Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart muss sich Dasbar W. verantworten.
Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart muss sich Dasbar W. verantworten. | Foto: dpa

Wurde ein Anschlag geplant?

Karlsruher Eiszeit-Prozess: Tonaufnahme entlastet Dasbar W.

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Die Sommerpause ist beendet, der Eiszeit-Prozess wird in Stuttgart fortgeführt. Hat Dasbar W. 2017 einen Anschlag auf den Karlsruher Weihnachtsmarkt geplant? Eine viel diskutierte Tonbandaufnahme stand am Mittwoch im Zentrum der Verhandlung.

Das Landeskriminalamt wollte im Spätjahr 2017 wissen, ob von Dasbar W. eine Gefahr ausgeht. Also setzten die Beamten einen V-Mann ein – jemand, der sich das Vertrauen der Person erarbeiten und Informationen beschaffen soll. Dieser V-Mann freundete sich mit dem Verdächtigen tatsächlich an und lieferte aus den Begegnungen starke Hinweise, dass Dasbar W. einen Anschlag auf die Karlsruher „Eiszeit“ planen könnte.

Öffentlichkeit zwischenzeitlich ausgeschlossen

Im Zentrum des Prozesses und der Verhandlung am Mittwoch stand die letzte Begegnung des V-Mannes mit Dasbar W. Dieses ließen die Ermittler mit einem Tongerät mitlaufen. Das Problem: Der Verdächtige verhielt sich bei diesem Treffen ruhig und wirkte auf den V-Mann gar deeskalierend ein. Von möglichen Anschlagsplänen war demnach nichts zu hören. Der Mitschnitt wurde den Prozessbeteiligten am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgespielt.

Michael Ried, Verteidiger des Angeklagten, kritisierte, es gebe in der Beweisführung keinen sicheren Einblick von Außen. Bei den Darstellungen des V-Mannes handele es sich jeweils um eine einseitige Stellungnahme. Folglich hätten aus Sicht der Verteidigung mehrere Treffen mit Ton aufgenommen werden sollen, um die Darstellungen des V-Mannes zu belegen.