Reisebusunfall auf A5 bei Karlsruhe
Der Reisebus nach dem Unfall mit dem Müllfahrzeug. | Foto: jodo

Reisegruppe aus Bayreuth

A5 bei Karlsruhe: Bei Reisebusunfall starb 30-Jährige

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Bei einem schweren Verkehrsunfall mit einem Reisebus ist am frühen Mittwochmorgen eine 30-jährige Reiseleiterin gestorben. Die Sperrung der Autobahn in Fahrtrichtung Süden ist mittlerweile wieder aufgehoben worden. Es gibt jedoch nach wie vor erhebliche Verkehrsbehinderungen in der Region.

 

Bei dem Zusammenprall des Reisebuses mit einem Müllfahrzeug gegen 6:30 Uhr wurden außerdem zwei Frauen schwer verletzt. Eine der Beiden schwebt noch in Lebensgefahr. 29 Personen seien leicht verletzt worden.

Unfallursache muss noch geklärt werden

„Nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde ein Sachverständiger zur Klärung des Unfallhergangs eingeschaltet“, so Peter Roth, Leiter der Verkehrspolizei bei der Pressekonferenz der Berufsfeuerwehr am Mittwoch Morgen. Bisher ergaben die Ermittlungen folgenden Unfallhergang: Zwischen dem Autobahndreieck Karlsruhe und der Anschlussstelle Ettlingen fuhren ein Sattelzug und ein Mülltransportfahrzeug vor dem Bus auf dem rechten Fahrstreifen. Kurz vor der Anschlussstelle Ettlingen bremste der Fahrer des Sattelzuges ab und in der Folge auch der Fahrer des Mülltransportfahrzeuges. Der 62-jährige Busfahrer erkannte dies zu spät und prallte, trotz Vollbremsung und Ausweichmanöver, mit der rechten Fahrzeugseite gegen das Heck des Vorausfahrenden und schob diesen auf den Sattelzug.

Der Fahrer des Mülltransportfahrzeuges sowie sein Beifahrer wurden leicht verletzt. Mit einem Ersatzbus wurden die Leichtverletzten in ein Krankenhaus gefahren, behandelt und anschließend betreut. Die Autobahn wurde am Morgen ab der Anschlussstelle Karlsruhe-Mitte voll gesperrt. Es bildeten sich lange Staus auf den Autobahnen A5 und A8. Auch die Umleitungsstrecken waren überlastet. Gegen 09.30 Uhr wurde der aufgestaute Verkehr auf dem linken Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeigeführt. Nach der Bergung der Reisebusses und der notwendigen Reinigung der Fahrbahn konnte gegen Mittag die Sperrung aufgehoben werden. Auf der B3 und der A5 müssen Autofahrer weiter mehr Zeit einplanen. Neben 30 Einsatzkräften der Polizei waren noch die Feuerwehr mit 50 Mann und der Rettungsdienst mit 30 Fahrzeugen und 60 Hilfskräften im Einsatz.

Busunternehmen aus Bayreuth

Das Busunternehmen stammt aus Bayreuth und ist unter anderem auf Musical- und Städtereisen spezialisiert. Die Reisegruppe umfasste 28 Menschen und war unterwegs zu einer Rundreise in Frankreich. Die meisten Fahrgäste kamen aus der bayerischen Region Bayreuth. Allerdings machte der Busfahrer immer wieder Halt, um weitere Mitreisende einzusammeln. Der Busfahrer konnte bisher nicht vernommen werden, da er seit dem Unfall unter Schock steht.

Weniger Gaffer – aber Rettungsgassen-Verstöße

Pressekonferenz zum Unfall am Morgen: Von links Peter Roth, Leiter Verkehrspolizei und Florian Geldner, Leiter Branddirektion
Pressekonferenz zum Unfall am Morgen: Von links Peter Roth, Leiter Verkehrspolizei und Florian Geldner, Leiter Branddirektion | Foto: Westermann (BNN)

Bei der Pressekonferenz lobte die Polizei, dass es weniger Gaffer als bei Großunfällen in der jüngeren Vergangenheit gab. Die Rettungsgasse stellt sich aber immer noch als problematisch dar: Es gab 120 Verstöße bei denen die wichtige Durchfahrt für Helfer nicht gebildet wurde. Direkt nach dem Unfall wurde mit einem Videofahrzeug der Verkehrspolizei Karlsruhe die Bildung einer Rettungsgasse auf den Autobahnen A5 und A8 überwacht. Die 120 Fahrzeuglenker müssen mit einer Anzeige rechnen.