Christian Timm mit einer Zeichnung des Streetart-Künstlers Oliver Maichle.
Christian Timm mit einer Zeichnung des Streetart-Künstlers Oliver Maichle. | Foto: Rake Hora

Eigene Ausstellungen

Streetart heißt die Leidenschaft des ehemaligen KSC-Spielers Christian Timm

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Eine besondere Beziehung zu Streetart hat der ehemalige KSC-Spieler Christian Timm. Der 41-Jährige sammelt sie und ist inzwischen ein Experte auf diesem Gebiet. Derzeit besitzt er mehr als 40 Kunstwerke.

Mittlerweile hat er auch schon eigene Ausstellungen in Karlsruhe, Kehl und Köln organisiert – darunter eine Schau in der heutigen Venus-Bar kurz vor ihrem Umbau. Von den Werken der ausgestellten Künstler behält Timm stets Exemplare für seine eigene Sammlung.

Viele Sammler, die Streetart besitzen, taten das zu dieser Zeit eher für sich.

Christian Timm, Kunstsammler und ehemaliger KSC-Spieler

Zu seiner Leidenschaft fand Timm 2009 als er verletzt war. Damals sei er in die Kunstsache so „hineingerutscht“. Filme wie der Dokumentarfilm „Exit through the Gift Shop“ über Banksy (2010) inspirierten den ehemaligen Stürmer und heutigen Spielerberater. Er recherchierte viel und lernte schnell einige Künstler persönlich kennen.

„Viele Sammler, die Streetart besitzen, taten das zu dieser Zeit eher für sich“, erklärt der vierfache Familienvater. Er besitzt beispielsweise mehrere Arbeiten des Kölner Künstlers Oliver Maichle und des Karlsruher Künstlers Dome. Mit beiden ist er mittlerweile gut befreundet, so der gebürtige Hertener.

Besonders schön sei für Timm zu beobachten, wenn sich Künstler wie etwa Kef! entwickeln und sie inzwischen von der Kunst leben könnten. Kef!, ebenso wie der Rastatter Künstler Kunstrasen, hätten gemein, dass sie im Ausland bekannter seien, als in ihrer Heimat.

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Als er 2011 den Karlsruher Galeristen Michael Oess kennenlernte, entstand schließlich die Idee einer gemeinsamen Ausstellung. „Dass es dann gleich im darauffolgenden Jahr die art Karlsruhe wurde, war schon ein Ding“, sagt Timm im Gespräch mit den Badischen Neuesten Nachrichten.

Timm brachte Karlsruher Galeristen zur Streetart

Damals stellte Oess bis auf Werke der Streetart-Künstler Thomas Baumgärtel und Bastian Poppki nur Pop Art aus. Durch die Zusammenarbeit mit Timm nahm bei Oess auch das Interesse an Streetart zu und spielte eine immer wichtigere Rolle. „Es ist stets ein Risiko, einen Künstler aufzunehmen, den keiner kennt“, erklärt der erfahrene Galerist, der jedes Jahr auf mehreren Messen ist.

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Nachdem Timm und Oess der Streetart auf der art Karlsruhe eine Plattform gegeben haben, zogen in den Folgejahren weitere Galerien nach. Das Aussteller-Duo hatte somit mitgeholfen, dass Streetart auf der Messe besser vertreten ist.

„Doch zunächst beäugten uns viele schräg“, blickt Oess zurück. Ihm gefalle an der Streetart vor allem, dass die Künstler mit Zitaten spielten und sie generell so lebendig sei. Streetart sei etwas, das jeden interessiere. Auch Timm beobachtet, dass Streetart immer öfter präsentiert werde.

Christian Timm, ehemaliger KSC-Spieler, Spielerberater und Kunst-Sammler.
Christian Timm, ehemaliger KSC-Spieler, Spielerberater und Kunst-Sammler. | Foto: Rake Hora

Aktuelle Ausstellung „Rumbling Renaissance“

Aktuell gibt es eine Streetart-Schau in Oess‘ Galerie: Die Ausstellung „Rumbling Renaissance“ mit Werken von Thomas Baumgärtel, Patrizia Casagranda, Kamelogama, Kunstrasen, Van Ray und zir0 läuft noch bis 27. Juni in der Neuen Kunst Gallery am Zirkel. „Alle Arbeiten stammen von Künstlern, die ursprünglich auf der Straße gearbeitet haben“, sagt Oess. Die urbane Kunst will laut dem Galeristen auf Themen aufmerksam machen.

Oess und Timm würden gerne wieder gemeinsam eine Ausstellung veranstalten. Da der ehemalige KSC-Spieler mit seiner Familie in Karlsruhe wohnt, könnte das bald der Fall sein.

Galerist Michael Oess und Christian Timm verstehen sich gut - sie haben bereits eine Ausstellung gemeinsam organisiert.
Galerist Michael Oess und Christian Timm verstehen sich gut – sie haben bereits eine Ausstellung gemeinsam organisiert. | Foto: Rake Hora

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Die Kunst ist für den früheren Profisportler, der die längste Zeit beim Karlsruher Sportclub gespielt und danach studiert hat, weiterhin nur eine liebgewonnene Leidenschaft. Sein Leben finanziert er als selbstständiger Spielerberater. „Das ist eine Tätigkeit, in der gerade in Zeiten von Corona viel ungewiss ist“, stellt Timm fest. Als Selbstständiger arbeite er rund um die Uhr. „Ich schätze aber auch, dass ich mir die Zeit frei einteilen kann“, so der Berater.

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