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Die Ausbaupläne des KIT sind offenbar deutlich zusammengeschrumpft | Foto: Uli Deck

Debatte um Ausdehnung des KIT

Teilrückzug der Tschira-Stiftung?

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Hat die Klaus-Tschira-Stiftung gegenüber dem Land, der Stadt und dem KIT einen Teilrückzug aus dem ambitionierten Projekt einer Erweiterung des KIT am Adenauerrring erklärt? Den BNN liegen entsprechende Informationen vor. Demnach soll nur noch der „Geschenkbau“ für das KIT von der Tschira-Stiftung gebaut werden. Die beiden anderen Blöcke werden nicht wie geplant erstellt. Die Stiftung wollte eigentlich mit den Einnahmen den geschenkten KIT-Tower finanzieren. Das KIT gab sich gestern allerdings zugeknöpft. KIT-Sprecherin Monika Landgraf betonte zwar ausdrücklich den Bau eines Forschungs- und Lehrgebäudes durch die Stiftung für das KIT sowie die Sanierung des benachbarten Verwaltungsgebäudes, beides als Geschenk der Tschira-Stiftung. Dafür sei man der Stiftung „überaus dankbar“. Was die weiteren Gebäude angeht, gibt es zumindest kein Bekenntnis: „Mit Blick auf weitere Gebäude für universitätsnahe Nutzungen auf dem Areal östlich des Adenauerrings stehen das Land Baden-Württemberg, die Klaus Tschira Stiftung und das KIT im engen Austausch. Eine gemeinsame Erklärung der KTS und des KIT ist für die kommende Woche vorgesehen“ heißt es in der Erklärung. Dies teilt auch die von den BNN um eine Stellungnahme gebetene Tschira-Stiftung mit. Auch die Stadtverwaltung verweist auf eine Mitteilung in der kommenden Woche.

Steigender Raumbedarf am KIT

Zur Vorgeschichte: Das KIT mit seinen mittlerweile über 25 000 Studierenden und mehr als 9300 Beschäftigten hat einen steigenden Raumbedarf, der sich durch weitere Verdichtungen und Anmietungen langfristig nicht decken lässt. Im KIT war das Projekt deshalb auch mit großen Hoffnungen versehen: „Ein Glücksfall“ nannte es kurz vor der Gemeinderatsentscheidung KIT-Vize-präsident Ulrich Breuer. Im Februar 2016 hatte der Landtag beschlossen hatte, ein 20 000 Quadratmeter großes Areal am Adenauerring zur Verfügung zu stellen, auf dem die Klaus-Tschira Stiftung drei Gebäude errichten will. Eins der Gebäude schenkt sie dem Land zur Nutzung durch das KIT, die beiden anderen Gebäude sind für forschungsnahe Zwecke vorgesehen, etwa für Ausgründungen aus dem KIT. Für OB Frank Mentrup ist „die Weiterentwicklung des KIT im Sinne der Stadt“.

Freude bei den Gegnern
Im April votierte der Gemeinderat bei nur zwei Gegenstimmen für das Projekt. Die vehemente Kritik der Anwohner sowie vieler Oststadtbürger gegen eine nach ihrer Ansicht zu massive Bebauung und den Abriss der fünf Schauhäuser des Botanischen Gartens am Adenauerring fand im Gemeinderat wenig Gegenliebe. Die Initiative „Botanischer Garten“ hat mit 6 500 online-Unterschriften protestiert. Die Bebauung mit fünf Baukörpern wurde gegenüber dem ersten Planerentwurf reduziert. Auf Kritik bei Architekten und in der Kommunalpolitik stieß der Verzicht auf einen Architektenwettbewerb, um den Wünschen des Investors zu folgen. Bei der Bürgerinitiative sieht man die neue Entwicklung – wenn sie denn tatsächlich so kommt – mit einer gewissen Genugtuung, hat aber auch Fragen. „Wir freuen uns, dass das Schlimmste verhindert wurde – aber was kommt jetzt?,“ so Günter Ketterer, einer der Initatoren des „Grünen Campus“ gegenüber den BNN.