Mit dem Segway geht es im Zoo Karlsruhe von einem Tiergehege zum Nächsten. Hier ein Stopp bei Flusspflerd Kathi, die Karotten frühstückt.
Mit dem Segway geht es im Zoo Karlsruhe von einem Tiergehege zum Nächsten. Hier ein Stopp bei Flusspflerd Kathi, die Karotten frühstückt. | Foto: Starck

Erlebnis für Frühaufsteher

Mit dem Segway durch den Zoo Karlsruhe

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Elefantenkuh Lina schleudert sich mit dem Rüssel eine Ladung Wasser auf den Rücken, dann rennt sie einige Schritte fast wie ein Hündchen hinter Revierleiter Robert Scholz her. Die Zuschauer staunen und lachen, als sie bei der Early-Bird-Tour mit dem Segway durch Stadtgarten und Zoo Karlsruhe morgens um kurz nach acht am Elefantengehege vorbeikommen.

„Lina hat sich sehr gut entwickelt“, erklärt Zoodirektor Matthias Reinschmidt. „Als sie im letzten Jahr zu uns kam, war sie krank und abgemagert.“ Davon ist nichts mehr zu sehen. Als Lina genüsslich ins Wasserbassin steigt, erklärt der Zoodirektor den frühen Besuchern die Pläne für die neue Elefanten-Anlage. „Ich hatte einige schlaflose Nächte wegen der denkmalgeschützten Wege am Gehege. Aber nun wird der Weg zum neuen Elefanten-Gelände darüber verlaufen – im nächsten Jahr werden die Elefanten dreimal so viel Platz haben, wie heute.“

Selbst Neulinge werden schnell Zoo-Tour-Profis

Auch Michael Obert, der als Baubürgermeister auch für den Zoo zuständig ist, lässt sich die Führung per Elektro-Mobil nicht entgehen. „Ich bin schon mal vor Ewigkeiten mit so einem Segway gefahren. Es klappt ganz gut, nur das Stehenbleiben ist nicht so einfach“, lacht er. Für diese Zoo-Tour der anderen Art bekommt jeder Teilnehmer eine Einführung von den Mitarbeitern der Firma CitySeg: Zum Vorwärtsfahren nach vorne lehnen, zum Anhalten nach hinten lehnen. Helm ist Pflicht, Überholen verboten, beide Hände bleiben am Lenker. Freilaufende Tiere, etwa die zahlreichen Enten im Stadtgarten, haben stets Vorfahrt. Innerhalb kürzester Zeit gewinnen auch Neulinge an Sicherheit und fahren enge Kurven oder Wendemanöver.

Mit dem Segway vorbei an den Seelöwen

„Wir müssen besonders auf die Emus Rücksicht nehmen, die sind etwas Segway-scheu. Bitte deshalb jetzt alle auf der linken Seite fahren“, ruft Stefanie Monninger, die zum ersten Mal eine Segway-Truppe im Zoo Karlsruhe begleitet, und die Fahrer drosseln ihr Tempo und reihen sich in einer Schlange hinter ihr ein. Den Seelöwen sind die seltsamen Fahrzeuge dagegen herzlich egal, sie sonnen sich seelenruhig auf ihrem Felsen. Der kleine Neuzugang Gino ist am frühen Morgen noch nicht zu sehen, dafür aber das Jungtier aus dem letzten Jahr, das gerade Milch bei seiner Mutter trinkt. „Der Große, Schnaubende im Wasser ist Bulle Stevie. Er ist doppelt so groß, wie die Weibchen“, erklärt Monninger.

Sieben Kilometer in 90 Minuten

Auf der 90-minütigen Segway-Tour sehen die Tier- und Pflanzen-Freunde auch Kängurus, Erdmännchen oder Löwen. Sogar das wenige Wochen alte Baby-Zebra zeigt sich, Flusspferd Kathy mampft Karotten. Außerdem sorgen jede Menge bunt blühende Pflanzen, hohe alte Bäume oder auch die Skulpturen für das anstehende Lichterfest für einige Aha-Momente. Bei der Tour legen die Teilnehmer eine Strecke von sieben Kilometern zurück. Durch das Fahrttempo bleibt mehr Zeit für spannende Zoogeschichten.

Stefanie Monninger, die zum ersten Mal eine Segway-Truppe im Zoo Karlsruhe begleitet. Im Hintergrund die Zebras, samt dem Baby-Zebra.
Stefanie Monninger, die zum ersten Mal eine Segway-Truppe im Zoo Karlsruhe begleitet. Im Hintergrund die Zebras, samt dem Baby-Zebra. | Foto: Starck

Unterhaltsamer und lehrreicher Segway-Besuch im Zoo Karlsruhe

Für 59 Euro Fahrtpreis erhalten die Besucher zusätzlich ein Tagesticket für den Zoo, sowie jede Menge Infos zur Geschichte des Zoologischen Stadtgartens, etwa den dramatischen Brand im Streichelzoo, zu den Gewohnheiten der Tiere (Zwergflamingos sind not amused über Segways, Kubaflamingos dagegen reagieren cool) sowie über die Zukunftspläne des Zoos: etwa, dass die Nilpferde vom Umbau des Elefanten-Domizils profitieren sollen, indem sie nachts deren Außenfläche benutzen dürfen.

Auch Jugendliche können mitfahren

Die Segway-Tour am frühen Morgen auch für Jugendliche interessant, denn sie dürfen schon ab zwölf Jahren mitfahren, da der Zoo ein Privatgelände ist. Auf öffentlichen Straßen müssen Minderjährige sonst einen Mofa-Führerschein vorweisen, um Segway fahren zu dürfen.

von Nina Setzler