Ab 4. Mai soll der Schulbetrieb in Deutschland schrittweise wieder anrollen. Auch in Baden-Württemberg werden sich die Klassenzimmer dann wieder füllen - zumindest manche. | Foto: dpa

Schrittweise Öffnungen

Schulbetrieb ab 4. Mai: So reagieren die Schulen aus der Region auf den Schulstart trotz Corona

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Der in der Corona-Krise eingestellte allgemeine Schulbetrieb in Deutschland soll schrittweise ab dem 4. Mai wieder aufgenommen werden. Auch viele Schüler in der Region werden dann wieder ins Klassenzimmer dürfen. Andere müssen weiterhin zu Hause bleiben. So haben die Schulen in der Region auf die neuen Beschlüsse reagiert.

Nach den Planungen von Bund und Ländern bleiben die Schulen in Baden-Württemberg für die meisten Klassen sowie die Hochschulen und Kindergärten geschlossen. Vom 4. Mai an beginnt der Unterricht stark eingeschränkt und schrittweise mit den Klassen aller allgemeinbildenden Schulen, bei denen in diesem oder im nächsten Jahr die Abschlussprüfungen anstehen, sowie mit den Abschlussklassen der beruflichen Schulen.

In einem nächsten Schritt sollen die Viertklässler an die Grundschulen zurückkehren. Ein Datum nannten Kretschmann und Landeskultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) nicht.

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Das sind die Reaktionen von Schulen aus der Region:

Karlsruhe: Oberstufe wieder zu unterrichten ist „Herzensangelegenheit“

In den weiterführenden Karlsruher Schulen müssen in den kommenden zwei Wochen die Weichen für eine Wiederaufnahme des Unterrichts gestellt werden. „Die Abschlussjahrgänge zu unterrichten, bekommen wir sicherlich hin“, sagt Uwe Müller, geschäftsführender Schulleiter der Karlsruher Gymnasien. Dass die Jahrgangsstufen elf und zwölf möglichst bald wieder in den Genuss eines Präsenzunterrichts kommen dürfen, bezeichnet der Rektor des Max-Planck-Gymnasiums als eine Herzensangelegenheit. So könne auch eine gute Vorbereitung auf die am 20. Mai beginnenden schriftlichen Abiturprüfungen gewährleistet werden.

Die jüngeren Jahrgänge müssen sich nach Müllers Einschätzung wohl noch bis nach den Pfingstferien auf eine Rückkehr in die Schulhäuser gedulden. „Bevor wir mit den Planungen beginnen, müssen zunächst einmal die Rahmenbedingungen für den Unterricht während der Krise festgelegt werden“, so Müller. Noch gebe es keine detaillieren Aussagen über die maximale Klassengröße, einen Mindestabstand in den Klassenräumen oder das verpflichtende Tragen eines Mundschutzes. Deshalb müssten die meisten Gymnasiasten in den kommenden Wochen weiter zuhause mit Schulaufgaben versorgt werden.

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Noch viele Fragen müssen geklärt werden

„Bis alle Klassen wieder beschult werden können, müssen noch viele Fragen geklärt werden“, sagt auch die geschäftsführende Karlsruher Realschulrektorin Heike Willamowski. Unter anderem sei noch nicht klar, wer im Fall der Fälle die Hygieneartikel zum Schutz von Kindern und Lehrern vor einer möglichen Infektion mit dem Corona-Virus besorgen müsse.

Die Beschulung der Abschlussjahrgänge stellt nach Willamowskis Einschätzung dagegen ein vergleichsweise kleines Problem dar. „Die Schulen haben zwei Wochen Zeit, um alles zu planen. Das muss auf jeden Fall reichen“, sagt die Rektorin der Drais-Gemeinschaftsschule. Allerdings müsse jede Schule ein individuelles Paket für ein funktionierendes Raum- und Personalkonzept schnüren

Ausbau der Notbetreuung ist in Karlsruhe kein Problem

Keine Probleme stellt nach Ansicht des Karlsruher Sozialbürgermeisters Martin Lenz der geplante Ausbau der Notbetreuung in den Kindertagesstätten dar. Bislang wurden knapp 400 Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufen für die Notbetreuung angemeldet. Das sind 3,5 Prozent aller Kindergarten- und Krippenkinder.

Weil es Karlsruhe 100 Kindertagesstätten von 23 Trägern gibt, könne dieser Anteil ohne eine Aufweichung der Hygienevorschriften locker um ein Mehrfaches ausgebaut werden, sagt Lenz: „Aus unsere Sicht ist ein Ausbau der Notbetreuung begrüßenswert. So werden Eltern entlastet und Kinder gefördert“.

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Landkreis Karlsruhe: Schüler sollen verlässlich ihren Abschluss machen können

„Wir sind froh, dass nicht am Montag plötzlich über Tausend Schüler vor der Tür stehen, sondern dass wir zwei Wochen Vorlauf haben, um eine individuelle Regelung für unsere Schule zu finden“, sagt Hans-Peter Kußmann, Leiter der Käthe- Kollwitz-Schule Bruchsal, einer der berufsbildenden Schulen dort. Die Organisation sei eine komplexe Angelegenheit. „Wir haben nicht nur eine Klasse, die sich im Abschlussjahr befindet.“

Neben Gesundheitsvorkehrungen braucht die Schule auch einen strengen Zeitplan, um alle Prüfungen noch im verbleibenden Schuljahr umsetzen zu können. „Wir wollen, dass alle unsere Schüler verlässlich ihren Abschluss machen können. Das sind in diesem Jahrgang rund 500“, so Kußmann. „Zudem müssen wir einen Plan entwickeln, wie wir damit umgehen, dass die Berufsschüler nach ihren Praxisphasen wieder in den Klassenzimmern zusammentreffen.“

Besonders mit Blick auf den Bereich der Pflege sei dies derzeit mit Risiken verbunden. Kußmann betont aber: „Die Osterferien sind nicht verlängert worden. Ab Montag ist wieder Unterricht nach Stundenplan, wenn auch weiter von Zuhause.“

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Leibnitz-Gymnasium in Östringen steht vor „Herkulesaufgabe“

Von einer „Herkulesaufgabe“ spricht Schulleiterin Ulrike Sauer-Ege des Leibnitz-Gymnasiums in Östringen, zunächst für die Abitursklassen (fast 100 Schüler) ab 4. Mai einen neuen Stundenplan zu erstellen, der nicht nur Klassengrößen von maximal 15 Schülern vorsieht, sondern auch Risikogruppen unter den Lehrern berücksichtigt. Sobald die Rahmenbedingungen des Landes vorliegen, könne man mit der Feinplanung beginnen. Vorher könne man noch nichts dazu sagen.

Es ist nach ihrer Meinung eine gute Lösung, zuerst mit den Abschlussklassen und dann mit K11 fortzufahren, um die Lücken nicht allzu groß werden zu lassen. Glücklicherweise sei man ein G9-Gymnasium, so dass versäumter Stoff für die Klassen 5 bis 10 im Laufe der Zeit wieder aufgeholt werden könne.

Bereits vor der Corona-Schließung habe man an den Eingängen und auf den Stockwerken Desinfektionsspender aufgestellt. Über zusätzliche Hygienemaßnahmen und die Busbeförderung  wird es nun Gespräche mit der Kommune als Schulträger geben.


Bruchsal: Abstandregelung einhalten wird „spannend“

Was Abstände und Pausenregelungen angeht, wird dies erst dann wirklich spannend, wenn wir Mittel- und vor allem die Unterstufe wieder in der Schule haben“, so Stefan Hanke, stellvertretender Schulleiter des Justus-Knecht-Gymnasiums in Bruchsal. „Solange wir nur Teilgruppen in den Schulen haben, können wir die Gruppen halbieren, um tolerable Abstände sicherstellen zu können; das ist ja im Wesentlichen eine Frage der Räume und verfügbaren Lehrkräfte. Das gleiche gilt für die Pausen, in denen nur über stark intensivierte Aufsichten der Versuch unternommen werden kann und muss, für Abstände zu sorgen“, teilt er weiter mit.

Angesichts der gesundheitlichen und altersmäßigen Verringerung des Kollegiums (bzw. den Problemen bei alleinerziehenden Kolleginnen/ Kollegen mit kleinen Kindern) würden dies spannende Fragen.

