WENN’S UMS GELD GEHT suchen viele erfolgreiche Gründer den Weg zur Sparkasse Karlsruhe. Im vergangenen Jahr haben die Karlsruher gleich vier Jungunternehmen aus der Region, die bei Wettbewerben reüssierten, betreut. | Foto: Fabry

Erfolgreiche Jungunternehmen

Sparkasse Karlsruhe gewinnt mit ihren Gründern

Anzeige

Es ist ein bisschen wie mit Kindern: Wenn man sich um sie kümmert und sie fördert, können sie einmal erfolgreich ihren Weg gehen. Was bei Eltern der eigene Nachwuchs ist, sind bei der Sparkasse Karlsruhe Jungunternehmen. Ein vierköpfiges Team kümmert sich speziell um die Gründungsberatung – und fuhr 2018 einen schönen Erfolg ein. Von 375 Firmen, die sich um den Landespreis für junge Unternehmen beworben hatten, kamen mit Nanoscribe, ViGEM und MP Mobiler Pflegedienst gleich drei aus der Region aufs Siegertreppchen – alle sind sie Kunden der Sparkasse Karlsruhe. Das gilt auch für die Firma Ineratec, die auf Bundesebene den Deutschen Gründerpreis bekam. Von „einem schönen Highlight“ spricht Sparkassenchef Michael Huber im Bilanz-Pressegespräch mit den BNN.

„Wir haben nie ein Profitcenter aus der Gründerberatung gemacht“, sagt er. „Die Kalkulation ist auf lange Sicht.“ Die Loyalität dieses Sparkassen-Nachwuchses sei groß. So gibt es einige mittelständische Aktiengesellschaften in der Region, deren Gründer einst bei der Sparkasse angeklopft hatten.

2018 begleitete das Institut 43 (2017: 40) Existenzgründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit – für gut jede zweite Anfrage gab es von den Sparkässlern grünes Licht. Bei der Akquise hat die öffentlich-rechtliche Bank gleich mehrere Vorteile: Sie ist Marktführerin, gut in Gründernetzwerken wie dem Cyberforum verankert und versucht schon bei Jugendlichen wirtschaftliches Interesse zu wecken. Aktuelles Beispiel ist das Existenzgründer-Planspiel. „Gründerförderung ist Teil der DNA der Sparkasse Karlsruhe“, erinnert Huber an deren 207-jährige Geschichte.

Sind Kinder erst einmal erwachsen, geht es in der Konsequenz um mehr Geld. Um im Bild zu bleiben: Der Kreditbestand von Unternehmen und Selbstständigen erhöhte sich um 10,30 Prozent auf 3,302 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Bei den Südwest-Sparkassen lag das Plus im Durchschnitt nur bei 5,64 Prozent. Das erneute zweistellige Wachstum des Karlsruher Instituts ist bemerkenswert, weil der Wettbewerb um Firmenkunden in der Baden-Metropole groß ist. Dort sind auch die Großbanken sehr aktiv. „Flexibilität, kurze Entscheidungswege und Detailkenntnisse“ nennt Huber als Gründe für den Erfolg seiner Mannschaft.

Auch „um in der Wüste der Niedrigzinsen zu überleben“, setzt das Kreditinstitut bekanntlich bis 2025 seinen Sparkurs fort: das heißt Mitarbeiterabbau per Fluktuation und Filialschließungen. „Wir sind zwei Jahre im Voraus“, sagt Huber. Die Kostensituation habe sich deutlich verbessert. Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt nun bei 82,487 (2017: 78,588) Millionen Euro. Gemessen an der Durchschnittlichen Bilanzsumme rangieren die Karlsruher hier im Vergleich der 18 größten Sparkassen des Südwestens auf Platz drei.

Sparkasse Karlsruhe schaltet weitere Geldautomaten nachts ab

Anders als bei anderen Banken gebe es „keine Strategie“, die Zahl der Geldautomaten zu reduzieren. Bekanntlich werden diese tendenziell weniger frequentiert, auch weil man sich an der Supermarktkasse Bargeld auszahlen lassen kann. Die Sparkasse schaltet aber zunehmend nachts Selbstbedienungsgeräte ab, da diese zu später Stunde kaum genutzt worden seien. So ließen sich Kosten einsparen und die Umwelt durch nicht verbrauchten Strom schonen. Von 280 SB-Geräten werden derzeit 120 ganz oder teilweise zwischen 23.30 und 5.30 Uhr abgeschaltet. In diesem Jahr sollen weitere 90 Geräte folgen.

Groß geworden sei mittlerweile die Internetfiliale der Sparkasse. Mit ihr könne man mit Internetbanken gut mithalten. Inzwischen werden über sie mehr Girokonten eröffnet, als auf der stärksten klassischen Filiale. Huber geht nun den nächsten Schritt: Im Sommer soll das „Digitale Beratungscenter“ als eigene Vertriebseinheit auf dem Markt kommen. Die zunächst drei Berater würden dann auf die online-begeisterte Kundschaft zugehen. Teil des Konzepts ist ein Video-Chat: Der Kunde sieht auf seinem Bildschirm das Gesicht des Betreuers und die Dokumente zum Sparkassen-Produkt. Gerade Kunden, die auf Zeit im Ausland tätig sind oder die täglich zur weit entfernten Arbeitsstätte pendeln, könne man mit dem Digitalen Beratungscenter ansprechen. Huber sagt, er sehe hier „ordentlich Potenzial“.

Noch ein Blick auf die Passivseite der Bilanz. Es wird weiter fleißig gespart bei der Sparkasse – auch das ist bekanntlich Teil ihrer DNA. Die Kundeneinlagen stiegen um 5,82 Prozent auf insgesamt 6,306 Milliarden Euro. Privatkunden haben davon einen Anteil von beträchtlichen 5,013 Milliarden Euro.