Schlosslichtspiele
Der Beitrag "Hands-on" gehört zum Programm der diesjährige Schlosslichtspiele | Foto: jodo

25.000 Besucher bei Premiere

Schlosslichtspiele lassen Karlsruhe im vierten Jahr strahlen

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„Wunderbar!“ Peter und Ursula Anders fassen in einem Wort zusammen, wie ihnen die Premiere der Schlosslichtspiele gefällt. Die beiden Karlsruher strahlen – wie so viele an diesem Samstagabend.

Schlosslichtspiele begeistern Zuschauer

Die Besucher – 25 000 sind nach Angaben der Karlsruhe Marketing Event GmbH zum Auftakt gekommen – jubeln und filmen, was das Zeug hält. Kurator Peter Weibel sagt: „Ich bin zu Tränen gerührt!“

Glücklich verfolgt der ZKM-Chef, der geistiger Vater der allabendlichen Projektionen ist, wie gut die insgesamt vier neuen Shows bei den Zuschauern ankommen.

Gibt es sonst nirgends in Deutschland

Und er ist überwältigt vom Zuspruch der Menschen: „Die Leute wissen, dass das hier kein reines Spektakel ist, sondern Kunst. Es ist die Begegnung von Hochkultur, Hochtechnologie und Ereignis. Illusionstheater mit modernster Technik. So etwas wie hier, das gibt es sonst nirgends in Deutschland.“

Schloss
Schon Stunden vor Start füllte sich das Areal vor dem Schloss | Foto: jodo

Schon vier Stunden vor Beginn sichern sich die ersten Gäste die besten Plätze vor dem Schloss. Die Treppenstufen beim Denkmal werden besetzt. Die Grünflächen sind begehrt.

Riesiger Werbewert

„Das Publikum hat ein eigenes System“, sagt Cheforganisator Martin Wacker. Auch er strahlt. „Ich bin glücklich.“

Immer wieder erreichen ihn Berichte, wo Fotos der Schlosslichtspiele quer durch die Republik schon zu sehen sind. „Ein riesiger Werbewert“, so Wacker.

Mit Picknickdecke und Vesperkorb

Viele Besucher haben Klappstühle oder Picknickdecken dabei. Ebenso Käse, Baguette, Wein oder Sekt, um auf den Abend anzustoßen.

Jung und alt sind da. Urkarlsruher, Zugezogene und Gäste. Es wird immer voller. Bald sind die Parkhäuser in der Innenstadt belegt.

Start mit einem Klassiker

Um Punkt 22 Uhr drückt Weibel zusammen mit Oberbürgermeister Frank Mentrup den Startknopf. „300 Fragments“ ist zu sehen: Die Arbeit von „Maxin10sity“ aus dem Jahr 2015.

Startknopf
Pünktlich um 22 Uhr drücken OB Mentrup (links) und ZKM-Chef Weibel den Startknopf. | Foto: jodo

Ein echter Klassiker, vom Publikum geliebt. „Ich bekomme immer Gänsehaut, wenn ich das Werk sehe. Es war ja unsere erste Begegnung mit den Schlosslichtspielen“, sagt Mentrup.

Wunderbarer Ort der Heimat

Auch er schaut immer wieder nach hinten. Dahin, wo die Zuschauer dicht, friedlich und gut gelaunt sitzen und stehen. „Wir haben hier einen wunderbaren Ort der Heimat. Gleichzeitig kommen viele extra von weit her, um das zu erleben“, sagt er.