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St. Paulsheim: Viele Lehrer vorerkrankt oder über 60 Jahre

Schulleiter Markus Zepp des St. Paulsheims in Bruchsal begrüßt die bisherige Entscheidung, da ältere Kinder am ehesten mit den Abstandsregeln umgehen könnten. Nun wartet er auf das Kleingedruckte, um die Termine für das schriftliche Abitur halten zu können. Davon betroffen sind 90 Abiturienten.

Wegen Kursen mit mehr als 15 Schülern müssen einige aufgeteilt werden. Dies bedeute neue Stundenpläne. Außerdem gebe es ein halbes Dutzend Lehrer, die vorerkrankt oder über 60 Jahre seien. Diese müssten zur Vorbereitung auf das Abitur durch andere erfahrene Lehrer ersetzt werden.

Wenn dann nach und nach die weiteren Klassenstufen wieder in die Schule kommen, sei aber klar, dass der bisher im Homeschooling thematisierte Stoff noch mal im Unterricht wiederholt werde.

Um die Hygienestandards zu halten, werden zusätzliche tragbare Seifenständer in allen Klassen aufgestellt und neue Handtuchhalterungen angebracht.

Bretten: Unterricht nur in Prüfungsfächern?

Laut Schulleiter Daniel Krüger besteht der diesjährige Abi-Jahrgang des Edith-Stein-Gymnasiums in Bretten aus etwas mehr als 70 Schülerinnen und Schülern. Sollte auch der nächstjährige Abi-Jahrgang ab dem 4. Mai wieder unterrichtet werden, würden noch einmal rund 70 Schülerinnen und Schüler dazukommen. „Räumlich wäre das für uns mit diesen beiden Jahrgängen überhaupt kein Problem“, versichert Krüger. Es stünden genügend Klassenräume zur Verfügung, da ja die anderen Klassen noch nicht wieder in der Schule sein werden.

Allerdings stellt sich für Krüger sowie wohl alle anderen Schulleiter die Frage: Soll in diesen Klassen ab dem 4. Mai der komplette Unterricht weitergeführt werden oder konzentriert man sich auf die Prüfungsfächer? „Wichtig ist mir, dass wir die Abiturientinnen und Abiturienten durch ihre Prüfungen führen, damit für sie kein Nachteil entsteht“, betont Krüger.

Organisatorische Herausforderung an den Beruflichen Schulen in Bretten

Laut Schulleiterin Barbara Sellin gibt es an den Beruflichen Schulen in Bretten (BSB) derzeit 734 Schülerinnen und Schüler in den diversen Abschlussklassen, davon sind 126 Abiturientinnen und Abiturienten. Sellin spricht von einer „gewaltigen organisatorischen Herausforderung“, um dies alles umzusetzen und auch die notwendigen hygienischen Herausforderungen zu schaffen. „Das Landratsamt legt großen Wert darauf, dass es für alle beruflichen Schulen im Landkreis ein einheitliches Konzept gibt“, sagt Sellin. Dazu kommen an den BSB dann noch rund 1.200 Schülerinnen und Schüler, die weiterhin digital unterrichtet werden müssen.

Man habe bereits mehrere Probe-Klassenzimmer stellen lassen, um zu sehen, wie man die Abstandsvorgaben zwischen den Schülerinnen und Schülern einhalten kann. Beispiel Abiturklassen: Aus den fünf Abi-Klassen, die es an den BSB aktuell gibt, werden so 12 bis 15 Klassen, für die man dann die entsprechenden Räume bereitstellen müsse.


Ettlingen: „Große Pause im Hof geht in Corona-Zeiten nicht mehr“

„Wenn ich Mediziner und Virologen anhöre, war das die sinnvolle Entscheidung“, sagt Helmut Obermann, der geschäftsführende Schulleiter in Ettlingen zum neuen Datum für den Schulbeginn, „auch wenn es für manche Schüler besser gewesen wäre, wenn’s früher gewesen wäre.“ Der digitale Unterricht könne den direkten Austausch mit Lehrern oder Mitschülern in der Prüfungsvorbereitung eben nicht ersetzen.

