Grüne Stadt mit Stadtgarten
Die Fächerstadt landet auf Platz 16 der Hochschulstädte mit der angespanntesten Wohnungslage und liegt weiter über dem Bundesdurchschnitt. | Foto: Sandbiller

Platz 16 für die Fächerstadt

Studieren in Karlsruhe: WG-Zimmer so teuer wie nie

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Wenn im Oktober das diesjährige Wintersemester an den Karlsruher Bildungseinrichtungen anfängt, wird es für Studenten noch schwieriger als in den Jahren zuvor, eine Wohnung zu finden. Das hat eine Studie des Moses Mendelssohn Instituts in Berlin ergeben, die am Montag vorgestellt wird.

Demnach landet Karlsruhe in der aktuellen Studie auf Platz 16 im Anspannungs-Scoring. Das wurde anhand verschiedener Faktoren ermittelt, die Höchstpunktzahl liegt bei 100. Karlsruhe landet mit 53,5 Punkten weit vorne, der Wert ist im Vergleich zum Vorjahr um zwei Punkte gestiegen. Nur 2014 lag der Karlsruher Wert mit 55,5 Punkten höher. Im Vergleich: Der deutschlandweite Durchschnittswert liegt aktuell bei 37,9 Punkten.

Karlsruhe hat Bundesdurchschnitt längst überholt

Eine deutliche Veränderung zeigt auch der Blick auf die WG-Zimmer-Preise. Lag der in Karlsruhe 2013 im Durchschnitt noch  bei 320 Euro, müssen Studenten fünf Jahre später schon 50 Euro mehr auf den Tisch legen. Bereits 2016 hatte die Fächerstadt mit ihrem durchschnittlichen Preis für ein WG-Zimmer den Bundesdurchschnitt überholt.

Spitzenreiter München, Chemnitz letzter Platz

Dennoch: Es geht auch noch teurer. In München kostet ein WG-Zimmer durchschnittlich 600 Euro, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt und Köln folgen auf den Plätzen dahinter. Am günstigsten wohnen Studenten in Chemnitz, für rund 230 Euro. Nur dort und in vier weiteren Städten liegt die Durchschnittsmiete bei maximal 250 Euro.

Hauptursache für die Entwicklung ist laut der Studie die Mischung aus steigender Nachfrage und steigenden Preisen sowie einem mangelnden Angebot in den gefragten Hochschul-Standorten. In vielen Städten seien Grundstücks- und Immobilienpreise zu hoch, um Mieten zu schaffen, die zum studentischen Geldbeutel passen.

Das Moses Mendelssohn Institut in Berlin hat zum sechsten Mal in Folge alle deutschen Hochschulstädte mit mindestens 5000 Studierenden unter die Lupe genommen. Die Studie entstand in Kooperation mit WG-gesucht.de. 96 Städte wurden auf 23 Faktoren wie Wohnungspreise, Entwicklung der Erstsemester-Zahlen und die Altersstruktur untersucht.