Sind das tatsächlich Charlie Watts, Keith Richards, Mick Jagger und Ron Wood? Oder handelt es sich bei den Herren um Doppelgänger? | Foto: dpa

Doppelgänger oder echt?

Das Rätsel um die Rolling Stones

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Neulich traf ich nach Jahren mal wieder meinen uralten Freund Harry. Harry war früher in der Konzertveranstalterbranche tätig. Er ist ein ganzkörpertätowierter, windiger Geselle, der dicke Schlitten fährt und aus unerfindlichen Gründen immer sehr gut gelaunt ist. Vielleicht liegt’s an dem Traubenzucker, den er stets mit sich führt und von Zeit zu Zeit zu sich nimmt …

Seit 20 Jahren Doppelgänger

Natürlich hatten wir nur ein Gesprächsthema: Die Rolling Stones kommen im Sommer nach Stuttgart und ich fragte ihn, ob ich mir lieber die Karten für 1 245 Euro direkt vor der Bühne oder nur die billigen für 240 Euro auf der Tribüne kaufen sollte. Kurz stutzte er, dann sagte er: „Aber Du weißt schon, dass da seit über 20 Jahren nur Doppelgänger auf der Bühne stehen?“

„Keith hat sich verbarrikadiert“

Jetzt war es an mir zu stutzen und ich sagte: „So ein Quatsch! Wer hat Dir denn das erzählt?“ Harry blickte mir tief in die Augen und meinte: „Behalt das ja für Dich, Kumpel, aber Keith Richards hat sich schon seit den 90ern in seinem Landhaus bei New York verbarrikadiert. Bei öffentlichen Auftritten lässt er sich von einem Schotten, der früher als Erschrecker in einer Geisterbahn jobbte, vertreten.“

„Die Musik kommt vom Band“

„Und wer spielt auf der Bühne Gitarre?“, fragte ich. „Die Musik kommt seit 1990 vom Band“, sagte Harry. „Deshalb gibt es auch immer und immer wieder die 25 gleichen Songs zu hören. Mehr haben sie live leider nicht aufgenommen.“

„Die Falten sind geschminkt“

Was denn mit Mick Jagger wäre, wollte ich jetzt wissen. „Der Jagger-Darsteller ist bei der aktuellen Tour ein 21-jähriger Balletttänzer aus Japan, dem vor jedem Konzert in einer mehrstündigen Aktion tausend Falten ins Gesicht geschminkt werden. Du hast doch nicht wirklich geglaubt, dass ein über 70-Jähriger noch so kindisch herumhüpft?“ Der echte Jagger, so Harry, lebe mit seiner 19-jährigen Freundin zurückgezogen auf einem seiner Schlösser in Südfrankreich.

„Charlie ist eine Maschine“

Kaum traute ich mich, nach den beiden anderen zu fragen, als Harry schon mit der Erklärung rüberkam. „Der Ron-Wood-Klon ist einer von Rons Enkeln und der Drummer, den alle für Charlie Watts halten, ist seit Jahrzehnten ein Roboter. Charlie sitzt ja eh immer gleich hinter seinem Schlagzeug, da fiel es nicht schwer, einen künstlichen Ersatz zu finden.“ In diesem Moment wachte ich schweißgebadet auf. Alles war nur ein böser Traum gewesen. Obwohl – manchmal glaube ich fast auch, dass es so sein könnte, wie Harry erzählte…

 

Und so war’s 2017 in Hamburg: