Freibäder - Sonnenbad
Die Karlsruher Freibäder hier das Sonnenbad - sind auf Erfolgskurs. | Foto: Sandbiller

Stadt über Bundesschnitt

Sommer beflügelt Karlsruher Freibäder

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In dieser letzten Woche der Schulferien sind noch sämtliche Karlsruher Freibäder geöffnet – wobei bereits jetzt klar ist: Die Saison war erfolgreich.

Mit bisher 573.167 Besuchern übertrifft man das Ergebnis vom Vorjahr mit 435.563 Gästen um 32 Prozent. Rappenwört – mit 177.550 Besuchern der größte Magnet – legte um 38 Prozent zu.

Spitzentag der Freibäder war der 5. August

Rüppurr verbuchte ein Plus von 41 Prozent, das Turmbergbad wuchs um 33 Prozent. Das Sonnenbad steigerte sich um zwölf Prozent. Spitzentag war der 5. August: Da wurden in den Freibädern fast 20.000 Besucher gezählt.

„Natürlich sind wir sehr wetterabhängig. Insofern erklärt der Sommer diese Bilanz“, sagt Bäderchef Oliver Sternagel. Das Sonnenbad mit seinen vielen Stammbesuchern sei am wenigsten auf Sonne satt angewiesen.

Sonnenbad bis 1. Advent offen

Diese Einrichtung schließt erst zum 1. Advent, während selbst bei anhaltender Wärme die sonstigen Freibäder am Sonntag letztmals für diese Saison ihre Tore öffnen. „Das hat wirtschaftliche und personelle Gründe“, erläutert Sternagel.

Das von einem Förderverein betriebene Wölfle ist bis 30. September in Betrieb, dessen Zahlen fallen nicht in die Statistik der Bäderbetriebe. Rappenwört öffnet am 16. September nochmals für das Hunde-Schwimmen.

600.000 Besucher erwartet

Sternagel geht davon aus, dass am Ende der Freibadsaison etwa 600.000 Besucher verbucht sein werden. Unerreicht sind damit die Zahlen des Jahrhundertsommers 2003. Damals zählten die Freibäder mehr als 800.000 Gäste.

Das Turmbergbad jedoch übertrifft in dieser Saison die Werte von vor 15 Jahren. Sternagel sieht darin eine Bestätigung der Investitionen. „Wir können nicht nur sanieren, wir müssen ebenso attraktiv bleiben“, nennt Sportbürgermeister Martin Lenz einen Grundsatz.

Sternagel setzt auf das Besondere

Das Turmbergbad beispielsweise erhielt eine breite, wellenförmige Rutsche. Beim Publikum kommt sie sehr gut an. „Wir hätten eine kleinere für 10.000 Euro weniger kaufen können“, so Sternagel.

Beim Europabad setzt er ebenso auf das Besondere, bald wird dort eine Spinnenrutsche eröffnet. Selbst aus Frankreich kommen viele Besucher. Das Spaßbad schreibt eine schwarze Null.

Kostendeckung weit über Bundesschnitt

Insgesamt liegt der Kostendeckungsgrad bei den Karlsruher Bädern bei über 65 Prozent. Im Bundesschnitt werden 30 Prozent erreicht.

Auch Karlsruhe lag 2002 noch bei 36 Prozent – steigerte sich dann aber deutlich. Den Grund hierfür sieht Faris Abbas vom Team Lenz im Karlsruher Bäderkonzept. Es sei gelungen, die Bäder nach Schwerpunkten und Zielgruppen zu positionieren.

System gleicht riesigem Mobile

„Die Bäderlandschaft ist in sich abgestimmt, deshalb erreichen wir viele.“ Immerhin verbucht Karlsruhe jährlich 1,5 Millionen Badebesucher – bei gut 300.000 Einwohnern.

Das System gleiche einem riesigen Mobile, so Abbas. „Wenn ein Bad mal schwächelt, fangen das andere Bäder auf.“ Lenz spricht vom Karlsruher Weg. „Somit bekommt auch Neureut sein neues Bad.“

Zuschuss ist konstant

Und der Zuschuss für die städtischen Bäder liege seit Jahren bei fünf Millionen Euro. Anders als in anderen Kommunen seien Bäderschließungen kein Thema.
Obwohl auch Karlsruhe in diesem Sommer unter Personalmangel in den Freibädern litt, seien dennoch – anders als andernorts – tageweise Schließungen nie eine Option gewesen. „Wir konnten zudem nach Öffnung der Freibäder die Hallenbäder offen lassen“, so Sternagel.

Keine gravierenden Unfälle

Für die Sicherheit sei ausreichend gut geschultes Personal zentral. „Zum Glück gab es keinerlei gravierende Unfälle.“ Dennoch müssten die Aufsichten heute häufiger ins Becken springen und Gästen zu Hilfe eilen. „In Rappenwört kam das an einigen Tagen drei, vier Mal vor.“

Zudem beobachte man „sorglose Eltern“, die selbst Kleinkinder alleine ließen. „Da herrscht die Mentalität, wir haben Eintritt bezahlt, also kümmert euch“, so Sternagel. Er berichtet von einem Vorfall im Turmbergbad: Dort harrte ein kleines Mädchen 20 Minuten an der Kasse aus, bis sich die Mutter fand. Diese hatte zwar die Durchsage gehört, dass eine Dreijährige ihre Mama vermisse. Da ihre Tochter aber erst zwei sei, habe sie nicht reagiert.