Die neuen Professuren am KIT sollen unter anderem dazu beitragen, dass KI-basierte Systeme in Zukunft besser vor Hackerangriffen geschützt werden können. | Foto: Deck

Zwei neue Professuren

Schutz vor Hackerangriffen: KIT rüstet bei Forschung zu Künstlicher Intelligenz auf

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Am KIT in Karlsruhe entstehen zwei neue Professuren. Diese sollen sich unter anderem damit befassen, dass auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Systeme in Zukunft besser vor Hackerangriffen geschützt werden können. Sechs Millionen Euro investiert das Land Baden-Württemberg in die KI-Forschung an seinen Universitäten.

Ein „folgerichtiger“ Schritt findet auch Professor Jörn Müller-Quade, Leiter der Arbeitsgruppe Kryptographie und Sicherheit am KIT. KI-Methoden könnten helfen, IT-Systeme sicherer zu machen, erwartet der Professor laut einer Presseinformation des KIT. Aber es werde auch heute noch unbekannte Angriffe mit Künstlicher Intelligenz geben. Angriffe würden in Zukunft erfolgreicher sein, weil man mittels KI automatisiert aus vergangenen Angriffen lernen könne, vermutet Müller-Quade. Auch KI-Systeme selbst könnten neuartige Angriffe erlauben. Daher müssten dringend neue Methoden erforscht werden, um Angriffe mit oder auf KI-Systeme einzudämmen.

Ministerium fördert vier Jahre lang

Die in Karlsruhe entstehenden Professuren werden sich laut KIT mit dem Schutz KI-basierter Systeme vor Hackerangriffen und mit KI-Methoden in der Materialwirtschaft befassen. Auf dem Feld der Materialwirtschaft helfe Künstliche Intelligenz etwa dabei, zehntausend Mal mehr mögliche neue Materialien für beispielsweise Handy-Displays oder Batterien zu prüfen, als dies mit anderen Methoden möglich wäre.

Die beiden Juniorprofessuren sollen baldmöglichst besetzt werden. Sie seien laut KIT auf bis zu sechs Jahre angelegt. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fördere für vier Jahre mit 150.000 Euro jährlich. Der eigene Beitrag des KIT belaufe sich auf 300.000 Euro je Professur im fünften und sechsten Jahr.

KIT bei Künstlicher Intelligenz „stark aufgestellt“

„Der Einsatz Künstlicher Intelligenz bringt Veränderungen in allen Lebensbereichen, die wir zum Wohle der Gesellschaft gestalten müssen“, sagte der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka, laut Pressemeldung. KI werde auch für die Forschung selbst eine herausragende Rolle spielen. Materialwissenschaft und KI-Sicherheit seien dabei zwei Themen, auf die sich das KIT mit den beiden neuen Juniorprofessuren konzentriere. Dabei sei das KIT „stark aufgestellt“: Die Risiken in Bezug auf Cybersicherheit und Datenschutz hätten Experten am KIT seit langem im Blick. „Wir arbeiten daran, die Chancen von KI und deren Gefahren für die IT-Sicherheit in Einklang zu bringen“, so Hanselka.

Vor Kurzem hatte ein bundesweiter Cyberangriff, bei dem persönliche Daten mehrerer Politiker und Prominenten veröffentlicht wurden, für Aufsehen gesorgt. Ein 20-Jähriger hat die Tat inzwischen gestanden. Er habe „seinem Ärger auf Politiker und Prominente Luft machen wollen“, sagte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk der dpa.