Was wäre eine Geburtstagsfeier für Kinder ohne Gummibärchen, Kuchen oder Muffins? In immer mehr Kindergärten gibt es hierfür jedoch spezielle Regeln. | Foto: imago images / Panthermedia

Nach Streit in Bayern

Unerwünschter Geburtstagskuchen: Viele Karlsruher Kindergärten verbieten mitgebrachte Lebensmittel

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Kuchen, Muffins oder Gummibärchen: Solche Süßigkeiten wurden häufig an Geburtstagen verteilt. In Karlsruher Kindergärten werden neue Ideen für den Anlass ausprobiert.

In vielen Kindergärten läuft ein Geburtstag oft wie folgt ab: Die Kinder bilden einen Sitzkreis, in der Mitte wird eine Kerze angezündet. Ein Kindergärtner liest ein neues Kapitel aus einem Buch vor.

Die Gruppe singt Lieder wie „Hoch soll er leben“ oder „Happy Birthday to you“. Am Ende der Feier überreicht das Geburtstagskind stolz jedem im Kreis einen – von Mama oder Papa – selbst gebackenen Muffin.

Aus Muffins wird ein Problem

In Karlsruhe sind die mitgebrachten Speisen ein Thema, welches auf Elternabenden oftmals diskutiert wird. Im Evangelischen Kindergarten in Grünwettersbach zum Beispiel sind Süßigkeiten generell nicht erwünscht. Für Geburtstage und spezielle Anlässe gibt es hierfür aber eine Ausnahme. Es liegt im Ermessen der Eltern des Geburtstagskindes, welche Mitbringsel ihr Kind verteilen darf. Oftmals werden Obst, Kuchen oder Gummibärchen mitgebracht.

Kaum vorstellbar, dass hierüber ein Streit entstehen könnte. Im Bayrischen Bissingen gipfelte ein solcher Streit nun jedoch sogar in eine Unterschriftensammlung. Dort wurde das Verteilen von Lebensmitteln an andere Kinder aufgrund von „Hygienischen Mängeln“ indes komplett verboten. Die Partei „Bürger für Bürger – für Alle Kesseltaler“ hat auf ihrer Facebookseite einen entsprechenden Elternbrief des Kindergartens veröffentlicht.


Auf Anfrage an fünf Kindergärten in Karlsruhe bestätigen die meisten ein Verbot für das Verteilen von Speisen auch in ihrer Einrichtung. Gründe hierfür sind nicht immer die Bedenken von Eltern bezüglich der ungesunden Ernährung ihrer Kinder. So wird mit dem Verbot etwa versucht, die finanziellen Möglichkeiten der Eltern auszublenden und Ungerechtigkeit zwischen den Kindern zu vermeiden.

Um den Kindern dennoch eine schöne Feier zu bieten, haben viele Kindergärten eine eigene Regelung für entsprechende Fälle entwickelt. Mit einem gemeinsamen Backen löst dieses Problem zum Beispiel der Katholische Kindergarten in der Waldeckstraße in Karlsruhe. Hier backt die Kindergartengruppe für das Geburtstagskind einen Kuchen. Im Katholische Kindergarten St. Angela in Karlsruhe wird ebenso Kuchen für diesen Anlass erlaubt.

Entscheidung bei den Eltern

Im Kindergarten des Freien Kindergartens Karlsruhe e.V. wird über das Thema Ernährung im Kollektiv entschieden. Trotz des Einflusses der Kindergärtner liegt die Entscheidung in der Hand der Elterninitiative, die den Kindergarten trägt. Überlegungen zu einem „zuckerfreien Kindergarten“ fanden bisher keine Mehrheit. Daher entscheiden die Eltern selbst, was mitgebracht wird.

Einen etwas anderen Weg geht das ebenfalls von einer Elterninitiative getragene Kinderhaus Kunterbunt. Hier bereiten die Eltern des Geburtstagskindes den Nachtisch vor. Das Motto lautet: entweder Süßes für alle – oder Süßes für keinen.