Das Unternehmen "Fluffy Fairy Games" in Berlin.
Zu Fünft starteten die Gründer von „Fluffy Fairy Games“, mittlerweile beschäftigen sie rund 70 Mitarbeiter. | Foto: pr

Ex-KIT-Studenten starten durch

Start-up „Fluffy Fairy Games“ macht Millionen-Umsätze

Anzeige

Angefangen haben sie in einer Drei-Zimmer-Wohnung, mittlerweile setzen sie täglich 100 000 Euro um. Die fünf ehemaligen KIT-Studenten Janosch Sadowski, Daniel Stammler, Sebastian Karasek, Tim Reiter und Oliver Löffler sind mit ihrer Firma „Fluffy Fairy Games“ praktisch aus dem Nichts durchgestartet. „Wir wollten was Cooles bauen, das Millionen begeistert“, sagt Janosch Sadowski.

Das ist den ehemaligen Wahl-Karlsruhern gelungen, etwa 52 Millionen Menschen haben bereits ihr erstes Spiel „Idle Miner Tycoon“ (siehe Hintergrund) heruntergeladen. Entstanden ist es im Jahr 2016 innerhalb von zwei Monaten in der WG von Stammler und Sadowski. „Uns war wichtig, dass wir es schnell auf den Markt bringen, um zu sehen, ob es bei den Menschen ankommt“, erklärt Wirtschaftsinformatiker Sadowski. Und um gegebenenfalls ein neues Spiel zu entwickeln.

Erfolgreich ohne Marketing

Das war aber gar nicht nötig. Schon nach drei Monaten hatten die fünf jungen Männer laut Sadowski einen Umsatz von 10 000 bis 15 000 Euro täglich, vollkommen ohne Marketing. Das Spiel kam einfach so gut an, dass es sich von selbst weiterverbreitete. „Die kleinste Summe, die man für Marketing in die Hand nehmen kann, sind 10 000 Euro. Das ist gerade für junge Unternehmen sehr riskant“, erläutert Sadowski. Doch mit ihren ersten Gewinnen wagten sie den Sprung und investierten ins Marketing.

Beliebter Zeitvertreib: Idle Miner Tycoon
Das Handyspiel „Idle Miner Tycoon“ haben bereits etwa 52 Millionen Menschen heruntergeladen. | Foto: pr

Damit konnten sie Sadowski zufolge ihre Umsätze nochmal verzehnfachen. Die Gründer mussten erweitern, stellten erste Mitarbeiter ein und zogen in eine eigene Büroetage in Karlsruhe. Für den Master am KIT blieb neben der Firma für die Informatiker, den Wirtschaftsinformatiker und den Informationswirt keine Zeit mehr. Stattdessen entwickeln die jungen Unternehmer mit ihren Mitarbeitern das Spiel „Idle Miner Tycoon“ immer weiter, schließlich soll es den Nutzern nicht langweilig werden.

Fluffy Fairy Games vergrößert sich

Zusätzlich brachte „Fluffy Fairy Games“ im April 2018 das Spiel „Idle Factory Tycoon“ heraus. Die Entwicklung lief laut Sadowski um einiges schneller als beim ersten Spiel. Schließlich hatten die jungen Männer schon einiges an Erfahrung gesammelt und mehr Mitarbeiter als in ihrer kleinen Drei-Zimmer-Wohnung. „,Idle Factory Tycoon’ muss noch wachsen, ist aber jetzt schon erfolgreicher als es ,Idle Miner Tycoon’ es nach sechs Monaten war“, sagt Sadowski. Etwa acht Millionen Mal wurde das neue Spiel bereits heruntergeladen.

Aufgrund der aktuellen Zahlen plant der 27-Jährige für dieses Jahr mit einem Jahresumsatz von etwa 40 Millionen. Für die Zukunft plant das Unternehmen noch weitere Spiele. „In diesem Jahr wollen wir unsere vorhandenen Spieler mit gutem Content versorgen. Es wird neue Spiele geben, aktuell haben wir dazu aber nicht die nötige Manpower“, berichtet Sadowski. Zurzeit seien etwa 50 Positionen in ihrer Firma nicht besetzt.

90 Prozent unseres Umsatzes machen wir außerhalb von Deutschland

Dies ist einer der Gründe, warum „Fluffy Fairy Games“ Anfang 2018 aus Karlsruhe nach Berlin zog. „Wir hoffen, dass dort das Recruting einfacher ist“, so Sadowski. Zwar sei es sehr einfach, in Karlsruhe etwas zu starten. Es gebe aber weltweit nur sehr wenige Spezialisten für Handyspiele. In Berlin hoffen die vier Unternehmer – Mitgründer Sebastian Karasek hat Fluffy Fairy Games im Februar 2018 verlassen – leichter internationale Profis zu gewinnen.

„90 Prozent unseres Umsatzes machen wir außerhalb von Deutschland“, erklärt der Wirtschaftsinformatiker. Auch daher sei es von Vorteil, wenn Menschen verschiedener Nationalitäten im Team sind. Bisher zieht Sadowski einen positiven Effekt aus dem Umzug, Fluffy Fairy Games hat sich weiter vergrößert und beschäftigt mittlerweile rund 70 Mitarbeiter.