Altstadt Durlach
DAS HISTORISCHE GESICHT der Durlacher Altstadt, so weit es bewahrt wurde, rückt stärker in den Blick. Sein Schutz wird jetzt mit Tübingen verglichen. | Foto: Sandbiller

Vergleich mit Tübingen

Schutz der Durlacher Altstadt rückt stärker in den Blick

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Karlsruhes 300. Stadtgeburtstag ist erst vier Jahre her. Die Fächerstadt ist quasi blutjung, auch im Vergleich zu vielen ihrer heutigen Stadtteile. Die eigene Altstadt, das „Dörfle“ rund um den heutigen Fasanenplatz, hat Karlsruhe zudem durch Abriss weitgehend verloren. Das historische Gesicht der Durlacher Altstadt hingegen, so weit es bewahrt wurde, rückt nun stärker in den Blick. Sein Schutz wird jetzt mit Tübingen verglichen.

Durlach, die „Mutter Karlsruhes“, hat einiges aus seiner über 800-jährigen Geschichte bewahrt. Im Herzen des Stadtteils regiert noch der mittelalterliche Grundriss. Rathaus und Stadtkirche am Durlacher Marktplatz sowie die Karlsburg mit Prinzessenbau sind Schmuckstücke. Drumherum jedoch, auch mitten in der Altstadt Durlach,  droht weiter regelmäßig alten Häusern der Abbruch.

Neue Sichtweise

Eine neue Sicht auf den Umgang mit historischer Bausubstanz eröffnen jetzt Karlsruher Stadtplaner und Fachleute des Stadtamts Durlach. In einer Bürgerveranstaltung erläutern sie am Montag, 24. Juni 2019, Chancen und Risiken von Schutzstrategien am Beispiel Tübingens. Die württembergische Stadt gilt in Sachen Denkmalschutz und Altstadtsanierung als vorbildlich.

Sanierung statt Kahlschlag

Tübingens mittelalterlich geprägte Altstadt blieb im Zweiten Weltkrieg fast unzerstört. Auch ein Kahlschlag zugunsten autogerechter Innenstädte fand in Tübingen nicht statt, teils weil dies das Denkmalamt verhinderte. Stattdessen sanierte die Stadt beispielhaft. Die wichtigsten Elemente: denkmalgerechte Renovierung, Rekonstruktion alter Bausubstanz, Erhalt der typischen Mischung von Wohnen, Handel, Handwerk und Kultur.

Überzeugungsarbeit

Breite öffentliche Diskussion, Überzeugungsarbeit und sozialplanerische Begleitung bewirkten eine hohe Akzeptanz von Sanierungsauflagen und Unbequemlichkeiten. Letztlich wurde die Altstadt beliebt bei den Tübingern selbst und touristisch attraktiv.

Ziel: Erhaltungssatzung

Der Karlsruher Gemeinderat hatte im Mai die Aufstellung einer Erhaltungssatzung für die Durlacher Altstadt beschlossen. Beim Informationsabend in Durlach erläutert nun die Leiterin des Stadtplanungsamts Tübingen, Barbara Neumann-Landwehr, ihre praktischen Erfahrungen mit Erhaltungssatzungen.
Sie erklärt die Satzungen, die es in Tübingen für die Altstadt sowie für die Stadtteile zum Schutz historischer Bausubstanz und des Ortsbilds gibt.

Chancen und Grenzen

Die Expertin stellt Ziele, Leistungsfähigkeit und Zusammenwirken von Satzungen dar, nennt aber auch Grenzen. Zudem geht sie der Frage nach, an welchen Stellen Erhaltungssatzungen sinnvolle städtebauliche Ergänzungen auch hemmen können.

Bürgerinfo mit Fragerunde

Nach dem Vortrag können interessierte Zuhörer an einer Fragerunde mit der Expertin teilnehmen. Veranstalter des Abends sind die Bürgergemeinschaft Durlach und Aue, das Stadtamt Durlach und das Stadtplanungsamt.

Informationsabend zum Thema „Schutz der Altstadt Durlach“: Montag, 24. Juni 2019, 19 Uhr, im Bürgersaal des Durlacher Rathauses.