Klein und putzig: Die Erdmännchen im Karlsruher Zoo sind ein Publikumsmagnet.
Klein und putzig: Die Erdmännchen im Karlsruher Zoo sind ein Publikumsmagnet. | Foto: jodo

Erstes Wochenende für alle

Viele Besucher im Karlsruher Zoo – Nach Hackerangriff funktioniert nun auch Tagesticket-Verkauf

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Seit kurzem kann man für den Karlsruher Zoo wieder Tagestickets kaufen – allerdings ausschließlich online. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Online-Shop machten davon am Wochenende viele Gebrauch. Das freut nicht nur den Zoodirektor, sondern auch einige der Tiere im Zoo. Manche hatten die Besucher vermisst.

Am Zaun bei den Flamingos drückt sich die zweijährige Mila die Nase platt. An den Vögeln mit dem prächtigen Gefieder kann sich die Kleine nicht satt sehen – auch wenn es nicht das erste Mal ist, dass sie sie bewundert.

Mit ihren Eltern ist Mila heute aus Offenburg nach Karlsruhe gekommen, schon im Mai haben sie eine Jahreskarte gekauft, weil sie wussten, sie werden häufiger hier her kommen: Nicht nur, weil Mila die Tiere so gut gefallen, sondern auch, weil ihre Tante jetzt in Karlsruhe wohnt.

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Besucherzahl ist auf 2.000 begrenzt

Als Jahreskartenbesitzer hatten Mila und ihre Eltern schon ab dem 6. Mai die Möglichkeit, den Zoo zu besuchen. Seit kurzem ist es wieder möglich, Tagestickets zu kaufen.

Maximal 2.000 Besucher dürfen sich gleichzeitig in Zoo und Stadtgarten aufhalten. Die Zahl wurde wegen des Abstandsgebots begrenzt. „An einem sonnigen Frühlingstag hatten wir sonst schon mal an die 10.000“, sagt Pressesprecher Timo Deible.

Hacker-Angriff auf Ticketanbieter

Miriam und Daniel Ledwina aus Baden-Baden haben ein Tagesticket ergattert. Das war gar nicht so einfach, berichten sie, denn mit dem Online-Shop, über den die Karten ausschließlich gekauft werden können, gab es gleich am Anfang Probleme.

Wegen eines Hackerangriffs ging eine Zeitlang gar nichts mehr. „Wir haben jeden Tag früh morgens geschaut, ob es wieder funktioniert“, berichtet Daniel Ledwina.

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Irgendwann klappte es und so sind die jungen Eltern mit ihrer zehn Monate alten Tochter am Sonntagvormittag eine von vielen Familien, die bei strahlendem Sonnenschein an den Tiergehegen vorbeischlendern.

Bodenmarkierungen und Schilder weisen auf Abstandsregeln hin

Schilder weisen bei dem Rundgang regelmäßig auf das Abstandsgebot hin, auf dem Boden markieren gelbe Pfeile die vorgegebene Laufrichtung. Im Eingangsbereich ist Mundschutz Pflicht. Vor dem Pinguinbecken – einem der Hauptanziehungspunkte für Kinder – sind gelbe Kreise auf den Boden gesprüht: Hier soll man stehen, um anderen nicht zu nah zu kommen.

Das mit dem Abstand klappt meist, nur an sehr begehrten Plätzen wie am Erdmännchengehege, wo der im Februar geborene Nachwuchs die Köpfe in die Höhe reckt, wird es zeitweise eng. Als Schimpanse Benny sich in seiner Behausung an der Decke entlang schwingt, bewegt sich eine Menschentraube dorthin, um ihn zu bestaunen.

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Benny selbst scheint überrascht über die große Aufmerksamkeit: Wieder am Boden angekommen, hält er inne und schaut fast verdutzt in die vielen Gesichter, die ihn durch die Scheibe anblicken. Mit seinen über 50 Jahren sei Benny durch Menschen geprägt, hatte Pressesprecher Deible den BNN schon im April erklärt – er habe sie vermisst.

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Eintrittspreis wegen geschlossener Tierhäuser halbiert

Leon (5) und Hannah (3) haben ihre Lieblingstiere, die Affen, auch vermisst. Dass wegen Corona die Tierfütterungen oder Ausflüge mit den Booten auf dem Schwanensee ausfallen müssen, sei zwar schade, sagt ihre Mutter Franziska, „aber für die Kinder ist es toll, dass der Zoo wieder auf hat“.

Die Tierhäuser sind ebenfalls noch zu. Schade finden das auch Isabell und Thomas, die ihren Jahrestag coronabedingt im Karlsruher Zoo statt, wie ursprünglich geplant, in München verbringen, „aber dafür wurden ja die Eintrittspreise halbiert“.

Wer den Karlsruher Zoo besuchen will, muss vorher reservieren. Das gilt auch für Dauerkartenbesitzer. Tageskarten können in drei Zeitfenstern gebucht werden, in denen der Besuch beginnen sollte. Von 9 bis 12, von 12 bis 15 oder von 15 bis 18 Uhr. Wer im Park ist, kann dort bis Einbruch der Dunkelheit verweilen. Um sicherzustellen, dass gebuchte Tickets auch genutzt werden, verlangt der Zoo einen Euro „Schutzgebühr“ bei jeder Buchung. Dieser wird bei Vorlage der Online-Tickets am Eingang zurückgegeben. Tickets gibt es unter www.zoo-karlsruhe.ticketfritz.de.