Familie Miller ist aus Colmar angereist. „Das ist etwas Besonderes hier“, erklären sie ihren Ausflug. Silke und Mathias Ungar kommen aus Wiesbaden. Auch sie sind extra zur Premiere angereist. „Wir bleiben zwei Nächte“, erläutert das Ehepaar. Sie sagen: „Das ist klasse!“

Jedes Jahr dabei

Das findet auch Gottfried Burger aus Lörrach, der eine einwöchige Freizeit in Karlsruhe verbringt. „Das ist so sagenhaft hier mit den Shows, da komme ich nächstes Jahr in jedem Fall mit Freunden wieder“, kündigt er an.
Das Ehepaar Peter und Ursula Anders kann das gut verstehen: Sie sind seit den ersten Schlosslichtspielen 2015 jedes Jahr dabei. Die Werke von „Maxin10sity“ lieben sie. Auch die neue Arbeit I’MMORTAL“, bei der es um die Sterblichkeit geht, begeistert sie.

Als ob das echt wäre

Auf der Fassade turnen Artisten. Nicht zuletzt aufgrund der riesigen Flügel sieht das engelsgleich aus. „Wie echt – als ob da einer wäre!“, ruft ein junger Mann.

Die Künstler aus Ungarn sind zur Premiere angereist. Am Ende der Show zeigen sie sich vor dem Schloss. Der Applaus ist enorm.

Das Schloss als Piano

Es folgt „Hands-on“ von Jonas Denzel. Der Karlsruher Medienkünstler absolvierte einst ein Volontariat beim ZKM und erarbeitete dabei einen Werbetrailer für die ersten Schlosslichtspiele überhaupt.  2017 arbeitete er zusammen mit Weibel an der „Velographie“.

Jetzt zeigt er eine eigene Arbeit, bei der das Schloss zum Piano wird. „Es ist ein aufregender Moment, das auf der Fassade zu sehen“, erklärt Denzel – der sich freut, als eine seiner Hauptideen aufgeht: Hände erscheinen auf der Fassade, die die Zuschauer zum Mitklatschen animieren. Mit Erfolg.

Alte Bekannte

Laszlo Zsolt Bordos ist ebenfalls ein alter Bekannter. 2015 zeigte er „Reverb“. Nun geht es bei „Memories“ um das Speichern von Erinnerungen. Auch dieses Werk wird gefeiert.

Und dann ist da „The Object of The Mind“ von Global Illumination. Erzählt wird die Geschichte der Technik, angefangen bei der analogen Maschine über Lochkarten und längst vergessene Computerspiele bis hin zu neuronalen Netzen.

Bravo-Rufe

Die Gruppe aus Ungarn setzt auf Details, arbeitet mit der Architektur des Gebäudes, mit 3-D-Effekten, mit perfekt abgestimmten Klängen, die Dank neuer Technik nun auch im hinteren Bereich hervorragend zu hören sind.

Die Zuschauer staunen, machen Fotos. Und jubeln. Peter Weibel springt am Ende auf und ruft „bravo“ – andere tun es ihm nach. Weibel sagt: „Das ist in diesem Jahr mein Lieblingsbeitrag.“

Service

Die Schlosslichtspiele sind bis 9. September jeden Abend bei freiem Eintritt zu erleben. Einzige Ausnahme: Zur Kamuna am 4. August ist spielfrei.

Derzeit laufen die Shows von 22 bis 23.30 Uhr. Ab 3. August geht es um 21.30 Uhr los, ab 17. August um 21 Uhr, und vom 31. August an ist um 20.30 Uhr Start. Die Gastronomie öffnet täglich um 19 Uhr.

Gepäckaufbewahrung

Am Infopoint kann Gepäck aufbewahrt werden. In den nächsten Tagen sind alle vier neuen Arbeiten zu erleben. Den Sommer über gibt es zudem ein Wiedersehen mit zwölf besonders beliebten Beiträgen der Vorjahre.

Vom 10. bis 12. August sind alle vier Arbeiten von „Maxin10sity“ zu erleben. Hier steht, wann welche Show startet. Wer die Veranstaltung unterstützen möchte, kann für fünf Euro das „Wir-lassen-das-Schloss-leuchten“-Bändchen kaufen. Erhältlich ist es am Info-Point und an den Getränkeständen.