des globalen Südens.

 

(ots/BNN) mit Material von dpa/lsw