Viel los ist in Rappenwört. Bäderchef Sternagel ist mit der Saison bisher zufrieden. | Foto: jodo

Schon über 400.000 Besucher

Sternagel: Hitze bricht nicht Rekord in Karlsruher Freibädern

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Bei der anhaltenden Hitze gibt es für viele nur eines: Ab ins kühle Nass – also auf ins Freibad! „Es läuft gut“, versichert Bäderchef Oliver Sternagel.

Seit Saisonstart zählte sein Team bereits mehr als 400.000 Besucher, allein im Juli kamen über 200.000. Zum Vergleich: 2017 waren es insgesamt 450.000. Und noch bleiben fünf Wochen bis Ferienende.

Sternagel hält 600.000 Besucher für denkbar

Um die 600.000 Gäste hält Sternagel in diesem Jahr für denkbar – vorausgesetzt, der Sommer gibt weiter Vollgas. Ein Besucher-Allzeitrekord wäre dies indessen nicht.

Im Jahrhundertsommer 2003 kamen fast 800.000 Menschen in die Freibäder. Und in den 1970er Jahren waren gar Werte von um die 1,1 Millionen Gäste keine Seltenheit.

Besuch im Bad ist angesagt

Damals indessen fuhr eben längst nicht jede Familie in die Ferien. Es gab kein Internet, weniger Freizeiten und auch kaum private Pools in den Gärten, wie sie heute so mancher besitzt.

Dennoch: Der Besuch im Bad ist weiter angesagt. Das gilt vor allem für die Ferienzeit. „Wenn die Schule wieder startet, halbieren sich die Zahlen mindestens, selbst wenn es warm bleibt. Es fehlt den Leuten einfach die Zeit“, bilanziert Sternagel.

Sonnenbad und Wölfle länger offen

In seine Zuständigkeit und Rechnung fallen Rappenwört, das Freibad Rüppurr, das Turmbergbad und das Sonnenbad – letzteres bleibt auch nach Ferienende offen. Gleiches gilt für das von einem Förderverein betriebene Wölfle.

Dessen Besucherzahlen sind nicht in der Bilanz der Bäderbetriebe enthalten. 500 bis 900 Gäste werden dort derzeit pro Tag gezählt, berichtet die Fördervereinsvorsitzende Christa Grafmüller-Hell.

Starkes Jahr

„Wir erleben ein sehr starkes Jahr, wir haben zwei Drittel mehr Besucher als vergangenes Jahr und damit ein ebensolches Einnahme-Plus“, sagt sie.

Bis zum 30. September ist das Bad offen – nach Ferienende jedoch nur noch von 10 bis 18 Uhr. Jetzt kann an einigen Tagen schon ab 7 Uhr geschwommen werden, und das bis 20, ausnahmsweise an einigen Tagen gar bis 22 Uhr.

Late-Night-Schwimmen

Late-Night-Schwimmen, das auch die Bäderbetriebe offerieren: Dienstag und Donnerstag ist das Sonnenbad bis 22 Uhr auf. Und bei gutem Wetter können Besucher freitags bis 22 Uhr ihre Bahnen im Turmbergbad ziehen.

Turmbergbad
Das Turmbergbad in Durlach ist immer beliebter | Foto: jodo

In dieses investierte die Stadt zuletzt kräftig. Und das macht sich jetzt bezahlt, wie Sternagel bilanziert. Gerade Familien mit kleinen Kindern würden zum Teil lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Ebenso beliebt wie der Bereich für den Nachwuchs sei die Rutsche, die man selbst mit Matten runterdonnern kann.

Turmbergbad vor Rappenwört

Im Juli gab es Tage, da überrundete das Turmbergbad beim Besucherzustrom gar Rappenwört. Am 27. Juli beispielsweise schwammen in Durlach 5.350 Menschen – und beim Rhein 4.973.

Rüppurr erlebte seinen bisher stärksten Tag am 26. Juli mit 4 187 Gästen. Am gleichen Tag waren im Sonnenbad 2.300 Menschen. Den bisherigen Saisonrekord erlebte Rappenwört am 1. Juli mit 7.600 Besuchern, mehr als 10.000 finden dort durchaus Platz.

Auch Europabad stark

Obwohl bis zum Ende der Sommerferien eigentlich die klassische Freibadsaison läuft, zieht es manches durchaus ins kühle Nass unter dem Dach.

Das Europabad sei derzeit nämlich relativ gut besucht, so Sternagel. „Die Infrastruktur ist dort einfach eine andere. Zum Beispiel gibt es Liegen für die Besucher.“

Revision in den Hallenbädern

Wegen Revision geschlossen sind hingegen das Weiherhofbad bis zum 26. August, das Adolf-Ehrmann-Bad bis zum 16. September sowie das Grötzinger Hallenbad, das Vierordt-Bad und das Fächerbad bis zum 9. September.

Auch im Europabad stehen Arbeiten an. Duschen müssten beispielsweise nach zehn Jahren neu gefliest werden. Und die Rutschen bekommen neuen TÜV. Die Sauna bleibt so zwischen dem 10. und 14. September zu. Der Erlebnisbereich ist vom 10. bis 21. September geschlossen.

Personalbedarf weiter da

Die Mitarbeiter, die eigentlich in den jetzt wegen Revision geschlossenen Hallenbädern arbeiten, werden nun in den Freibädern eingesetzt. Denn der Personalbedarf ist im Zuge des großen Andrangs enorm, wie Sternagel sagt.

„Die Arbeitszeit beginnt und endet ja auch nicht mit den Öffnungszeiten.“ Der Bäderchef erklärt: „Wir würden Bäderaufsichten einstellen, wenn sich denn jemand bewerben würde.“