Austausch im Verlagshaus: Lehrer informierten sich bei der Auftaktveranstaltung darüber, wie sie das Projekt „Zeitung in der Schule“ mit ihren Klassen umsetzen können. Dafür arbeiten sie mit Redakteuren der BNN zusammen. | Foto: hora

„Zeitung in der Schule“

Schüler erhalten Durchblick in der Datenflut

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Bei der Auftaktveranstaltung zu „Zeitung in der Schule“ (ZiSch) haben Lehrer mit Redakteuren der BNN über die Umsetzung des Projekts gesprochen. 1500 Schüler sollen dabei auch das journalistische Handwerk kennenlernen. Das wird immer wichtiger, wie zum Auftakt klar wurde. 

Die schneller werdende Medienwelt ist nicht nur für Zeitungen eine große Herausforderung. Bei einem Austausch von Lehrern und Redakteuren im BNN-Verlagshaus wurde deutlich: Die Nachrichtenflut ist längst auch in den Klassenzimmern ein wichtiges Thema. Der Austausch am Montagabend war die Auftaktveranstaltung für „Zeitung in der Schule“ (ZiSch).

Wahl zwischen vier Themen

Etwa 1 500 Jugendliche sollen bei dem Projekt lernen, mit Informationen und Medien umzugehen. Nach dem Auftakt mit den Lehrern wird es nun auch für die Schüler ernst: Vier Wochen lang lesen sie die Badischen Neuesten Nachrichten. Dann können sie im laufenden Schuljahr zu vier Themen – etwa dem Klimaschutz – eigene Artikel und Fotos anfertigen.

Durch das Projekt soll auch das Verständnis für journalistisches Handwerk geschult werden. „Als Qualitätsmedium sind wir in der Pflicht, genau hinzugucken“, betonte BNN-Gesamtredaktionsleiter Klaus Gaßner. Für die Menschen sei es eine ständige und wichtige Frage, wie sie richtig informiert werden.

„Wichtige Rolle im Konzert der Gesellschaft“

Die BNN möchten dieser mit 125 Redakteuren gerecht werden. Insgesamt sind 1 800 Mitarbeiter damit beschäftigt, dass die Zeitung die Leser jeden Tag druckfrisch erreicht und dass diese online jederzeit auf den aktuellen Stand gebracht werden. Täglich lesen etwa 400 000 Menschen die BNN. Als Kontakt zu den Bürgern vor Ort seien die neun Lokalredaktionen wichtig, erklärte Gaßner.

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„Nicht selten sind wir in Gemeinderäten der einzige Vertreter der Öffentlichkeit“, so der Gesamtredaktionsleiter. „Wir sind überzeugt, dass wir als Medienhäuser eine wichtige Rolle spielen im Konzert der Gesellschaft.“

Medientheorie reicht nicht aus

Erfahrene Leser wüssten, wie sie die journalistischen Darstellungsformen – etwa die Meldung, die Reportage oder den Kommentar – einzuschätzen hätten. Das werde in der digitalen Welt aber immer schwieriger. Deshalb sei es wichtig, junge Menschen dafür zu sensibilisieren.

Lehrer sprachen zum Projekt-Auftakt mit Theo Westermann, Leiter der Stadtredaktion Karlsruhe, und weiteren Redakteuren. | Foto: hora

Wie die Masse an Informationen, auch produziert in und durch die sozialen Medien, verarbeitet werden kann, beschäftigt die Lehrer. „Jugendliche haben ein Problem, Quellen zu beurteilen“, berichtet Sabine Fiehne. Die Deutsch-Lehrerin vom St.-Dominikus-Gymnasium Karlsruhe behandelt mit ihren Schülerinnen der zehnten Klasse durchaus theoretische Inhalte zur Medienwelt. „Es gibt sehr viel mehr Informationen als früher“, sagt Fiehne. „Die Relevanz zu beurteilen, ist da schwierig.“ Für die Deutschlehrerin ist neben der Theorie die Praxis für ihre Schüler wichtig: „Sonst wird das sehr schnell wahnsinnig trocken – deswegen sind Aktionen wie ZiSch toll.“

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Die besten Werke werden veröffentlicht

Diese würden die Schüler motivieren, wie Kollegin Lena Engwicht aus Erfahrung berichtet. „Das letzte Mal haben viele Schüler gesagt: ’Hoffentlich werden unsere Texte veröffentlicht’“. Die besten Artikel und Fotos landen in einer eigenen Broschüre, auch Preise für die Klassen gibt es.

Diese haben die Wahl, ob sie im Rahmen des Projekts von einem Redakteur besucht werden oder ob sie sich bei einer Führung das BNN-Verlagshaus ansehen möchten. Von diesem haben sich die Lehrer bei der Auftaktveranstaltung bereits ein Bild machen können. Peter Funk und Michael Schorpp, Chefs vom Dienst, führten durch den neuen Newsroom. Dort arbeiten mehrere Ressorts eng zusammen an den Zeitungsausgaben für den kommenden Tag, auch die Online-Redaktion ist in dem großen Raum beheimatet.

Druckmaschine läuft: „Eigentlich das Schönste“

Dabei erfuhren die Lehrer auch, was es mit den zahlreichen Bildschirmen im Newsroom auf sich hat. Diese geben den Redakteuren jederzeit Informationen über aktuelle Ereignisse sowie über die eigenen Online-Artikel.

Anschließend konnten die Besucher im Druckhaus direkt neben dem Verlagsgebäude die Produktion der Zeitung live mitverfolgen. „Wenn die Druckmaschine läuft, ist es eigentlich das Schönste, beeindruckend – auch für uns noch“, sagte Peter Funk, der die Besucher führte. Die Schüler können sich bei dem Projekt ZiSch bald selbst ein Bild davon machen.