Getrennte Wege gehen seit Montag dieser Woche Trainer Lukas Kwasniok und der KSC - seither sprießen die Gerüchte über die Gründe der Trennung.
Getrennte Wege gehen seit Montag dieser Woche Trainer Lukas Kwasniok und der KSC - seither sprießen die Gerüchte über die Gründe der Trennung. | Foto: GES

„Schlüssiger Grund“ für Aus

Trennung von Lukas Kwasniok überschattet KSC-Heimspielauftakt

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Der Heimspielauftakt des Karlsruher SC an diesem Samstag gegen den FSV Zwickau wird von der Trennung von U19-Trainer Lukas Kwasniok überschattet (die BNN berichteten) – was die Gemüter aber nicht leicht kühlt, sondern im Umfeld des Drittligisten vielmehr erhitzt.

Nachdem sich weder der Club noch der 37 Jahre alte Fußballlehrer geäußert haben zu den Gründen des Bruchs, der am Montag offiziell verkündet worden war, sprießen die Gerüchte am Adenauerring.

Vorwürfe wegen Mobbings

Nach Informationen dieser Zeitung soll der problematische Umgang von Kwasniok mit einem Spieler ausschlaggebend für die vorzeitige Trennung gewesen sein. In einem Schreiben der betroffenen Familie an den KSC, das den BNN vorliegt, wird Kwasniok explizit Mobbing vorgeworfen. Probleme im Umgang mit den Nachwuchsfußballern oder deren Eltern soll es immer mal wieder gegeben haben, so ist im Verein zu hören.

 Aber glauben Sie mir, dass es einen absolut schlüssigen Grund gab, so zu handeln

Kwasniok wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Der Club und er hätten Stillschweigen vereinbart, „daran möchte ich mich halten“, sagte er am Freitag auf Nachfrage. Kwasniok, der die U19 der Badener seit 2015 betreut hatte, betonte aber, dass bei seiner Arbeit stets „Geradlinigkeit und Offenheit“ an der Tagesordnung gestanden hätten. Er habe stets eine „offene Kommunikation“ gepflegt, die Wahrheit könne aber auch wehtun.

Die gemeinsam gefundene Sprachregelung galt ausschließlich zum Schutze von Lukas Kwasniok

KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer wies auf konkrete Nachfrage zu den im Raum stehenden Vorwürfen erneut auf das vereinbarte Stillschweigen der Parteien hin. „Aber glauben Sie mir, dass es einen absolut schlüssigen Grund gab, so zu handeln“, hielt der Ex-Profi fest und ergänzte mit Nachdruck: „Die gemeinsam gefundene Sprachregelung galt ausschließlich zum Schutze von Lukas Kwasniok.“ Kwasniok sei ein „junger, talentierter, aufstrebender“ Trainer, „wir als Verein wollten nicht, dass er beschädigt den KSC verlässt“, so Kreuzer weiter.

Konkreter Fall ausschlaggebend für Trennung?

In dem den BNN vorliegenden Fall, der sich aus Sicht des Betroffenen über Monate hinweg zog und der sportlichen Führung Anfang Juli schriftlich dargelegt worden war, soll Kwasniok einen Spieler isoliert, unter anderem vor versammelter Mannschaft degradiert haben. Ferner soll der Akteur als einziger Spieler der WhatsApp-Gruppe bei der U19 nicht hinzugefügt worden sein.

Dieser Fall soll für den Verein den Ausschlag gegeben haben, eine vorzeitige und einvernehmliche Trennung anzustreben. Als Abfindung soll eine niedere fünfstellige Summe geflossen sein. Das KSC-Nachwuchsleistungszentrum unter Leitung von Edmund Becker, dem in besagtem Schreiben „Wortbrüchigkeit“ vorgeworfen wird, teilte dem Präsidium schriftlich sein Unverständnis über die Trennung mit.

Sportchef Oliver Kreuzer will das vereinbarte Stillschweigen nicht brechen, seine Aussagen aber sind vielsagend. | Foto: GES

Schon zuvor hatte Kwasniok erklärt, seinen bis 2019 gültigen Vertrag nicht verlängern zu wollen. Im Juni war ein Wechsel des Deutsch-Polen als Cheftrainer zu Zweitligist Erzgebirge Aue an der Ablöse gescheitert – was auf die Stimmung Kwasnioks drückte und das Binnenklima durchaus belastete.

Auch das Arbeitsverhältnis von Cheftrainer Alois Schwartz und Kwasniok war nicht das beste. Dass aber Schwartz die Trennung von Kwasniok zur Bedingung seiner jüngst erfolgten Vertragsverlängerung gemacht haben soll, dieses Gerücht weist Kreuzer weit von sich und dem KSC: „So einen Blödsinn habe ich selten gehört.“ Ebenso wenig sei Kwasniok das Verhältnis zu ihm oder dem Präsidium zum Verhängnis geworden.

Von Bajramovic überzeugt

Von der Nachfolgeregelung bei der U19 ist Kreuzer voll überzeugt ist. „Zlatan Bajramovic kennt den Verein, kennt schon viele Spieler dieser Mannschaft und harmoniert mit Alois Schwartz sowie dem restlichen Trainerteam hervorragend“, sagte der Sportchef. Bajramovic war zuvor Ko-Trainer unter Schwartz. Nun soll er bei der U19 in der Bundesliga, dem wichtigen Unterbau für die Profiabteilung, für Erfolgserlebnisse sorgen. Kwasniok sagte im Rückblick auf seine Arbeit: „Die Menschenführung ist entscheidend für den Erfolg. Und Erfolg war vorhanden.“

Emotional bei der Sache: Lukas Kwasniok als Interimscoach der Profis nach dem Spiel bei Dynamo Dresden | Foto: GES