Katrin Lorbeer engagiert sich bei den „Freunden des Badischen Staatstheaters“ im Vorstand. Außedem führt sie die „Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theaterfördergesellschaften“ (Muthea). Die frühere Dramaturgin leitet die Öffentlichkeitsarbeit im Badischen Landesmuseum. | Foto: privat

Kathrin Lorbeer

Trommlerin für viele Theater

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Zusammen mit ihrer Tochter schaute sich Katrin Lorbeer das Weihnachtsmärchen „Aschenputtel“ am Jungen Staatstheater Karlsruhe an – beide begeistert. „Und völlig aufgelöst war ich zuletzt nach der Oper „Götterdämmerung. Das war ein grandioser Schlusspunkt des ’Rings’“. Wenn Katrin Lorbeer mit ihrer angenehmen Stimme von Theater spricht, verbindet sich Herzlichkeit für die Kunst mit Demut vor künstlerischen Leistungen.

Dramaturgin und Moderatorin

„Schauspielerin oder Sängerin wollte ich nie werden, auch für Regie brannte ich nicht. Es machte mir dagegen immer Spaß, Stücke nahezubringen und rund um die Bühne mitzuwirken“, sagt die frühere Dramaturgin. So ausgerüstet und mit viel Erfahrung in kompetenter Moderation, ist sie die ideale freie Trommlerin fürs Theater. Nicht nur fürs große Karlsruher. Sie gehört dem Vorstand der Freunde des Staatstheaters an, außerdem wurde sie 2018 für vier Jahre zur Vorsitzenden von „Muthea“ gewählt.

Der Verband der „kleinen“ Mäzene

Hinter dem merkwürdigen Namen verbirgt sich die große „Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theaterfördergesellschaften“. Also die versammelten vielen „kleinen“ Mäzene unterschiedlicher Kunsttempel zwischen Aachen und Görlitz oder Hamburg und München. „Wenn man sich im Verband umschaut, wird einem klar, was für einen kulturellen Reichtum wir in Baden-Württemberg haben, den es zu pflegen gilt“, meint die 47-Jährige.
Im Hauptberuf pflegt sie das Erscheinungsbild einer weiteren badischen Institution. Lorbeer leitet PR und Marketing am Landesmuseum. „Dort wird ebenfalls inszeniert, doch Kulturgeschichte wird in Ausstellungen vertiefend erzählt. Wir helfen mit, die Themen für die Öffentlichkeit herauszukitzeln.“

Der Garten erdet die Kulturfrau

Lorbeer war während ihres Studiums von Archäologie und Kunstgeschichte Souffleuse am Nationaltheater Mannheim, als sie ihren Mann kennenlernte – den Regisseur, Librettist und Übersetzer Pascal Paul-Harang. Die geballte Kulturkompetenz zu Hause – auch die Kinder sind bereits mit dem Theater verbunden – wird ergänzt durch ein erdendes Gebiet: „Meinen Garten zu bestellen, tut mir immer gut. Außerdem finde ich das Singen beglückend, seit ich Mitglied im Fächerchor bin. Und sonntags wird ausgiebig gekocht.“ Optimismus und Ausstrahlung kennzeichnen eine Frau „mit vielen Hüten auf“, wie sie bekennt. „Ich hatte immer mehrere Aufgaben gleichzeitig. Weil mir Schule und Studium leicht fielen. Und ich bin mit meiner Großmutter und der Mutter, einer Grafik-Desginerin behütet aufgewachsen.“ Hat Lorbeer einen Geburtstagswunsch ans Staatstheater? „Das wäre die Ensemblepflege. Dass wir Künstler über viele Jahre in unterschiedlichen Rollen verfolgen können.“

 

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In Ludwigshafen am Rhein wuchs Katrin Lorbeer auf. Nach dem Abitur studierte sie ab 1991 Kunstgeschichte sowie christliche und klassische Archäologie in Heidelberg und an der Sorbonne in Paris mit Abschluss Magister. Früh hatte sie Aufgaben an Theatern. Beispielsweise am Pfalzbau Ludwigshafen, dem Nationaltheater Mannheim oder dem Staatstheater in Wiesbaden. In Karlsruhe war sie ab 2002 Opern- und Konzertdramaturgin während der Intendanz von Achim Thorwald. Seit 2009 kümmert sie sich um PR und Marketing am Badischen Landesmuseum. 2018 wurde sie Vorsitzende des Bundesverbands der Theaterfreunde. Sie ist verheiratet mit dem Regisseur Pascal Paul-Harang und hat zwei Kinder.