Allzeit bereit: Bei allem technischen Fortschritt ist es der ehrenamtlich engagierte Mensch, hier bei einem Einsatz in Zeutern im vorigen Jahr, der den Fortbestand der Freiwilligen Feuerwehren sichert.
Allzeit bereit: Bei allem technischen Fortschritt ist es der ehrenamtlich engagierte Mensch, hier bei einem Einsatz in Zeutern im vorigen Jahr, der den Fortbestand der Freiwilligen Feuerwehren sichert. | Foto: Feuerwehr

Wehren im Landkreis Karlsruhe

Verfügbarkeit der Feuerwehrleute tagsüber ist ein Problem

Von Klaus Müller
„Wir sind halt ein Familienbetrieb.“ Diese kurze Anmerkung eines im Ehrenamt engagierten Feuerwehrmanns, getätigt vor zwei Jahren, weckte in Thomas Hauck einige Überlegungen, Gedanken, die auch in die Zukunft strahlen sollten – und zwar in die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Karlsruhe. Dass Hauck im gleichen Maße ein Feuerwehrfamilienmitglied und genauso ein Mann klarer Strukturen ist, wurde in Östringen bei der Kommandantendienst- und Kreisfeuerwehrverbandsversammlung schnell deutlich. Es war übrigens das letzte Mal, dass er in der Funktion des Kreisbrandmeisters ans Mikro trat. Nächstes Jahr geht Hauck in den Ruhestand.

Hauptamtliche sollen Ehrenamt entlasten

Die Feuerwehr, so Hauck, produziere Sicherheit auf einem hohen Standard. Dafür brauche sie – wie in einem Familienbetrieb – leitungsfähige Führungskräfte, die den notwendigen Freiraum haben sollten, um verantwortlich führen zu können. Das Gleiche gelte für fachlich fundierte Mitarbeiter, die keineswegs mit einem „Mindestlohn“ abgespeist werden dürften. Hauck bezog dies auf die hauptamtlichen Feuerwehrleute; für ihn eine wichtige Größe, um das Ehrenamt zu entlasten.

Warnung vor „Verschlafen“  der Entwicklung

In manchem Kommunen gebe es dafür gute Beispiele. Ansonsten: „Ich prophezeie allen Uneinsichtigen, welche die derzeitige Entwicklung bei den Feuerwehren ignorieren oder verschlafen, dass sie diese Fehler irgendwann einmal teuer bezahlen werden.“ Der Kreisbrandmeister bezog dies sinngemäß auf die Tagesverfügbarkeit des Feuerwehrpersonals. Den Gedanken hatte zuvor schon der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Karlsruhe, Eckhard Helms, aufgegriffen: „Personell stehen wir im Landkreis noch gut da. Probleme gibt es bei der Tagesverfügbarkeit.“

Arbeit in Jugendwehren wird immer wichtiger

Umso wichtiger, auch darin sind sich Hauck und Helms einig, sei eine gute Arbeit in den Jugendfeuerwehren – das werde der Schlüssel zum Erfolg sein. „Personal erhalten und gewinnen“ bezeichnete in seinem Grußwort auch Landesbranddirektor Karsten Homrighausen als eine der wichtigen Herausforderungen. Das Thema „interkommunale Zusammenarbeit, sich professioneller aufzustellen“ brachte in seinem Grußwort der Östringer Bürgermeister Felix Geider zur Sprache. Grußwortredner Gerd Zimmermann, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands, betrieb eifrig Werbung für den Landesfeuerwehrtag in Heidelberg vom 14. bis 22. Juli.

Engagement mit Werten

Und dann gibt es ja noch den „Feuerwehrmenschen“ im Speziellen. Trotz allen Fortschritts, auch daran besteht für Hauck kein Zweifel, sichere den Fortbestand der Freiwilligen Feuerwehren allein der „ehrenamtlich engagierte Mensch“; ein Engagement, das er mit bestimmten Werten verbindet: Kameradschaft, Respekt, Verantwortung und Toleranz. „Meines Erachtens gibt es in der Feuerwehr von heute mehr denn je die Notwendigkeit, die Zukunft mit guten Vorsätzen lebens- und liebenswürdiger zu gestalten“, so Hauck.

Digitale Infrastruktur der Zukunft

Im Mai, berichtete Landrat Christoph Schnaudigel, entscheide der Kreistag über Haucks Nachfolge. Aber auch in Sachen digitale Infrastruktur, nicht zuletzt die Anbindung der Feuerwehrhäuser an Glasfaserleitungen, wird sich laut Schnaudigel einiges tun.
Seinem Dank an die Freiwilligen Feuerwehren schloss sich Thomas Rüttler vom Polizeipräsidium Karlsruhe an. Er hob die „sehr gute Zusammenarbeit“ zwischen der Feuerwehr und der Polizei hervor.
Im Verlauf der Versammlung zeichneten Dietmar Löffler und Michael Hambsch vom Technischen Hilfswerk Baden-Württemberg Kreisbrandmeister Hauck mit einer Ehrenurkunde, verstanden als Dank und Anerkennung, für die gute Zusammenarbeit aus.