Stark eingeengt sind die Fahrbahnen auf der Kriegsstraße. Zwischen dem Gehweg vor der dort nicht durch Bomben im Zweiten Weltkrieg zerstörten Häuserfront und der Tunnelbaustelle bleibt wenig Platz für den Autoverkehr.
Stark eingeengt sind die Fahrbahnen auf der Kriegsstraße. Zwischen dem Gehweg vor der dort nicht durch Bomben im Zweiten Weltkrieg zerstörten Häuserfront und der Tunnelbaustelle bleibt wenig Platz für den Autoverkehr. | Foto: jodo

Kaiserstraße und Kriegsstraße

Trotz weniger Verkehr in den Ferien geht es an vielen Karlsruher Baustellen eng zu

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Sommer, Sonne, Ferien. Die Verkehrslage ist trotz des intensiven Baustellenprogramms gerade in der Haupturlaubszeit relativ entspannt. Aber auf mancher Hauptroute besonders um und in Karlsruhe herrscht deshalb keineswegs Friede, Freude, Eierkuchen. „Es gibt eben genug Baustellen“, meint Joachim Zwirner, Leiter des Referats Verkehr im Polizeipräsidium Karlsruhe.

Staus gehören also auch im Sommerloch, wo der Pendlerstrom stark ausgedünnt ist, besonders an der Rheinbrücke und auf der A 5 am Wolfartsweierer Hang zur Tagesordnung. In der Fächerstadt geht es vor allem an zwei Stellen eng zu: um die Autotunnelbaustelle Kriegsstraße und kurzfristig wegen der Fahrbahnsanierung am „Karlsruher Kreisel“ in der Oststadt.

Dagegen sorgt die Teilsperrung wegen des Schienenwechsels in der Kaiserstraße zwischen Kaiserplatz und Hirschstraße mitten in den Ferien kaum für Behinderungen.

Weniger Belastung in Stoßzeiten auf der Rheinbrücke

„An der Rheinbrücke, auf der Südtangente und auf der A 5 ist das Verkehrsaufkommen nicht schwächer als sonst, es ist nur anders über den Tag verteilt“, erklärt der Experte. Die Überlastung der Baustellen-Engpässe in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs fällt in der Urlaubszeit geringer aus. An der Rheinbrücke steht der Pendler aus der Pfalz nur eine Viertelstunde statt sonst eine halbe Stunde im Stau. Und die Zeit der großen Staugefahr, die sonst morgens von 6.30 bis 10.30 Uhr dauert, ist momentan verkürzt. „Dafür ist aber durch Urlaubsfahrer in der Ferienzeit das Aufkommen über den Tag verteilt wesentlich höher“, sagt Zwirner.

Vollsperrung am Wochenende

Folglich fließt der Autoverkehr vor, auf und hinter dem Stromübergang, dessen Fahrbelag 2019 saniert wird, häufiger zäh. In der Nacht von Samstag, 24. August, 23 Uhr, auf Sonntag, 25. August, 8 Uhr, wird die Rheinbrücke Maxau sogar voll gesperrt sein. Dies sei für die Vermessung des Stahlüberbaus der Rheinbrücke mittels 3D-Scanner erforderlich, erklärt das Regierungspräsidium. Zudem wird auf dem Stromübergang noch in der Nacht auf Freitag, 23. August, ein Fahrstreifen Richtung Karlsruhe zwischen 21 und 5 Uhr gesperrt. In diesen Nächten wird der Aufbau des Schutzzeltes für die weiteren Betonarbeiten auf der Brücke abgeschlossen.

Mehr zum Thema: Rheinbrücke Karlsruhe von Samstag auf Sonntag gesperrt

Teils extreme Staus am A-8-Hang – aber weniger Unfälle in Ferien

„Wenn die A 8 bergab vor dem Dreieck Karlsruhe wegen der sei Juni eingerichteten Baustelle nur einspurig ist, reicht ein kleiner Unfall oder eine Panne – und der Rückstau ist riesig“, berichtet Zwirner. In beide Richtungen fällt während der Arbeiten der Standstreifen weg. Trotz starkem Reiseverkehr seien aber bislang nur wenige Extremstörungen mit Stau bis Pforzheim aufgetreten. So seien auch die Karlsruher Bergdörfer durch ausweichenden Schleichverkehr nicht so stark belastet wie bei früheren Baustellen auf der A 8. Bergauf bleibt es in der Bauphase zwar durchgehend immerhin bei Zweispurigkeit. „Aber die Kriechspur fehlt“, erläutert Zwirner. Lastwagen, die mit Tempo 20, 30 den Hang hinaufkeuchen, behindern also den Aufstieg aus der Rheinebene für alle Autos.

Eine Halbierung der Pendlerzahl und vor allem „der Wegfall der Schülertransporte um 100 Prozent“ lasse auch die Unfallzahlen proportional zurückgehen, versichert der Verkehrsexperte der Polizei. Eine neue Gefahrenstelle aber hat die Polizei ausgemacht: „Auch für Autofahrer besteht die Gefahr, bei Lkw-Fahrern in den toten Winkel zu geraten“, sagt Zwirner. Dies sei wiederholt beim Einfädeln in den B-10-Verkehr von Knielingen Richtung Rheinbrücke passiert. Dabei haben laut Zwirner Brummis vor ihnen einbiegende Pkw auf die Hörner genommen – glücklichweise sei wegen der geringen Geschwindigkeit im stockenden Verkehr niemand verletzt worden.

Kriegsstraße nur einstreifig befahrbar

Die Kriegsstraße ist Richtung Westen zwischen Mendelssohnplatz und Ettlinger Tor nahe der Kreuzstraße vorläufig nur einstreifig befahrbar. Die andere Spur hat man nun für den Baustellenverkehr reserviert. Allerdings nur bis Ferienende kommt man stadteinwärts direkt am Mendelssohnplatz sowie stadtauswärts Höhe Staatstheater auch lediglich einspurig durch. Zwirner hält dies derzeit für unproblematisch.

Nach der Urlaubszeit könnte es am Nadelöhr dichter werden

Er erwartet aber, dass das Nadelöhr Kriegsstraße nach der Urlaubszeit besonders Richtung Westen (Karlstor) oft dicht ist. Dies kann dann auch schon den Erhardboulevard zurück bis zum Karlsruher Kreisel zustauen. Die Kombi-Bauherrin Kasig versichert, dass sie möglichst die Kreuzungsabschnitte der Kriegsstraße zweispurig lässt, damit der Verkehr auf der City-Autobahn im Umbau bis Ende 2021 nicht kollabiert.

Ende August wieder freie Fahrt am Oststadt-Kreisel

„Die Behinderungen am Oststadt-Kreisel in den Ferien – das ist doch so gewollt“, beruhigt Zwirner erhitzte Gemüter, die besonders vergangenen Montag schon auf der Wolfartweierer Brücke stadteinwärts im Stau standen. Am 28. August soll dort wieder freie Fahrt herrschen.

„Durch die vielen Gleiswechsel-Baustellen der Verkehrsbetriebe Karlsruhe sind keine Auswirkungen auf den Autoverkehr festzustellen“, betont Zwirner. Dabei mache sich im Sommer auch die Verkehrswende mit dem immer stärkeren Umstieg aufs Fahrrad bemerkbar.