Der Billigflieger Ryanair streikt am Freitag. Verbindungen aus und nach Karlsruhe sind wohl nicht betroffen. | Foto: Rastätter

Passagiere können aufatmen

Ryanair-Streik: Baden-Airpark wohl als einziger Flughafen nicht betroffen

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Passagiere des Billigfliegers Ryanair müssen sich am Freitag nun auch in Deutschland wegen eines Streiks auf Flugausfälle und -verspätungen gefasst machen. Nicht so am Flughafen in Karlsruhe/Baden-Baden: Wie Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs in einer dpa-Meldung bekannt gegeben hat, sei Baden-Airpark der einzige nicht betroffene Flughafen.

Hier hätten die Piloten zugesagt, ihr Programm abzufliegen. Das besteht am Freitag aus insgesamt acht Ryanair-Verbindungen, so Elke Fleig von der Unternehmenskommunikation des Baden-Airparks. Sollte es doch zu Verschiebungen oder Ausfällen kommen, informiere der Flughafen auf seiner Website und auf Facebook darüber.

Streikbeginn Freitagnacht um drei Uhr

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) rief alle angestellten Piloten an den deutschen Ryanair-Basen für den 10. August zu einem 24-stündigen Streik auf.

Auf welche Ausfälle sich die Kunden dabei konkret einrichten müssen, blieb zunächst noch unklar. Laut VC können alle Verbindungen von und nach Deutschland betroffen sein. Der Arbeitskampf beginne am Freitag um 3.01 Uhr und ende am Samstag um 2.59 Uhr. Das Unternehmen wollte sich im Laufe des Mittwochs äußern.

Größter Pilotenstreik in der Geschichte von Ryanair

Die deutsche Gewerkschaft schließt sich den bereits für diesen Freitag angekündigten Streiks ihrer Kollegen in Irland, Schweden und Belgien an. Dies wäre dann zusammen der größte Pilotenstreik in der Geschichte von Ryanair. Die Gesellschaft hat bislang 146 von 2400 am Freitag geplanten Europa-Flügen abgesagt.

Bei den Piloten haben bisher einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Ein Warnstreik der VC in Deutschland war im vergangenen Dezember ohne Flugausfälle geblieben, weil Ryanair ausreichend Ersatzpiloten mobilisieren konnte.

VC-Chef Martin Locher warf der Fluggesellschaft vor, eine Lösung am Verhandlungstisch zu blockieren und für die Eskalation allein die Verantwortung zu tragen. «Ryanair hat in den Verhandlungen jedwede Personalkosten-Erhöhung kategorisch ausgeschlossen. Gleichzeitig hat Ryanair zu keinem Zeitpunkt erkennen lassen, an welchen Stellen Spielräume zur Lösungsfindung bestehen», erklärte der Gewerkschafter.

Vor zwei Wochen streikten die Flugbegleiter

Vor zwei Wochen hatten streikende Flugbegleiter in Spanien, Portugal und Belgien Ryanair gezwungen, innerhalb von zwei Tagen rund 600 Flüge mit zusammen etwa 100 000 betroffenen Passagieren abzusagen.

Beide Berufsgruppen wollen bessere Gehälter und Arbeitsbedingungen bei der irischen Airline durchsetzen, die sich jahrzehntelang gegen Gewerkschaften und tarifliche Vereinbarungen gewehrt hatte. Dazu müssen jeweils nationale Tarifverträge abgeschlossen werden, die Gewerkschaften koordinieren sich aber europaweit untereinander.