Die Elefantendame Lina ist im Karlsruher Zoo gestorben.
Die Elefantendame Lina ist im Karlsruher Zoo gestorben. | Foto: Zoo Karlsruhe/Timo Deible

Tod mit 46 Jahren

Trauer im Karlsruher Zoo: Elefantendame Lina gestorben

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Trauer im Karlsruher Zoo: Die Elefantendame Lina ist am Montagmorgen gestorben. Das teilte die Stadt Karlsruhe jetzt in einer Mitteilung mit. Die Tierpfleger hätten den 46-jährigen Elefant gegen acht Uhr auf die Außenanlage gelassen, kurz darauf sei er tot im Wasserbecken aufgefunden worden.

Wir hatten keinen Hinweis darauf, dass es ihr aktuell nicht gut gehen könnte

„Wir hatten keinen Hinweis darauf, dass es ihr aktuell nicht gut gehen könnte“, wird Zootierärztin Julia Heckmann in der Mitteilung der Stadt zitiert. „Als Lina die ersten Male ins Wasserbecken gegangen ist, haben wir das wegen ihres Zustands und vor allem wegen der teilweisen Rüssellähmung über Wochen immer besonders überwacht“, erklärte des Weiteren Revierleiter Robert Scholz.

Sie habe fast täglich im 1,5 Meter tiefen Wasserbecken gespielt. „Das ist natürlich tragisch, dass sie jetzt genau an ihrem Lieblingsort gestorben ist“, ergänzte Scholz laut Mitteilung. In dem folgenden Video ist Lina Ende Juli dieses Jahres beim Baden zu sehen:

Bergung mit dem Bagger

Zur Bergung des Tieres wurde der Bagger der angrenzenden Baustelle eingesetzt: Bekanntlich wird derzeit an der Erweiterung der Außenanlage für die Dickhäuter gearbeitet. Der tote Elefant kam in einen Container und wurde für eine Untersuchung ins Institut für Tierpathologie der Ludwig-Maximilians-Universität München gebracht. Die Stadtgartenbrücke wurde von zehn Uhr an für eine gute halbe Stunde gesperrt, um Schaulustige fernzuhalten.

Reinschmidt: Lina hatte eine schöne Zeit im Karlsruher Zoo

„Wenn solch ein charismatisches Tier stirbt ist es immer schlimm für uns, vor allem aber für die Tierpfleger, die direkt mit ihm zusammengearbeitet haben. Bei einer Altersresidenz ist es normal, dass Tiere sterben. Bei Lina wissen wir jedoch, dass sie in den eineinhalb Jahren bei uns eine schöne Zeit hatte“, wird Zoodirektor Matthias Reinschmidt zitiert.

Ankunft 2017 in desolatem Zustand

Lina war im Frühjahr 2017 in desolatem Zustand von seinem Besitzer aus Osteuropa an die Karlsruher Altersresidenz für asiatische Elefantenkühe abgegeben worden. Da sie von ihrer Gruppe verstoßen worden war, konnte sie nicht mehr im Zirkus auftreten.

Die Karlsruher Experten päppelten das Tier auf, das einen enormen Lebenswillen zeigte. In Erinnerung sind vielen Zoobesuchern die Schürfwunden geblieben, die sich das Tier während des Transports zugezogen hatte, als es sich wegen seiner Hautprobleme scheuerte.

Noch einmal musste das Zooteam im Dezember 2017 um Lina bangen: Das Tier hatte sich abgelegt und in Panik in einem Metallgitter verkeilt, aus dem es letztlich mit Unterstützung der Feuerwehr befreit werden konnte.

Mit Kran und Hebekissen brachten die Pfleger die 3,5 Tonnen schwere Elefantenkuh wieder auf die Beine und ließen ihr in den folgenden Wochen die erforderliche medizinische Versorgung und Pflege angedeihen.

Lina galt als ruhiges, zurückhaltendes Tier, das anfangs extrem angespannt war, im Laufe der Zeit aber großes Vertrauen zu den Pflegern entwickelte.