Können nur noch hinterherschauen: Auch das 3:0 in der 29. Minute durch Matthias Rahn konnten KSC-Spieler Manuel Stiefler und Torwart Benjamin Uphoff nicht verhindern. | Foto: GES

Heimpleite statt Dreier

Ungenügend: KSC kassiert klare Niederlage gegen Liga-Schlusslicht Lotte

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Der erste Dreier im heimischen Wildpark sollte es für den Karlsruher SC gegen Ligaschlusslicht Sportfreunde Lotte werden. Doch es wurde die erste Pleite.

Es wurde bitter für den in Durchgang eins schlecht spielenden KSC, der innerhalb von 30 Minuten drei Gegentore kassierte. Am Ende hatte die Truppe von Coach Alois Schwartz vor rund 10 000 Zuschauern eine 1:3 (1:3) Niederlage zu verarbeiten.

KSC mit veränderter Startelf

Die Karlsruher waren nach dem Wechsel von Florent Muslija mit veränderter Aufstellung an den Start gegangen. So bekam Justin Möbius sein Startelfdebüt und auch A-Juniorenspieler Malik Batmaz feierte  seinen ersten Einsatz von Beginn an.

Besser gestartet war der Tabellenletzte aus Lotte, der mit seinem neuen Trainer Nils Drube mutiger sein wollte. Weder Jeron Al-Hazaimeh noch Oesterhelweg konnten ihre Chancen nutzen. Der KSC bekam den Ball nicht weg und Daniel Gordon (2.) rutschte zum Klären in den Ball. Die Kugel rutschte nur knapp am Tor von Benjamin Uphoff vorbei.

Gegentor eins und zwei

Im Gegenzug waren die Hausherren nach Ecke zu harmlos und auch hinten war der KSC nicht sattelfest. Und so leitete ausgerechnet Ex-Karlsruher Marcus Piossek das Gegentor der Karlsruher ein. Er brachte den Ball zu Alexander Langlitz (7.), der in den Strafraum flankte, wo David Pisot klären wollte und zum 1:0 für Lotte einschob. Die Karlsruher waren geschockt. Lotte machte das Spiel, wie es ihr Trainer von ihnen gefordert hatte.

Drei Minuten später verlor Manuel Stiefler im Angriff die Kugel und Gerrit Wegkamp (11.) lief der Abwehr davon und zog ab. Das Leder flog erneut nur knapp am Tor vorbei.

Nach vorne gelang dem KSC nicht viel. Nach hinten noch viel weniger. Und dann gab es die ersten Pfiffe gegen die Karlsruher im eigenen Stadion. Denn erneut zappelte der Ball im Tor hinter Benjamin Uphoff. Ballverlust im Angriff, langer Ball zu Lindner, der die Kugel zu Maximilian Oesterhellweg schob. Für ihn war es kein Problem sich gegen vier Karlsruher durchzusetzen und zum 0:2 einzuschieben.

Ingo-Raus-Rufe

Aber es sollte noch bitterer werden. Hatte KSC-Coach Alois Schwartz zuvor noch gefordert, dass seine Mannschaft hellwach sei. Die Pfiffe aus dem Publikum wurden noch viel lauter. Erneut stellte sich der KSC nicht gut an und Matthias Rahn (29.) traf nach Eckball zum 3:0.

Zwar gab Malik Batmaz nach 31 Minuten den ersten Torschuss für die Badener ab, dies sollte aber die einzige Chance bis dato sein.

Jetzt kam von den Rängen kaum mehr Support, stattdessen kamen „Ingo raus-Rufe“. Wer aber ebenfalls mehr als besorgt war, war Schwartz. Er nahm Stiefler raus, brachte Janis Hanek.

Tor für die Karlsruher

Der KSC ging stärker in die Offensive und kam zu seiner dritten Ecke, die auch zum Erfolg führte. Justin Möbius nutzte seine Chance und sorgte nach Ecke von Marvin Wanitzek für den Treffer des KSC.

Im Anschluss kamen „Wir wollen euch kämpfen sehen“-Gesänge und die Karlsruher Truppe wurde nun mutiger. Es folgte der nächste Standard. Wanitzek trat den Freistoß allerdings über das Tor. Dennoch war von den Badenern nun offensiv mehr zu sehen, wenn man auch zu ungenau agierte.

Ungenaue Pässe und Ballverluste dominierten das Spiel der Karlsruher. Lotte schien Respekt zu haben, wenn der KSC aggressiv nach vorne spielte. Trotzdem gab es Pfiffe von den Rängen.

Zeit, dass sich was dreht

Nach Wiederanpfiff hatten sich die die KSC-Fans das letzte Lied von Herbert Grönemeyer , das die Stadionregie spielte, als Vorbild genommen und skandierten fortan: „Zeit, dass sich was dreht, Zeit, dass Ingo geht, Ingo geht.“ Noch blieb Trainer Schwartz verschont.

Auch Schwartz hatte sich etwas überlegt und Saliou Sane für Marvin Pourie gebracht. Der hatte kurz darauf auch die erste gute Möglichkeit. Co-Trainer Moutas hatte erklärt, dass es laut geworden war in der Kabine. Mit Erfolg. Es war nun mehr Zug zum Tor im KSC-Spiel. Die Karlsruher waren nun erneut offensiv besser unterwegs, während Lotte versuchte, den KSC vom Tor fernzuhalten.

Elfer verschossen

Dies gelang nicht so gut. So kam Möbius (57.) wenige Meter vor dem Tor an den Ball, rutschte aber beim Schussversuch aus, auch der nächste Schuss traf das Tor nicht. Und Saliou Sané (57.) scheiterte mit seiner Chance an Schlussmann Steve Kroll. Wenig später rutschte auch Sane an der Hereingabe vorbei.

Dann kam die Chance für die Karlsruher, die man eigentlich nicht hätte liegen lassen können. Tobias Schulte entschied nach Foul auf Strafstoß, den Wanitzek (66.) schießen sollte. Keeper Kroll jedoch war zur Stelle und Sane semmelte den Nachschuss über den Kasten.

Zwar war der KSC nun offensiv besser unterwegs, viel genauer wurde er aber nicht. Lotte stand gut, machte nach vorne nicht mehr viel. Choi kam eine Viertel Stunde vor Schluss und gab sogleich den ersten Schuss aufs Tor ab, Keeper Kroll aber war zur Stelle. Dann kam auch Lotte wieder gefährlicher vors Tor. Aygün Yildrim (78.) scheiterte aber mit seinem Versuch nach schnellem Konter.

Auf der Gegenseite drängten die Karlsruher wieder und Möbius (80.) scheiterte mit seinem Freistoß am Gästekeeper. Auch Uphoff musste noch einmal eingreifen, als Wegkamp (86.) in einer der wenigen Möglichkeiten vor seinem Tor auftauchte.

Erste Niederlage

Kroll dürfte von seinen Vorderleuten ein großes Dankeschön im Anschluss bekommen haben. Denn auch vier Minuten vor Schluss hielt er gegen Sané seine Mannschaft weiter vorne.

Die Karlsruher erhöhten den Druck immer weiter, die Genauigkeit jedoch fehlte. Die Chancen, die man sich in Durchgang zwei erarbeitet hatte, hatte man teils fahrlässig liegen gelassen. Immerhin hatten die Zuschauer nach dem harmlosen Auftritt in Halbzeit eins eine andere Spielweise gesehen.

KSC: Uphoff, Roßbach, Gordon, Pisot, Thiede, Wanitzek, Stiefler (36. Hanek), Fink, Möbius, Pourie (46. Sane), Batmaz (77. Choi).