Rund 360 Schülerinnen und Schüler in Abschlussklassen könnten an den zwei Realschulen und zwei Gymnasien in städtischer Hand sowie einem Privatgymnasium nach den neuesten Regelungen ab 4. Mai wieder die Schulbank drücken. Hinzu kommen die Prüflinge der drei Berufsschulen in der Trägerschaft des Landkreises.

Viele Schüler sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen

Ob die Raumkapazitäten vorhanden sind, um alle Schüler mit dem gebührenden Sicherheitsabstand unterzubringen, werde jetzt geprüft, sagte Obermann am Donnerstag. „Klassen mit 30 Schülern müsste man eigentlich zweiteilen. Auch die bisherigen Pausenregeln können nicht mehr eingehalten werden.“ Eine große Pause, in der sich alle Schüler im Hof treffen, das gehe in Corona-Zeiten nicht mehr.

Auch die Anfahrt der Schüler müsse mitbedacht werden. Viele seien auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, vor allem diejenigen, die in den weiter entfernt liegenden Kommunen im Umkreis wohnen. In den Bussen sollten Hygienevorschriften und Abstandsregeln ebenfalls eingehalten werden können, so Obermann.

Mirka Langenhorst, Schülersprecherin am Eichendorff-Gymnasium Ettlingen, findet die Verschiebung des Schulbeginns gut. „Ich finde, die Politiker und Wissenschaftler haben das sehr gut eingeschätzt.“ Was das Lernen von Zuhause angeht, sieht sie ihre Schule gut aufgestellt: „Wir haben eine stabile Plattform am Laufen, über die Schüler und Lehrer sich austauschen können.“ Selbst muss Langenhorst noch nicht in die Prüfungen: Bis zum Abi hat sie noch zwei Jahre Zeit.


Pforzheim: Abstandsregel einzuhalten wird eine Herausforderung

„Ich bin froh, dass wir als erstes die künftigen Abiturientinnen und Abiturienten wieder unterrichten können“ sagt Edith Drescher. Die Schulleiterin des Hilda-Gymnasiums ist zugleich geschäftsführende Schulleiterin der Gymnasien in Pforzheim. Die angehenden Prüflinge hätten sich vorbereitet „und müssen jetzt die Möglichkeit haben, in der Lerngruppe und mit der Fachlehrkraft ihren Kenntnisstand abzugleichen, gezielt Fragen zu stellen und Lücken zu schließen“.

Allerdings macht sich Drescher Gedanken über die äußeren Bedingungen. „Wir werden den Stundenplan auf Schichtbetrieb umstellen müssen, da unter Wahrung der Abstandsregel sicher in Kleingruppen unterrichtet werden muss.“ Maßnahmen zur Hygiene, Desinfektion, Mund-Nasen-Schutz: All das seien noch offene Fragen, daher erwartet sie für die nächsten Wochen viel organisatorische Arbeit. Hauptsache sei aber, dass es weitergeht und das Schulhaus sich allmählich wieder mit Menschen füllen darf. „Es war hier schon recht einsam in den vergangenen Wochen“, so Drescher.

Jürgen Hecht, Leiter der Weiherberg Grund- und Werkrealschule in Pforzheim, hofft bei den Rahmenbedingungen auf klare Signale und Definitionen aus der Politik, möchte darüber hinaus aber möglichst freie Hand, um mit der Situation umzugehen. Man brauche vor Ort Gestaltungsspielraum. Hecht: „In Pforzheim ist die Lage ganz anders als in Bad Urach. Und selbst in Pforzheim gibt es riesige Unterschiede. Am Weiherberg haben wir 700 Schüler, im Würm sind es 80. Manche Schulen haben genügend Raum, andere platzen aus allen Nähten.“ Das müsse man unterschiedlich angehen können.


Rastatt: „Es geht um Menschenleben, nicht um Kleinigkeiten“

Andreas von der Forst, geschäftsführender Leiter der Rastatter Schulen, hat die Pressekonferenz von Angela Merkel „mit Spannung verfolgt“. Welche konkreten Konsequenzen der verkündete Fahrplan für ihn und seine Kollegen hat, sei aber unklar. Noch fehlten Handlungsanweisungen des Landes.

