Spinnen - allein in Baden-Württemberg sind 740 Arten bekannt. | Foto: dpa

Gefräßige Achtbeiner

„Schaaatz! Eine Spinne…“

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Bei manchen Leuten genügt der Anblick eines achtbeinigen Tierchens und sie rennen in Panik davon. Andere erstarren regelrecht, bei ihnen läuft nur der Angstschweiß: „Schaaatz! Eine Spinne. Mach sie weg.“ Wie schön, wenn man in einer solchen Situation einen Mitbewohner hat, der aus dem Sofa hechtet und dem Spinnen-Phobiker mit einem beherzten Zugriff vielleicht nicht das Leben, aber doch immerhin den Tag rettet.

Spinnen kann man auf Schritt und Tritt begegnen

Warum manche Leute solche Angst vor Spinnen haben, darüber gibt es unterschiedliche Theorien. Sicher aber ist, dass es diese Leute nicht leicht haben. Denn Spinnen kann man quasi auf Schritt und Tritt begegnen. In der Natur ebenso wie in der eigenen Wohnung.

740 Spinnen-Arten in Baden-Württemberg

Weltweit sind mehr als 46 000 Spinnenarten beschrieben. Allein in Baden-Württemberg kennt man 740 Arten. Diese Zahlen nennen Wissenschaftler des Karlsruher Naturkundemuseums auf ihrer Webseite über die Spinnenfauna des Nationalparks Schwarzwald. In dem Schutzgebiet selbst wurden bisher 275 Arten nachgewiesen, die Experten rechnen aber „sicher“ mit über 400.

Angesichts einer solchen Spinnenvielfalt mögen Krabbeltier-Hasser überlegen, ob sie jemals wieder einen Fuß in den Nationalpark setzen. Doch gemach: Den Fachleuten vom Naturkundemuseum zufolge gibt es keine einzige Spinnenart in Deutschland und nur sehr wenige weltweit, die für den Menschen in irgend einer Art und Weise gefährlich sind. Zudem würden die „faszinierenden“ Tiere eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen.

Insekten-Killer der Extraklasse

Hochachtung für die Achtbeiner fordern auch Basler Wissenschaftler ein. Denn Spinnen futtern unvorstellbare Mengen an Insekten: Die Schweizer haben hochgerechnet, was Spinnen in aller Welt so vertilgen – und kamen auf sagenhafte Zahlen: Dem Appetit der gefräßigen Krabbeltiere fallen demnach jedes Jahr 400 bis 800 Millionen Tonnen Insekten zum Opfer, darunter jede Menge Schädlinge und Krankheitsüberträger. Zum Vergleich: Alle Menschen zusammen verspeisen pro Jahr rund 400 Millionen Tonnen Fleisch und Fisch.

Andere Länder, andere Sitten

Anders als deutsche Durchschnittshaushalte sollen Amazonas-Indianer Spinnen übrigens sehr schätzen und sogar als Haustiere halten: Die Achtbeiner schützen die Indianer vor den durchaus widerwärtigen Malaria-Mücken. Entsprechend anders lautet dort der Notruf: „Schaaatz. Die Spinne ist weg. Besorg eine Neue.“

Hier geht es zur Mitteilung der Uni Basel zur Spinnenstudie.

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