Bei dem tödlichen Verkehrsunfall mit vier Lkw am Mittwochmorgen auf der A5 bei Karlsruhe hat es mehr als 150 Verstöße gegen die Rettungsgasse gegeben.
Bei dem tödlichen Verkehrsunfall mit vier Lkw am Mittwochmorgen auf der A5 bei Karlsruhe hat es mehr als 150 Verstöße gegen die Rettungsgasse gegeben. | Foto: Dieter Reichelt

Polizei muss Autofahrer wecken

Tödlicher Lkw-Unfall auf der A5: Über 150 Verstöße gegen Rettungsgasse

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Bei dem tödlichen Verkehrsunfall am Mittwochmorgen auf der A5 bei Karlsruhe hat es mehr als 150 Verstöße gegen die Rettungsgasse gegeben. Das teilte das Polizeipräsidium der Fächerstadt mit.

Auf der A5 hätten insgesamt 58 Verkehrsteilnehmer die Rettungsgasse nicht eingehalten; drei von ihnen müssten mit einem einmonatigen Fahrverbot rechnen, weil sie zusätzlich ihr Fahrzeug behindernd abgestellt hätten. Nach Angaben der Verkehrsüberwachung bildeten auf der A8 insgesamt 96 Fahrer keine Gasse, um Polizei- oder Hilfsfahrzeuge durchzulassen. Sechs von ihnen müssten ebenfalls einen Monat lang auf ihren Führerschein verzichten.

Fahrer schläft in der Rettungsgasse

Ein Pkw-Fahrer hatte sich auf der A8 „in der Rettungsgasse auf seinem heruntergelassenen Fahrersitz zum Schlafen abgelegt und musste von Polizeibeamten geweckt werden“, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Auch die zahlreichen Schaulustigen auf der Gegenfahrbahn der A5 in Richtung Süden müssten mit einer Anzeige rechnen.

Beim Verkehrsunfall mit einer Toten auf der A5 bei Karlsruhe Ende Juni hatte die Polizei rund 120 Verstöße gegen die Rettungsgasse festgestellt.

Bei dem Unfall am Mittwoch war ein Sattelzugfahrer am Stauende zwischen dem Karlsruher Dreieck und der Anschlussstelle Ettlingen ungebremst auf einen 7,5-Tonner aufgefahren und hatte diesen auf zwei davor stehende Lkw geschoben.
Bei dem Unfall am Mittwoch war ein Sattelzugfahrer am Stauende zwischen dem Karlsruher Dreieck und der Anschlussstelle Ettlingen ungebremst auf einen 7,5-Tonner aufgefahren und hatte diesen auf zwei davor stehende Lkw geschoben. | Foto: Dieter Reichelt

Nachtrag vom 6. August 2018

Am 6. August teilte das Polizeipräsidium Karlsruhe mit, dass es am 25. Juli insgesamt 181 Verstöße gegen die Rettungsgasse gegeben hatte. In sechs Fällen sei es zu erheblichen Behinderungen gekommen.

Sattelzug fährt auf Kleintransporter auf

Bei dem Unfall am Mittwoch war ein Sattelzugfahrer am Stauende zwischen dem Karlsruher Dreieck und der Anschlussstelle Ettlingen ungebremst auf einen 7,5-Tonner aufgefahren und hatte diesen auf zwei davor stehende Lkw geschoben. Dabei starb der 59-jährige Beifahrer im Kleintransporter. Der 43 Jahre alte Fahrer des 7,5-Tonners kam mit lebensgefährlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus.

Der 44-jährige Verursacher des Unfalls wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Fahrer der anderen beiden Lkw blieben unverletzt.

A5 in Fahrtrichtung Basel vorübergehend voll gesperrt

Die A5 musste in Fahrtrichtung Basel vorübergehend voll gesperrt werden. Während der Aufnahme des Unfalls und der Bergung der Fahrzeuge kam es nach Angaben der Polizei zu erheblichen Staus auf der A5 und der A8. Auch die Umleitungsstrecken waren erheblich überlastet.

Erst gegen 9.50 Uhr rollte der Verkehr zumindest einspurig auf der A5 an der Unfallstelle vorbei. Neben vielen Polizisten waren nach offiziellen Angaben auch zehn Fahrzeuge der Feuerwehren mit 34 Einsatzkräften und 15 Angehörige der Rettungsdienste vor Ort. Seit 13 Uhr waren zwei Fahrstreifen in Richtung Süden wieder befahrbar. Die Unfallstelle ist seit 13.40 Uhr geräumt. Der Verkehr fließt wieder, so dass der noch vorhandene Rückstau abnimmt. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa einer halben Million Euro.