Laut ist die Drohne nicht, dafür aber sehr hell leuchtend. | Foto: Air Bavarian

Fliegendes Objekt gesichtet

Ufo-Sichtungen über Karlsruhe: Das steckt dahinter

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In den vergangenen Nächten meldeten sich mehrere Anwohner bei der Polizei in Karlsruhe, die über der Karlsruher Oststadt ein bunt leuchtendes fliegendes Objekt gesichtet hatten. Auch in der kommenden Nacht wird dieses „unbekannte Flugobjekt“ noch einmal über Karlsruhe fliegen. Das steckt hinter der Aktion.

„Es gibt natürlich eine Genehmigung. Der Polizei haben sie Bescheid gegeben“, sagt Florian Herr von der Polizei Karlsruhe. „Sie“, das sind das Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe, Rebekka Volk vom Institut für Industriebetriebslehre am KIT und die Firma Air Bavarian, die für das leuchtende Flugobjekt, eine Drohne nämlich, verantwortlich ist.

Drohne sammelt Daten über Gebäude

„Es geht um Datenerfassung“, erklärt Marinus Vogl, Geschäftsführer von Air Bavarian, auf BNN-Anfrage. „Mit der Drohne suchen wir das Stadtgebiet systematisch mit einer Wärmekamera ab, um Erkenntnisse über die Sanierung und Abdichtung von Leitungen von Gebäuden zu gewinnen.“ Im Fokus des Projekts stehen ausschließlich Gebäude, die der Stadt gehören. Die Daten, die die Drohne bei ihren nächtlichen Ausflügen sammelt, sollen Aufschluss darüber geben, ob an den öffentlichen Gebäuden Sanierungsbedarf besteht. Die Drohne müsse nachts fliegen, weil die Sonne am Tag zu stark sei, so Vogl.

Das passiert heute Nacht

Lärm müssen die Karlsruher nicht fürchten: Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 60 bis 80 Metern und „wenn ein Motorrad vorbei fährt, hört man das deutlich lauter“, versichert Marinus Vogl. Allerdings sei die Drohne am Nachthimmel gut sichtbar, da sie sehr stark beleuchtet sei. Eine „Schicht“ dauert etwa von 19 Uhr am Abend bis etwa vier Uhr morgens. In dieser Zeit befindet sich die Drohne fast durchgehend in der Luft und zieht systematisch ihre Bahnen. 40 Minuten lang hält ein Akku die Drohne in der Luft. Dann muss sie für den Akkuwechsel einen etwa zweiminütigen „Boxenstopp“ einlegen, erklärt Vogl. Start- und Landepunkt der Drohne ist das Gebäudedach des KIT. In der kommenden Nacht wird die Drohne ihre vorerst letzte Nachtschicht antreten. Dann ist die Datenerfassung voraussichtlich abgeschlossen. Eine letzte Gelegenheit für alle Interessierten also, die Drohne noch einmal bei der Arbeit zu beobachten.

Für alle, die heute Nacht keine Zeit haben, den Nachthimmel abzusuchen, haben wir hier ein Video: