Festivalstimmung herrscht bei den Karlsruher Schlosslichtspielen, die seit 2015 jedes Jahr im Sommer stattfinden. Dabei wird das Schloss, wie auf diesem Foto aus dem vergangenen Jahr, zur Leinwand für beeindruckende Projektionskunst. | Foto: jodo

Shows bis zum 9. September

Spektakuläre Projektionskunst: Am Samstag starten die Karlsruher Schlosslichtspiele

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Das Schloss wird wieder zur Leinwand: Spektakuläre Shows unter freiem Himmel bieten ab Samstag wieder die Karlsruher Schlosslichtspiele. Der Eintritt ist frei.

Eine ägyptische Tempelanlage in direkter Nachbarschaft zur Karlsruher Pyramide. Riesige Bücher, die wie von Geisterhand über die Fassade des Schlosses gezogen werden. Lavamassen, die das barocke Bauwerk unter sich begraben. Spannende, beklemmende, sowohl vergnügt als auch nachdenklich stimmende Projektionskunst: All das gab es bei den Karlsruher Schlosslichtspielen in den vergangenen drei Jahren zu sehen.

250 000 Besucher

Eine Viertelmillion Besucher lockten die aufs Schloss projizierten Kunstwerke allein im vergangenen Jahr. Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein volles Programm: Da wäre zum Beispiel die Arbeit „I’mmortal“, bei der akrobatische Kunststücke an der Schlossfassade zu sehen sind. Dafür hat die ungarische Künstlergruppe Maxin10sity mit den Akrobaten der Recirquel Company aus Budapest kooperiert. Die Installation zeigt die Geschichte von Asheem, einem Zirkusartisten, der nach einem Sturz Unsterblichkeit erlangt.
Tanzende Hände spielen in Jonas Denzels Installation „Hands-on“ auf dem Schloss wie auf einem gigantischen Klavier. Sie klopfen, reiben und klatschen auf die Schlossfassade und animieren das Publikum, mitzumachen. Der Sound wird nur durch Elemente des Schlosses wie Fenster, Regenrinnen und Wände sowie durch Körper-Percussion erzeugt.

Von früher bis heute

Um vergessene Dinge geht es in der Arbeit des ungarischen Künstlers László Zsolt Bordos. Für seine neue Show „Memories“ schafft er einen imaginären Speicherort, an dem seine persönlichen Erinnerungen abgelegt sind. Er arbeitet mit Datenvisualisierungen und Glitches (englisch für „Störung“), die für ihn die perfekte Darstellung vergessener Geschehnisse sind.
Zum ersten Mal mit einer Arbeit bei den Schlosslichtspielen vertreten ist das Künstlerkollektiv Global Illumination. In dem Werk „The Objects of the Mind“ geht es um den digitalen Wandel. Die Show beginnt mit der Ära der analogen Maschinen und führt bis zu künstlichen neuronalen Netzen.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Auch ein Wiedersehen mit den Highlights der vergangenen Jahre ist im Programm der Schlosslichtspiele vorgesehen. So werden die Schlosslichtspiele am Samstag mit „300 Fragments“ von Maxin10sity eröffnet, das bereits im Eröffnungsjahr gezeigt wurde. An dem Wochenende vom 10 bis 12. August gibt es in einem Maxin10sity-Spezial alle ab 2015 gezeigten Lichtspiel-Werke des Künstlergruppe in einem Rutsch zu sehen. Mit „Reverb“ ist außerdem eine schöne Arbeit von Bordos erneut dabei.
Programm und weitere Infos unter www.schlosslichtspiele.info

Premiere feiern die Schlosslichtspiele am Samstag, 28. Juli. An diesem Tag sind die Shows zwischen 22 und 0.30 Uhr zu sehen. Ab dem 29. Juli laufen sie ab 22 Uhr, ab dem 3. August schon ab 21.30 Uhr. Vom 17. August an gehen die Shows schon um 21 Uhr los, und ab dem 31. August sind die Projektionen ab 20.30 Uhr zu erleben. Vorführungsende ist außer am Eröffnungstag immer um 23.30 Uhr. Am 4. August gibt es wegen der Kamuna keine Vorführung. Die Gastronomie öffnet jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, mit einem „Wir-lassen-das-Schloss-leuchten“-Bändchen für fünf Euro können Besucher einen Beitrag zur Finanzierung leisten.