Unter großem Publikumsinteresse hat am Montag vor dem Landgericht in Baden-Baden der Mordprozess gegen einen 24-Jährigen begonnen. Er soll in Bühlertal seine Ex-Freundin ermordet haben.
Unter großem Publikumsinteresse hat am Montag vor dem Landgericht in Baden-Baden der Mordprozess gegen einen 24-Jährigen begonnen. Er soll in Bühlertal seine Ex-Freundin ermordet haben. | Foto: pr (Archiv)

Erster Verhandlungstag

Verbrechen in Bühlertal: 24-Jähriger muss sich in Baden-Baden wegen Mordes verantworten

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Unter großem Publikumsinteresse hat am Montag vor dem Landgericht in Baden-Baden der Mordprozess gegen einen 24-Jährigen begonnen. Der Mann soll seine Ex-Freundin in seiner Wohnung in Bühlertal erwürgt haben.

Die Richter stehen vor einer schwierigen Aufgabe, denn es gibt nach bisherigen Erkenntnissen keine direkten Zeugen des Verbrechens, das sich im vergangenen September im idyllischen Schwarzwaldort Bühlertal abspielte.

Nach den eingehenden Untersuchungen und einem rechtsmedizinischen Gutachten lautet am ersten Verhandlungstag des Schwurgerichtes im Sitzungssaal 118 im Landgericht Baden-Baden die Anklage auf Mord, den der damals 24-jährige deutsche Staatsangehörige an seiner 20-jährigen Ex-Freundin verübt haben soll.

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Zu Beginn der Hauptverhandlung wurde dem Angeklagten eingeräumt, sich zu den Anschuldigungen frei zu äußern. Dieser ließ von seinem Verteidiger verkünden, dass er sich momentan nicht zu den Vorgängen äußern möchte.

Zum Prozessauftakt zeigten die Medien erwartungsgemäß eine breite Aufmerksamkeit. „Ich bin hier, weil ich einmal sehen möchte, wie das mit so einem beschuldigten Menschen abläuft, den ich persönlich kenne. Bislang war eigentlich immer von Totschlag die Rede. Und jetzt auf einmal von Mord. Ich kenne die beiden jungen Leute schon lange und mich interessiert brennend, was der Auslöser für die Staatsanwaltschaft ist, die Anklage auf Mord zu begründen“, erklärte eine aus Bühlertal angereiste Beobachterin.

Die Öffentlichkeit interessiert nach wie vor, was sich an diesem frühen Dienstagmittag abspielte, als die zwei jungen Menschen in einem Haus unweit des Waldrandes im Bühlertäler Obertal das letzte Mal aufeinander treffen.

Kurz darauf soll eine Angehörige des mutmaßlichen Täters am Tatort eingetroffen sein, offensichtlich informiert durch eine zuvor vom Täter abgesetzte SMS, die möglicherweise Hinweise auf die Bluttat enthielt.

Mutmaßlicher Täter und Oper waren bis kurz vor der Tat ein Paar

Fest steht schnell, dass die beiden jungen Personen bis kurze Zeit vor dem Tod der jungen Frau in einer Beziehung standen. Dem Vernehmen nach hatte die junge Frau offensichtlich ihren Besuch bei ihrem Ex-Freund angekündigt, um ihre letzten Sachen aus der Wohnung abzuholen.

„Sie wollte nur ihre restlichen Sachen abholen. Dann kam es jedoch zur Auseinandersetzung, die schließlich völlig aus dem Ruder lief und so eskalierte“, schilderte kurz nach der Tat eine nahe stehende Person die dramatischen Ereignisse gegenüber den BNN.

Genauer Tatverlauf liegt noch im Dunkeln

Was in dem unscheinbaren Familienhaus in dem ruhig gelegenen Ferienort Bühlertal genau geschah, liegt gut fünf Monate nach der Tat völlig im Dunkeln. Eigentlich sei die ganze Situation zwischen den beiden jungen Leuten schon vor dem Tatzeitpunkt geklärt gewesen, schilderte kurz danach eine gut vernetzte Bühlertälerin Innenansichten dieser Beziehung.

„Sie hatte schon vor zwei Wochen für Klarheit gesorgt und sich von dem Kerl getrennt“, gab sie gegenüber den BNN zu verstehen.

Geschah das Verbrechen spontan oder im Affekt?

Es gibt keine direkten Nachbarn, die etwa durch Hilferufe des Opfers aufmerksam geworden sind. Aber es gibt eben Hinweise, dass sich die Tat durch einen Nachrichtenwechsel per Handy für Insider angekündigt. hat. Die Frage ist also: Was stand in dieser Nachricht, an wen war sie adressiert –  und was war der Inhalt?

Diese Fakten dürften den Richtern wichtige Erkenntnisse darüber liefern, ob sich die Tat spontan, also im Affekt, oder geplant ereignete. Die Polizei war am jenem verhängnisvollen Dienstagmittag direkt nach dem Einsatz am Tatort von einem Gewaltverbrechen ausgegangen.

Sie hatten den Mann direkt am Tatort festgenommen. Um genaue medizinische Erkenntnisse über die Todesursache zu erlagen, wurde die junge Frau kurze Zeit später obduziert.

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Nächsten Verhandlungstage Ende März

Dabei bestätigte sich der gewaltsame Tod der jungen Frau. Da der verhaftete Tatverdächtige sich in Schweigen hüllte, mussten die Kriminaltechniker, Rechtsmediziner und die Staatsanwaltschaft sämtliche verfügbaren Daten und Hinweise sammeln.

Der Notruf war am 24. September exakt um 13.22 Uhr eingegangen. Danach ging alles sehr schnell. Die verständigten Zivilermittler tauchen kurze Zeit später in Bühlertal auf. Aber die junge Frau im Alter von lediglich 20 Jahren konnte nicht mehr wiederbelebt werden. Es gab einige Hinweise, nach denen eine Bekannte des Opfers kurz zuvor am Tatort eingetroffen und vergeblich Wiederbelebungsversuche unternommen haben soll.

Die Nachricht von dem Verbrechen im Obertal verbreitete sich im vorigen September wie ein Lauffeuer. „Sie war wirklich ein nettes Mädchen und an ihrem Arbeitsplatz und bei den Kameraden der Feuerwehr beliebt“, war darauf in Bühl zu vernehmen. Alle waren zu diesem Zeitpunkt von der schrecklichen Nachricht „wie vor den Kopf geschlagen“.

Die nächsten Verhandlungstage wurde vom Richter für den 25., 26. und 27. März am Landgericht Baden-Baden festgesetzt.