Stadtflitzer
Startbereit am Straßenrand steht der Stadtflitzer, den Ulrike Fessler-Ertl in der Oststadt mit ihrer Teilnehmerkarte öffnet. 100 dieser flexibel buchbaren Car-Sharing-Fahrzeuge ergänzen inzwischen den städtischen Verkehrsmix. Meistens werden sie nur zehn bis 20 Kilometer weit bewegt. | Foto: jodo

Car-Sharing

Stadtflitzer decken in Karlsruhe Kurzstrecken ab

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Jedes zehnte Car-Sharing-Auto von Stadtmobil Karlsruhe ist nicht mehr an eine feste Station gebunden. Das Zusatzangebot kommt bei den Nutzern gut an.

100 Stadtflitzer sind unterwegs

Der rote Pfeil im Karlsruher Stadtplan auf dem Smartphone erinnert an ein dreieckiges Segel in einem Kringel. Er zeigt an, wo in diesem Moment der nächste Stadtflitzer steht. 100 dieser Car-Sharing-Autos von Stadtmobil Karlsruhe können spontan für Fahrten genutzt werden und müssen nicht an den Ausgangsort zurückgebracht werden.

Schwarm schwimmt

50 Stadtflitzer sind seit Juli 2018 am Start, im zurückliegenden Sommer verdoppelte der Anbieter die Zahl auf einen Schlag. Der Schwarm schwimme seither „problemlos“, so die aktuelle Bilanz des Stadtmobil-Geschäftsführers Gunnar Petersohn. Die Fahrzeuge werden ihm zufolge so abgestellt, dass andere Interessenten sie weiter bewegen – und die Nutzung wachse weiter.

Grünes Licht zeigt: Dieser Stadtflitzer ist frei

17.000 private Teilnehmer und 1.000 gewerbliche Kunden verfügen inzwischen gemeinschaftlich über rund 1.000 Stadtmobil-Fahrzeuge. Jedes zehnte ist also nicht an eine Station gebunden. Steht ein roter Stadtflitzer frei buchbar am Straßenrand geparkt, erkennt man das an einem grünen Licht hinter der Frontscheibe.

Teilnehmer können ihn direkt beim Vorbeigehen übernehmen oder bis zu eine halbe Stunde im Voraus reservieren. Das ist eine weitere Komponente im urbanen Verkehrsmix der Stadt, die anstrebt, den Anteil von Autos zu reduzieren.

Car-Sharing reduziert Autoverkehr

Von Car-Sharing-Angeboten mit festen Stationen sind zwei positive Wirkungen anerkannt. Sie verringern die Zahl zugelassener Autos, weil Haushalte Fahrzeuge gemeinschaftlich nutzen. Und sie reduzieren die Zahl der Kilometer, die Menschen per Auto zurücklegen. Ohne feste Ausleihstationen schrumpfen diese Effekte.

Unsere Stadtflitzer werden überwiegend nahe dem Startpunkt wieder abgegeben

Bei Stadtmobil Karlsruhe hingegen bleibe die positive Wirkung trotz der Stadtflitzer erhalten, erklärt Petersohn: „Unsere Stadtflitzer werden überwiegend nahe dem Startpunkt wieder abgegeben.“ Darüber gibt das Buchungssystem verlässlich Auskunft, ebenso wie über die durchschnittlichen Fahrstrecken. Die seien eher kurz, meist zehn bis 20, auch mal 40 Kilometer. Die Teilnehmer empfänden es als angenehm, dass das Ende der Nutzung offen ist.

Es gibt kein „Tracking“

Wo sich die Fahrten abspielen, bleibt unbekannt. Es gibt kein „Tracking“, also keine Nachverfolgung, betont der Geschäftsführer.

Mit Code und Karte

Ulrike Fessler-Ertl hält ihre Teilnehmerkarte im Scheckkartenformat vor das Lesegerät im Cockpit eines Stadtflitzers in der Oststadt. So öffnet sie die Türen. Dem Handschuhfach entnimmt sie den Schlüssel, nachdem sie einen Code eingetippt hat. So lange sie will, kurvt sie jetzt mit dem Kleinwagen umher, maximal eine Woche lang. Berechnet wird letztlich nach bestem Tarif.

Rückgabe in zwei Gebieten

Das Smartphone oder eine Broschüre im Auto zeigen, in welchen zwei präzise umgrenzten Gebieten Nutzer einen Stadtflitzer wieder abstellen können. Das größere Gebiet umfasst die Stadtteile, die an die Innenstadt angrenzen. Ein kleineres Gebiet bilden zusammen der Kern von Durlach und das nördliche Aue. Dort werden regelmäßig Stadtflitzer an den Grenzen abgestellt. Die Nutzer laufen offensichtlich die restlichen Meter nach Hause.