Botanischer Garten
DER BOTANISCHE GARTEN am Schloss zieht mit seinen Gewächshäusern seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Neugierigen an. Diese Front gehört zu den Postkartenmotiven der Fächerstadt. Nun sind alle drei Glashäuser saniert: Rechts das Tropenhaus und in der Mitte das hohe Palmenhaus, beide sind ab Ende April wieder geöffnet. Links steht das bereits seit Mai 2015 sanierte Kalthaus. | Foto: jodo

Botanischer Garten Karlsruhe

Rückkehr der Tropen unter Glas

Noch drei Monate – dann können nach über zwei Jahren die Karlsruher beim Sonntagsspaziergang ums Schloss wieder in einer mediterranen Botanik und einer tropischen Dschungelwelt unter Glas einkehren.

Ab 26. April wieder geöffnet

Ab 26. April, einem Donnerstag, sind das hohe Palmenhaus und das besonders warme Tropenhaus am einst fürstlichen Botanischen Garten, dem Park zwischen Orangerie und Bundesverfassungsgericht, nach der aufwändigen Sanierung der Glashallen offen. Noch sind dort keine exotischen Pflanzen hinter

Hofgartenkultur von 1888

Glas zu erkennen. Doch sobald die beiden Schaugewächshäuser richtig aufgeheizt sind, wird Schlossgartenchef Thomas Huber von der Landesverwaltung für Schlösser und Gärten mit dem Anpflanzen nach dem Vorbild der höfischen Gartenkultur von 1888 beginnen.

Huber rechnet damit in wenigen Wochen, und er verspricht den Besuchern bald größtenteils neue Pflanzen neben dem geretteten Bestand.

3,5 Millionen in drei Glashäuser gesteckt

Eigentlich wollte das für das insgesamt 3,5 Millionen Euro schwere Sanierungsprojekt federführende Amt Karlsruhe von Vermögen und Bau Baden-Württemberg bereits im Herbst 2017 die Badener zu Hause wieder unter Palmen und in einem Orchideenwald verwöhnen.

Indessen zog sich die bereits im März 2014 im westlichsten der drei Schaugewächshäuser, dem Kalthaus für Kakteen, Sukkulenten und Zitronengewächse, begonnene Restaurierung länger hin.

Neben der neuen, nun gerundeten Verglasung und der neuen Wärmetechnik haben die drei Häuser eine Auffrischung ihres rund 150 Jahre alten Korsetts aus Gusseisen bekommen.

Hübsch baunte zunächst in Holz

Alles basiert also weiter auf den zunächst als Holzkonstruktion ausgeführten Plänen von Baudirektor Heinrich Hübsch. 1855 entstanden die Gewächshäuser für Großherzog Friedrich I.

Nicht nur die Korrosionsschäden sind behoben, sondern auch die Veränderungen nach den Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg sind korrigiert worden.