Stillstand: Die Straßenbahnen der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) bleiben am Dienstag im Depot. Die Bürger müssen sich am Dienstag aber auf noch mehr Einschränkungen einstellen. Verdi hat erneut zum Warnstreik im öffentlichen Dienst aufgerufen. | Foto: jodo

Stillstand in Karlsruhe

Verdi ruft erneut zum Warnstreik im öffentlichen Dienst auf

„Wir wollen nicht die Bürger ärgern“, sagt Thorsten Dossow klipp und klar. Er sei selbst ein betroffener Vater. „Aber wir haben nur dieses eine Mittel zur Verfügung – den Streik“, betont der Vorsitzende von Verdi Mittelbaden-Nordschwarzwald. Seine Gewerkschaft bringt am Dienstag, 10. April, den öffentlichen Dienst in Karlsruhe wieder zum Stillstand. Zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen müssen sich die Bürger auf erhebliche Einschränkungen einstellen.

Diesmal wird auch das Städtische Klinikum bestreikt

Vom ersten Warnstreik am 23. März war das Städtische Klinikum noch aufgrund der Grippewelle ausgenommen, diesmal folgen die Beschäftigten des Klinikums dem Streikaufruf und gehen ebenfalls auf die Straße. Eine Notdienstvereinbarung sei unterschrieben worden, sagt Dossow.

Städtische Kitas und Horte bleiben zu

Die Arbeit werden an diesem Tag unter anderem auch die Mitarbeiter beim Amt für Abfallwirtschaft (AfA), im Tiefbauamt, beim Zoll, bei den Stadtwerken, im Gartenbauamt sowie bei der Sozial- und Jugendbehörde niederlegen. Auch am KIT wird gestreikt. Eltern müssen ihren Nachwuchs alternativ versorgen, denn in vielen städtischen Kindertagesstätten (Kitas) und Horten bleiben die Türen geschlossen.

Straßenbahnen bleiben im Depot

 

Betroffen sind auch Pendler: Die Straßenbahnen der Linien 1 bis 6 sowie die Nightliner bleiben im Depot. Die Stadtbahnlinie S 2 fährt ebenfalls nicht. Bei den Buslinien 30, 31, 44, 47, 62 und 73 richten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) mit Subunternehmern einen Notverkehr ein. Planmäßig rollen hingegen die Stadtbahnen der Linien S 1/11, S 3, S 31, S 32, S 4, S 5, S 51, S 52, S 7, S 71 und S 8. Denn das Personal der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) unterliegt einem anderen Tarifvertrag.

Verdi erwartet gut 3000 Demonstranten in Karlsruhe

Zur Demonstration und Kundgebung erwartet Verdi am Dienstag gut 3 000 Menschen – beim ersten Warnstreik waren es laut Verdi mehr als 800 Arbeitnehmer. „Diesmal erwarten wir mehr als 40 Busse mit Streikenden aus der Region, darunter Pforzheim, Rastatt, Baden-Baden und Ettlingen. Damit haben wir nicht gerechnet“, so Dossow.

Zur Demonstration mit Kundgebung am Dienstag in Karlsruhe erwartet Verdi mehr als 3000 Teilnehmer. | Foto: Patrick Seeger/Archiv

Der Demonstrationszug startet am Dienstag um 10.30 Uhr beim „Südwerk“ Bürgerzentrum in der Südstadt, Henriette-Obermüller-Straße 10. Von dort ziehen die Streikenden durch die Stadt bis zum Friedrichsplatz, wo gegen 11.15 Uhr die Kundgebung beginnt. Als Hauptredner tritt Martin Gross, Verdi Landesbezirksleiter Baden-Württemberg, auf. Außerdem spricht Silke Gleitz, Betriebsratsvorsitzende von den VBK.

Der Arbeitgeber hat bisher kein Angebot vorgelegt.

„Wir wollen den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde am 15. und 16. April erhöhen. Bisher hat der Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Es gibt gar nichts – und das bringt die Beschäftigten auf die Palme“, sagt Dossow.

Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten

Verdi fordert für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden.