Rauschgiftkriminalität
Neun Jahre Gefängnisstrafe gab es in Karlsruhe für einen 22-Jährigen, der im November 2017 einen Mann mit einem Faustschlag tödlich verletzte. | Foto: BNN

Urteil nach Tod eines KSC-Fans

Neun Jahre Haft für Schläger

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Neun Jahre Gefängnis für einen Schläger – so lautet das Urteil gegen den 22-Jährigen, der im November 2017 nach einem Spiel des KSC im Schlossgarten einen 35-Jährigen aus Bruchsal völlig unvermittelt und ohne erkennbaren Anlass ins Gesicht geschlagen hat.

Das Opfer stürzte auf den Hinterkopf und starb zwei Tage später im Krankenhaus. „In einer einzigen schicksalhaften Sekunde hat der Täter ein Leben ausgelöscht“, so  Richter Leonhard Schmidt. Das Leid der betroffenen Familie habe die Kammer angerührt. Das Urteil des Vorsitzenden Richters  Schmidt für den Schläger lautete allerdings nicht auf Totschlag, wie es die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, sondern auf „Körperverletzung mit Todesfolge“.

Angehörige reagierten geschockt

Die Familie und die Freunde des Opfers reagierten teilweise geschockt auf dieses Urteil, Nebenklägervertreter Winfried Rehm zeigte sich angesichts des Urteils „emotional aufgewühlt“. Der Richter sah in seiner Urteilsbegründung die „totale Sinnlosigkeit“ der Tat, man könne auch nicht den geringsten Ansatz für einen Grund dieser Attacke erkennen. Schmidt erinnerte noch einmal an den Ablauf des Tages, bei dem der nun verurteilte einstige Zeitsoldat schon im Umfeld des Spiels Streit gesucht hatte. Seine Aussagen, dass er vom späteren Opfer im Schlossgarten provoziert wurde, gar als Deutsch-Iraner rassistisch beleidigt worden sei, sei „schlichter Unsinn“. Er habe einen 20 Kilo leichteren und kleineren Mann „brutal“ ins Gesicht geschlagen.

Ausführlich begründete Schmidt, wieso er und die Kammer nicht auf Totschlag erkannten. Für einen Tötungsvorsatz, eine Tötungsabsicht oder einen bedingten Tötungsvorsatz habe der 22-Jährige erkennen müssen, welche tödlichen Folgen sein Schlag haben konnte. „Solch eine Überzeugung konnte sich die Kammer nicht verschaffen“. Die Kammer wisse, dass die Nebenklage mit diesem Urteil nicht zufrieden sein werde, doch die Kammer müsse beides berücksichtigen, die Tat und ihre rechtliche Einordnung sowie die Person des Täters. Schmidt verwies auf die Rechtssprechung in gleichgelagerten Fällen. An die Familie gerichtet sagte er: „Ihr Kummer wird nicht kleiner, auch bei einer elf, zwölf- oder 13-jährigen Haftstrafe“.