"Vile Electrodes" aus London sind Top-Act bei der ersten Ausgabe des Festivals "Synthetic Orange". | Foto: pr

Karlsruhe: „Synthetic Orange“

Ein Festival vom Fan für Fans

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„Die Clubs in Karlsruhe, in denen diese Musik läuft, machen keine Konzerte – und die Konzertclubs spielen diese Musik nicht“, sagt Bernd Welter. Er ist Fan von elektronischer Popmusik, wie man sie seit den 80er Jahren von Bands wie Depeche Mode, OMD oder New Order kennt und wie sie in den 90er Jahren auch im Wave- und Gothic-Bereich weiterentwickelt worden ist, etwa von Project Pitchfork.

Abhilfe auf eigene Faust

Doch der Software-Spezialist, den seine Musikleidenschaft bislang auf Festivals im In- und Ausland getrieben hat, will das nicht einfach nur beklagen, sondern mit Eigeninitiative Abhilfe schaffen. Hierfür hat er auf eigene Faust ein Festival organisiert, das unter dem Namen „Synthetic Orange“ am Samstag, 14. Oktober,  zum ersten Mal stattfindet und im Substage-Café fünf Bands aus vier Ländern präsentiert.

„Presence of Mind“ aus Schweden dürften Fans von Depeche Mode ansprechen. | Foto: Carlén

Aus Schweden kommen das zum Auftakt spielende weiblich-männliche Duo „Train To Spain“, das auch schon in London beim „Electricity“-Festival auftrat, und das seit 25 Jahren bestehende Trio „Presence Of Mind“, das Depeche-Mode-Fans gefallen dürfte und in seiner Heimat zu den großen Acts der Szene gehört, nun aber erstmals außerhalb seines Heimatlandes zu erleben ist.

„Heliophile“ machen sich von Holland aus auf den Weg nach Karlsruhe. | Foto: Leijzer

Ebenfalls aus drei Männern besteht die holländische Band „Heliophile“, während „Life on Demand“ aus dem Schwarzwald ihren Dark-Electro-Stil mit weiblichem Gesang präsentieren. Als abschließenden Top-Act bietet Welter das britische Duo „Vile Electrodes“ auf, das experimentelle Sounds, eingängige Songs und eigenwillige Outfits zu einer besonderen Show verbindet. „Für mich ist es der Hammer, dass sie hier in Karlsruhe auftreten“, sagt Welter, der auch sein Veranstalterdebüt mit der Begeisterung eines Fans angeht.

Extravagante Outfits gehören bei „Vile Electrodes“ zum Gesamtkonzept. | Foto: Picerno

Was nicht mit Naivität verwechselt werden soll: Auf eigene Faust hat sich der Mittvierziger, der just am Festivaltag seinen 45. Geburtstag feiert („Das war einer der Gründe, die Sache jetzt wirklich umzusetzen“) um die Anreise und Unterbringung der Bands gekümmert, um Flyer und Promo-Material sowie um einen Internet-Auftritt. Und ihm ist klar, dass er beim Debüt drauflegen wird: „Beim ersten Mal wird das sicher keine schwarzen Zahlen schreiben“, räumt er ein.

Planung läuft langfristig

Doch er setzt auf langfristige Präsenz: „Geplant ist, jedes halbe Jahr ein Festival zu veranstalten, und ich habe jetzt schon für April die Zusage einer schwedischen Band, die zum Bekanntenkreis der jetzt eingeladenen Acts gehört, aber schon eine Nummer größer ist“, verrät der Mann, der durch seinen Hauptberuf als Projektmanager im Software-Bereich an planerische Arbeit gewöhnt ist. Jetzt freilich freut er sich erst mal auf fünf Stunden voller Synth-Pop: Der Startschuss fällt um 19 Uhr, jede Band spielt 45 Minuten und nach jeweils 15 Minuten Umbau geht’s direkt weiter. Ach ja, und woher kommt der Festivalname? Der war für Welter naheliegend: „Synthetic passt natürlich sehr gut zu dieser Musik.“ Und Orange sei seine Lieblingsfarbe. Passt also bestens zu einem Festival mit Lieblingsmusik.

Termin: Samstag, 14. Oktober, Substage-Café, 19 Uhr.

Hier geht’s zur Homepage des Festivals.