Von der Forst leitet mit der Gustav-Heinemann-Schule eine Gemeinschaftsschule. Drei Lerngruppen der Stufe 9 streben dort den Hauptschulabschluss an und würden nach aktuellem Stand am 4. Mai als erste wieder zur Schule kommen. Ebenso die Viertklässler.

Grundsätzlich findet der Rektor dieses Vorgehen sinnvoll: „Um das verlässliche Einhalten der Hygienebestimmungen zu garantieren, ist die schrittweise Wiedereröffnung zielführend.“ Die Entscheidungen seien von großer Tragweite. „Es geht um Menschenleben, nicht um Kleinigkeiten“, sagt von der Forst. Er rechnet damit, dass Anfang kommender Woche Leitlinien aus Stuttgart vorliegen. Dann gehe es an die konkrete Planung – von Stundenplänen und Raumbelegungen bis hin zum Busverkehr.


Schulen im Murgtal wollen auf konkrete Vorgaben aus dem Kultusministerium warten

Die Schulleiter im Murgtal zeigen sich aktuell noch weitgehend zurückhaltend. Sie wollen erst einmal die konkreten Vorgaben des Kultusministeriums abwarten. „Es ist noch alles offen“, sagt auch Barbara Fischer, Rektorin der Merkurschule in Gaggenau. Die Schulleitung hat schon Überlegungen zu verschiedenen Szenarien angestellt, aber „da muss man einfach abwarten“. Klar sei: „Es muss natürlich äußerste Hygienemaßnahmen geben. Das braucht natürlich Vorlauf.“

Die Lehrer stünden weiterhin in „sehr engem Austausch mit den Schülern“. Das gilt besonders für Abschlussklassen. „Uns ist wichtig, dass sie eine gute Prüfung machen.“

Martina von Köller, Leiterin der Grundschule Loffenau, findet die Entscheidungen „sehr hilfreich“: „Wir haben Zeit gewonnen für die Vorbereitungen“. Sie hat sich Gedanken gemacht, wie der Betrieb wieder aufgenommen werden könnte, aber auch sie wartet noch auf die konkreten Instruktionen.

Auf „sehr klare Vorgaben“ hofft von Köller insbesondere im Bereich der Notbetreuung, die ja schrittweise auf andere Berufsgruppen ausgeweitet werden soll. Eine wichtige Frage sei außerdem, wie groß der Entscheidungsspielraum der Schulen bei der Umsetzung der neuen Vorgaben sei. Eine Herausforderung dürfte das Thema Abstand werden. Grundschulkindern könnte das schwer fallen.

Noch keine Einschätzungen wollte Axel Zerrer, der Rektor der Realschule in Gaggenau abgeben. „Ich kann meine Einschätzung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht belastbar abgeben“, sagte er auf Anfrage.


Achern: Start für die Abschlussklassen

Auch in Achern sollen zunächst Abiturienten und Abschlussklassen in die Klassenzimmer zurückkehren.

„Generell ist es eine gute Entscheidung, die Schulen schrittweise ab dem 4. Mai zu öffnen, da der Gesundheitsschutz ganz oben steht“, so Schulleiter Stefan Weih vom Gymnasium Achern. „Ich möchte nicht der Haut von Politikern stecken, denn bei jeder Entscheidung gibt es Vor- und Nachteile“. Der Schulleiter findet es richtig, zunächst die angehenden Abiturienten in die Schulen zu holen, wobei er aber auch das Problem der Familien mit jüngeren Kindern sieht,  zu Hause zu lernen, den Tag zu strukturieren und nebenher noch Home-Office für die Firma zu leisten.

„Ich freue mich auf die Schüler, wir sind darauf vorbereitet und die Prüfungen können stattfinden“, so auch die Schulleiterin der Robert-Schuman-Realschule Achern, Karin Kesselburg, die auch Geschäftsführende Schulleiterin der Stadt Achern ist. „Wir sind von unserer inneren Planung her bereit, die Schüler der Abschlussklassen aufzunehmen, alles andere können wir in den nächsten beiden Wochen lösen“.

BNN