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Der Schiedsrichter stellte den GSK-Spieler mit Rot (wie auf diesem Symbolbild) vom Platz. Der packte ihn daraufhin am Kragen. | Foto: imago-images

B-Klasse

Karlsruher Amateurfußballer nennt Gegenspieler „Blacky“ und wird handgreiflich – Spielabbruch

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Bei einem Spiel in der Karlsruher B-Klasse ist am Sonntag der Kapitän des ASV Hagsfeld II von seinem Gegenspieler rassistisch beleidigt worden. Damit nicht genug. Der Spieler des GSK Karlsruhe II ging nach seiner Roten Karte auch auf den Schiedsrichter los. Die Folge: Spielabbruch. Der Fall liegt jetzt beim Verband.

„Blacky!“ Simon Gherezghiher, der Kapitän des ASV Hagsfeld II, hat das Wort noch genau im Ohr, das ihm von seinem Gegenspieler am Sonntag in der Partie beim GSK Karlsruhe II entgegengeschleudert wurde.

Eine Bemerkung mit Folgen, weil sich der 23 Jahre alte Fußballer mit eritreischen Wurzeln darüber beim Unparteiischen beschwerte – und der Referee in der Folge von dem GSK-Akteur selbst angegangen wurde. Die B-Klasse-Partie wurde daraufhin abgebrochen.

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GSK-Spieler: Das war dumm von mir

„Das war Frust und dumm von mir“, gibt der GSK-Spieler, der anonym bleiben will, gegenüber dieser Redaktion sowohl den Angriff auf den Unparteiischen als auch die Beleidigung zu. Er sei aber selbst Ausländer und habe das Wort nicht rassistisch gemeint. Dass es aber in diesem Kontext rassistisch ist, habe ihm auch ein Freund aus Gambia deutlich gemacht.

Auch Murat Genç, einer der Trainer des GSK, verurteilt die Wortwahl seines Schützlings: „Wir tolerieren das nicht.“ Die GSK-Teams mögen zwar nicht immer die ruhigsten seien, „aber diskriminierende Äußerungen gibt es bei uns nicht“, stellt Genç klar.

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Uneinigkeit über den genauen Wortlaut

Auslöser des Abbruchs war eine Szene aus der 56. Minute: Die Gäste aus Hagsfeld führen mit 3:0. Der ASV hat gerade selbst einen Spieler wegen Nachtretens mit Rot verloren. Gherezghiher blockiert den Freistoß, dann fällt die Beleidigung. „Verpiss dich, Blacky!“ oder „Geh zur Seite, Blacky!“

Nur in diesem Detail gehen die Aussagen der Akteure auseinander. Gherezghiher beschwert sich beim Schiedsrichter. Der GSK-Spieler reagiert mit Unverständnis und fragt, was an Blacky rassistisch sei. Der Unparteiische zeigt ihm die Rote Karte. Der Spieler packt den Referee am Kragen. Die Folge: Spielabbruch.

Ich konnte das nicht auf mir sitzen lassen

Simon Gherezghiher, Kapitän des ASV Hagsfeld II

Gherezghiher sieht die Situation nüchtern. Er habe mit seinem Team gesprochen. „Die wissen, ich habe ein dickes Fell“, sagt Gherezghiher. Er will auch nicht, dass ein schlechtes Bild vom GSK entsteht, sagt aber: „Ich konnte das nicht auf mir sitzen lassen.“

GSK-Abteilungsleiter kündigt Konsequenzen an

Der GSK-Abteilungsleiter, Murat Dede, habe sich bereits bei ihm entschuldigt. Dede kündigt Konsequenzen an: „So was dulden wir nicht!“ Was mit dem eigenen Spieler passiert, ist unklar. Der Vorstand will am Freitag beraten. Einspruch gegen die Wertung ist für Dede keine Option: „Ich bin selbst Schiedsrichter und hätte auch abgebrochen.“

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Badischer Fußballverband verweist auf laufendes Verfahren

Der Badische Fußballverband (bfv) bestätigt den Abbruch, den insgesamt dritten in der Hinrunde im Kreis Karlsruhe. Details nennt der Verband nicht. Grund sei das laufende Verfahren. „Der Schiedsrichter selbst möchte sich nicht öffentlich äußern“, teilt der bfv mit.