Modernes Bad: Derzeit wird das Fächerbad noch umgebaut. Ab November sollen die Preise erhöht werden. Für regelmäßige Badebesucher wird das Schwimmen dann deutlich teurer. | Foto: Sandbiller

Fächerbad erhöht Preise

Schwimmer kostet Badespaß bald mehr

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Katharina Niederer ärgert sich: „Diese Preiserhöhung geht gar nicht“, sagt die passionierte Schwimmerin. Seit Jahren zieht sie zweimal pro Woche frühmorgens im Fächerbad ihre Bahnen – das wird für sie ab November nun deutlich teurer. „Aufs ganze Jahr gesehen werde ich in Zukunft etwa dreimal so viel zahlen müssen“, hat Niederer hochgerechnet.

Zehner-, Monats- und Jahreskarten fallen weg

Nach Angaben des Leiters der Bäderbetriebe, Oliver Sternagel, wird die Tarifstruktur des Fächerbads an die der anderen Karlsruher Schwimmbäder angepasst. Für den Unmut einiger Badegäste hat Sternagel zwar Verständnis, sagt aber auch: „Entsprechende Qualität hat eben ihren Preis.“ Künftig sollen Zehner-, Monats- und Jahreskarten wegfallen – etwas, das in erster Linie regelmäßige Schwimmer wie Katharina Niederer trifft.

432 statt 145 Euro im Jahr

Bislang zahlte sie für ihre „Jahreskarte früh“ 145 Euro im Jahr. Nutzer dieser Karte dürfen das Fächerbad täglich nutzen, Voraussetzung ist aber, dass sie spätestens zwei Stunden nach Bad-Öffnung die Kasse passieren. Damit soll nun Schluss sein. „Für mich bliebe in dem Fall nur der Einzeleintritt von 4,50 Euro für zwei Stunden“, sagt Katharina Niederer, die im Fächerbad ihr regelmäßiges Triathlon-Training absolviert. So käme sie nach eigenen Angaben aber auf 432 Euro im Jahr.

Ältere Badegäste besonders betroffen

Besonders trifft es ihren Beobachtungen nach auch ältere Badegäste, die täglich zum Schwimmen kommen. Für sie wird es künftig keine Vergünstigungen mehr geben. Ingrid Sauer ist eine von ihnen. Sie geht täglich ins Fächerbad. „Das Wasser ist mein Lebenselixier“, sagt die 83-Jährige. Sie würde die neuen Preise wohl zähneknirschend zahlen, weiß aber auch, dass das nicht für jeden so einfach finanziell zu stemmen ist. Hier entgegnet Bäderchef Sternagel: „In solchen Fällen gibt es immer noch den Karlsruher Pass, der einen verbilligten Eintritt ermöglicht.“ Zudem verweist er auf das Grötzinger Schwimmbad, in dem der Eintritt frei sei.

Die Bäder müssen unterhalten und finanziert werden

Dass die Preiserhöhung besonders die regelmäßigen Schwimmer dennoch hart trifft, will er gar nicht schönreden. „Dennoch muss das alles auch wirtschaftlich sein“, sagt Sternagel. Die Bäder müssten unterhalten und finanziert werden. Manche Jahreskarten seien bislang so günstig, da liege ein Eintritt umgerechnet bei gerade mal 50 Cent. „Damit können sie nicht einmal das beheizte Duschwasser bezahlen“, so der Leiter der Bäderbetriebe. Und: „Schwimmen muss auch ein bisschen Geld kosten.“ Sternagel verweist in diesem Zusammenhang auf die sogenannte „Bade-Card“, die es künftig auch für das Fächerbad geben soll. Lädt der Kunde diese mit 100, 200 oder 500 Euro auf, gibt es zwischen zehn und 20 Prozent Rabatt auf den Eintritt.

Als besonderes Bonbon werden laut Sternagel bis zum 24. Oktober noch Jahreskarten verkauft, die bis Ende 2019 gültig sind. Von den neuen Preisen profitieren derweil Leute, die nicht regelmäßig kommen: Sie zahlen für zwei Stunden 4,50 Euro Eintritt. Früher mussten sie sechs Euro bezahlen – egal, wie lange sie blieben.

Baustelle: Neben dem Eingangsbereich werden derzeit die Umkleiden und die Duschen saniert. | Foto: Sandbiller

Derzeit ist das Fächerbad wegen Umbauarbeiten geschlossen. Neben dem Eingangsbereich werden auch die Duschen und die Umkleidekabinen saniert. Zu den Erneuerungen im Wert von 20 Millionen Euro zählt auch das sogenannte Cabrio-Becken, das bereits 2016 eröffnet wurde.

Runder Tisch am 4. September

Bei alldem will die Stadt zeigen, dass sie die Sorgen der Badegäste ernst nimmt. Für den 4. September ist um 17 Uhr im „Haus des Sports“ ein Runder Tisch anberaumt. Dort sollen die Schwimmer ihren Ärger loswerden können, gleichzeitig will die Stadt sich erklären. Katharina Niederer schüttelt darüber den Kopf: „Ein Runder Tisch bedeutet für mich, dass man noch über eine Sache diskutieren kann.“ Die geänderten Preise ab November seien aber wohl ohnehin beschlossen. Bereits ab der Wiedereröffnung ab 10. September gibt es zudem geänderte Öffnungszeiten. Unter anderem soll das Frühschwimmen ab 6 Uhr nur noch dienstags, mittwochs und donnerstags möglich sein, der Freitag fällt weg.

Viele kommen mit gesundheitlichen Problemen

Einer, der die Preiserhöhung nicht mitmachen will, ist Werner Zimmermann. Dreimal in der Woche geht er bislang im Fächerbad schwimmen – auf Anraten seiner Ärzte. Er bedauert die Preiserhöhung. Schließlich kämen viele mit gesundheitlichen Problemen dorthin, sagt Zimmermann. Er will sich künftig ein anderes Bad suchen.