Bis Dezember ist die Ortsdurchfahrt in Palmbach gesperrt, nur Busse kommen derzeit noch direkt von Stupferich nach Palmbach. | Foto: Jodo

Ortsdurchfahrt gesperrt

Verkehrschaos in Palmbach

Anzeige

Die Palmbacher sind sauer. Seit Anfang der Woche ist ihre Ortsdurchfahrt voll gesperrt – doch so reibungslos, wie die Wettersbacher Ortsverwaltung noch in ihrer Sitzung am Dienstagabend versicherte, läuft das nicht.

Von „katastrophalen Zuständen“ spricht ein Anwohner, über eine „stinkende Kloake“ ärgert sich ein anderer. Der Grund: Die Vollsperrung der Talstraße kümmert nicht alle Verkehrsteilnehmer. Bis Dezember werden in dem Höhenstadtteil die Netze von Gas-, Wasser- und Stromleitungen erweitert. Parallel dazu wird die Fahrbahn saniert. Für den Verkehr bedeutet das, dass die L623 großräumig umfahren werden muss – über Waldbronn und Ettlingen oder über Durlach und Stupferich.

Durchfahrverbot ignoriert

Allein: Es halten sich nicht alle daran. „Wir haben hier seit Tagen ein solches Verkehrschaos“, ärgert sich ein Anwohner. Autos und auch Lkw nutzten einen Feldweg, der ausschließlich den Bussen vorbehalten sei. Viele kümmere das Durchfahrtsverbot schlichtweg nicht. Um auf schnellstem Weg zur Anschlussstelle Karlsbad der A8 zu kommen, drücke mancher wohl ein Auge zu und schlage sich querfeldein. Zum Leidwesen der Anwohner, die sich besonders in den Morgen- und Abendstunden über den Durchgangsverkehr beschweren.

Laufende Motoren

Ein weiterer Palmbacher ärgert sich besonders über die Busse, die durch die Umleitung nun direkt an seinem Haus vorbeikommen. Dort stehen sie dann seinen Angaben zufolge minutenlang an der Ampel, die ihnen letztlich die Weiterfahrt über den Feldweg erlaubt. „Die Busfahrer lassen dabei immer den Motor laufen – auch nachts“, empört sich der Palmbacher, der von „unerträglichem Motorengestank“ und „stinkender Kloake“ spricht. Es sei durch die dauernd laufenden Motoren nachts nicht einmal möglich, ein Fenster zu öffnen. „Das ist nicht hinnehmbar – zumal bei diesen Temperaturen“, so der Anwohner. Und: „Würde man hier eine Abgasmessung vornehmen, wäre die wohl ähnlich wie am Neckartor in Stuttgart.“

Krisensitzung der Ortsverwaltung

Die Ortsverwaltung hat diese Probleme im Blick. Ortsvorsteher Rainer Frank verbringt fast den kompletten Donnerstag in Krisensitzungen. Nach einem Stau auf der Autobahn am Mittwoch sei es in Palmbach zum Chaos gekommen. Viele seien von der A8 abgefahren, hätten die Schilder ignoriert und sich verbotenerweise ihren Weg durch den Ort gebahnt. Ein großes Problem ist laut Frank, dass besonders ortsfremde Autofahrer die Baustelle noch nicht auf ihrem Navigationsgerät angezeigt bekommen. Zudem gebe es natürlich auch immer uneinsichtige Autofahrer, die die verbotenen Wege nehmen. „Wir haben jetzt vier weitere Standorte mit Schildern bestückt, die auf die Vollsperrung hinweisen“, sagt Frank.

Beeinträchtigungen vorhersehbar

Zu der Situation mit den Bussen sagt er: „Die Ersatzhaltestellen können wir leider nicht verlegen.“ Man habe die Situation mit den Verkehrsbetrieben besprochen. Alle Busfahrer seien dazu angehalten, den Motor abzustellen. „Ich gehe davon aus, dass die VBK das auch an die Busfahrer entsprechend weitergegeben haben“, sagt der Ortsvorsteher. „Wir nehmen die Probleme durchaus ernst und setzen alles daran, um die Situation zu verbessern“, sagt der Ortsvorsteher.
Gleichzeitig verdeutlicht er: „Wir können nicht 24 Stunden auf der Strecke präsent sein.“ Jede größere Baustelle bringe immer auch Beeinträchtigungen mit sich.