Eine Wespe beißt aus einer Scheibe Schinken ein Stück heraus. Die schwarz-gelben Insekten sind meist unerwünschte Begleiter unserer Sommerfreude. Wie kann man aber die nützlichen Insekten sanft und sicher abwehren? Es gibt viele Methoden und ein bislang erfolgreichen Hausmittel. Aber in diesem Extremsommer... | Foto: avs

Eigentlich müsste es helfen

Unser Mittel gegen Wespen

Anzeige

Der Biergarten eines beliebten Lokals war gut gefüllt. Um die Mittagszeit störte Hitze noch wenig dank Bäumen und Sonnenschirmen. Auf dem Weg zu diesem Ferienort sahen wir drinnen im Lokal einen vereinzelten Mann sitzen. Einen Bekannten. Nach kurzer Begrüßung erklärte er, warum er wie eine Kellerassel den dunkleren Teil des Ortes bevorzugte: Bestimmte Besucher hatten ihm derart das Essen vermiest, so dass er kampflos flüchtete. Die Vertreiber waren keine lautstarken Versicherungsvertreter, die in der Pause weiter ihren telefonischen Kundenservice aufrecht erhielten. Sondern schwarz-gelb gemusterte Tischgenossen. Keine stattlichen Fans von Borussia Dortmund, vielmehr, man ahnt es, schmal taillierte Exemplare von Vespula germanica. Die Deutsche Wespe ist gerade im August in aller Munde. Nein, natürlich ist sie das hoffentlich nicht. Sie bereitet schon genug Sorgen beim Essen draußen.

Unser altes Hausmittel immer dabei

Wir wappnen uns auch in Gartenlokalen mit einem Gerät gegen Wespen. Ein Hausmittel, irgendwann mal aufgeschnappt. Ein kleiner gläserner Zerstäuber, mit Wasser gefüllt und als Spritze mit gewisser Sprühreichweite ausgestattet. Setzt sich eine Wespe auf den Teller, wird sie anvisiert und angespritzt. Ein zwei, drei Mal. Trifft man halbwegs, steigt sie in die Höhe und bleibt für eine Weile brummelig putzend weg. Ein sanftes Vertreiben dieser nützlichen Tiere, die man ja nicht hektisch zu noch stärkerer Belästigung anstacheln soll.

Täuschen und Ablenken

Als weitere Methode, im Internet stets als ganz sichere angepriesen, gilt das Anzünden von Kaffeepulver. Ob das aber die Servicekräfte im Biergarten so gut finden? Helfen soll außerdem, einen Packen Packpapier zu zerknüllen und über den Tisch zu hängen. Die Wespen denken dann, aha, das ist das Nest einer verfeindeten Wespennachbarschaft und umfliegen es weiträumig. Aber wer packt immer Packpapier beim Radausflug ein? Da könnte schon eher das Abspielen der Ouvertüre „Die Wespen“ von Ralph Vaughn Williams per Smartphone friedlich stimmen. Das stört allerdings die Versicherungsvertreter am Nebentisch. (Was übrigens fast nie hilft, sind Marmelade- und Honigschalen als Ablenkung. Es müssten schon halbverfaulte Weintrauben sein.)

Oh, dieser extreme Sommer

Es bleibt also bei der Wasserspritze. Pech nur, dass Wespen ab und zu das Nass fürs Nest brauchen können. Weil auch für sie dieser Sommer extrem heiß ist, scheinen sie jetzt die Spritzattacken sitzen bleibend sogar zu genießen.