Der Traum vom Vereinsheim erwacht zum Leben: Ein Entwurf ist fertig, jetzt sucht der Verein Tiny Houses für Karlsruhe nach Sponsoren und Unterstützern.
Der Traum vom Vereinsheim erwacht zum Leben: Ein Entwurf ist fertig, jetzt sucht der Verein Tiny Houses für Karlsruhe nach Sponsoren und Unterstützern. | Foto: Karin Stenftenagel

Sponsoren gesucht

Tiny Houses für Karlsruhe plant ein multifunktionales Vereinsheim

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Klein, aber perfekt für den Verein: So soll das Tiny House werden, das die Mitglieder von Tiny Houses für Karlsruhe derzeit planen. Die Anhänger des minimalistischen Wohn-Trends wollen damit einen Raum schaffen für ihr Vereinsleben, aber auch dafür, das Thema bekannter zu machen.

Auf Messen etwa soll mit dem Häuschen auf Rädern die reduzierte Lebensweise präsentiert werden. Gleichzeitig soll das Vereins-Tiny-House ganz klassisch genutzt werden können. „Wir möchten auch Probewohnen ermöglichen“, erklärt die Vorsitzende Regina Schleyer.

Die Herausforderung, diese drei unterschiedlichen Nutzungen unter ein Miniatur-Dach zu bringen, haben seit Juli 2019 einige Vereinsmitglieder angenommen. In vielen Gruppentreffen haben sie eine Lösung fürs multifunktionale Traum-Tiny-House ausbaldowert.

Mobiles Probewohnen und Vereinstreffen im Tiny House

„Wir haben uns Gedanken über die Erfordernisse gemacht“, erklärt Olaf Willgeroth. Auf dem Campingplatz Albgau in Waldbronn-Etzenrot ist schon ein Stellplatz für das Vereinsheim reserviert. Da das Tiny House aber auch mobil sein soll, muss es sich der Straßenverkehrsordnung unterordnen, was Auswirkungen auf Ausmaße und Gesamtgewicht hat. Die Frage der Energieversorgung für Heizung und Warmwasser lösen die Karlsruher Tiny-Häusler mit Strom, der bei Bedarf in einer Batterie gespeichert werden kann.

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„Autarkie ist bei unserer geplanten Nutzung als Vereinsheim nicht notwendig“, sagt Willgeroth, „und auch unterwegs haben die meisten Campingplätze ja Stromanschlüsse.“ Solarpaneele auf dem Dach sind aber auch geplant. Die Gegebenheiten auf Campingplätzen sind ausschlaggebend für die Geschoss-Höhe: Weil die Durchfahrtshöhe der meisten Campingplätze auf maximal 3,50 Meter begrenzt ist, bleibt das Vereinsheim eingeschossig.

Je nach Nutzung wird ein Raum einfach aufgeklappt

Damit die Vereinsmitglieder für die unterschiedlichen Nutzungen möglichst wenige Kompromisse eingehen müssen, hat der Karlsruher Architekt und Hochschulprofessor Randolph Liem einen Entwurf mit umklappbaren Räumen angefertigt.

Im Hauptraum sind in der klassischen Wohnsituation Schlafen, Küche und Wohnen untergebracht: das Bett auf einer Art Empore über der Küche, erreichbar über eine Treppe. Wenn Vereinstreffen stattfinden, wird die Schlafebene zur Decke hochgezogen, die Treppe in die Bar der Küche hineingeschoben. Der so gewonnene Raum bietet Platz für acht bis zehn Personen.

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Ähnlich funktioniert der Eingangs- und Sanitärbereich. „Wenn im Winter oft die Tür auf und zu geht, kühlt ein Tiny House schnell aus“, erklärt Randolph Liem. Deshalb hat er zwischen Eingangstür und Hauptraum einen Windfang geplant, der auch als Garderobe fungiert. Je nachdem, wie die Türen geöffnet oder geschlossen werden, hat man ein voll nutzbares Bad oder eine Garderobe. Im Sommer kann der Hauptraum über eine Terrasse betreten werden. Wenn alles klappt, dann klappt die Terrasse hoch und schützt die Glasfront beim Transport des Tiny House.

Verein sucht Sponsoren und Partner

Damit das Gewicht nicht über 3,5 Tonnen steigt, wird mit möglichst leichten Materialien gearbeitet – das treibt den Preis in die Höhe. „Je leichter, desto teurer“, sagt Liem. Etwa 45.000 Euro Materialkosten muss der Verein aufbringen.

Für den Selbstbau wären dann noch etwa 800 Arbeitsstunden nötig. „Das ist ehrenamtlich neben dem Job eigentlich nicht möglich“, so Liem. Der Verein Tiny Houses für Karlsruhe hofft deshalb, über Sponsoren und Kooperationspartner die Finanzierung des Projekts samt Bauauftrag zu sichern.