Auf der Fachmesse "Learntec" in Karlsruhe werden vom 29. bis 31. Januar digitale Anwendungen und Lösungen für Schule und Arbeit vorgestellt. | Foto: Falk

Messe Karlsruhe

Virtual Reality und moderne Klassenzimmer: „Learntec“ macht Bildung digital

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Die Welt wird immer digitaler – und das geht auch am Bildungs- und Berufssektor nicht spurlos vorbei. Auf der Fachmesse „Learntec“ in Karlsruhe werden vom 29. bis 31. Januar digitale Anwendungen und Lösungen für Schule und Arbeit vorgestellt.

Drei Bereiche umfasst die 340 Anbieter starke Messe: Schulen und Hochschulen sowie das Berufsfeld. Im Fokus stehen in diesem Jahr die Themen Augmented und Virutal Reality, das Arbeiten an modernen Lernorten sowie die Individualisierung der Bildung durch Künstliche Intelligenz.

Schulstandort Karlsruhe als Vorreiter

Laut Peter Jaklin, dem stellvertretenden Leiter des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ), seien die Schulen im Land sehr weit beim Thema digitaler Bildung. „Bitter nötig“ sei die Lehrerfortbildung, die durch eine Vielzahl von Initiativen angeboten werde. Karlsruhe habe eine Art Vorbild-Rolle eingenommen. Jaklin spricht von einem sehr strukturierten Vorgehen der Fächerstadt.

Sie brauchen Konzepte und sie brauchen Unterstützung.

Peter Jaklin vom LMZ über den Weg der Schulen zum digitalen Lernen

Ein Anbieter von digitalen Lösungen für Schulen ist etwa die Firma „RedNet“ mit Sitz in Mainz, Rheinland-Pfalz. „RedNet“ bietet auf der „Learntec“ einen Gemeinschaftsstand an. Dort können Besucher etwa mit einer Virutal-Reality-Brille den Weg eines Blutkörperchens durch die menschliche Blutbahn verfolgen. Ein paar Meter weiter erklärt Gunnar Hein, Marketing-Leiter bei „Phywe“, wie sich physikalische Gesetze digital messen und visualisieren lassen.

Video- statt Papieranleitung

Auch der Bereich Beruf kommt auf der „Learntec“ nicht zu kurz: Marco Maier, Managing Director bei „Viscopic“, stellt den Messebesuchern eine Software vor, mit der Unternehmen virtuell genaue 3D-Anleitungen etwa zum Reparieren von Maschinen programmieren können. Maier demonstriert das anhand einer Eismaschine. Denkbar sei der Einsatz auch für große Möbelkonzerne: Hier könnten in Zukunft Videos den Käufern beim Aufbau von Tisch und Regal helfen.

Per App aufs Bewerbungsgespräch vorbereiten

Die drei Gründer vom Start-Up „sklls“ wollen Berufseinsteigern und jungen Menschen nach dem Abschluss helfen, das Bewerbungsgespräch und die erste Zeit im Job zu meistern. Dazu bieten Verena Hauser und ihre beiden Kollegen eine Web-App an, die die Bewerber vor dem Gespräch coacht. Was sind meine Stärken und Schwächen? Welche Anforderungen habe ich an ein Unternehmen? Fragen wie diese werden mit Hilfe der App beantwortet.

44 Prozent der Berufseinsteiger spielen mit dem Gedanken, innerhalb der nächsten zwei Jahre den Job zu wechseln.

„sklls“-Gründerin Verena Hauser will mit ihrer Web-App das Problem der Frühfluktuation lösen.

Die Anwendung erleichtere es aber auch der anderen Seite, den Arbeitgebern, passende Mitarbeiter zu finden. Eine Begegnung auf Augenhöhe sei wichtig, so die studierte Psychologin.

Politische Schirmherrschaft

Die diesjährige Learntec steht unter der Schirmherrschaft von drei Ministern: Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, der am ersten Messetag eine Videobotschaft nach Karlsruhe schicken möchte, die Ministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU), sowie Karliczeks Parteifreund Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie.

Heiße Phase ist das ganze Jahr

Die diesjährige „Learntec“ ist in vollem Gange, da planen die Macher schon die Fachmesse für das kommende Jahr. Derzeit liefen die Vorbereitungen für 2020, wie „Learntec“-Projektleiter René Naumann erklärt: 75 Aussteller seien bereits an Bord. Die heiße Phase laufe immer ab Oktober, viel zu organisieren gebe es aber eigentlich das ganze Jahr über.

Die von der Karlsruher Messe und Kongress GmbH organisierte Lernmesse „Learntec“ findet in diesem Jahr zum 27. Mal statt. Vom 29. bis 31. Januar können Besucher der Fachmesse digitales Lernen und Arbeiten auf mehr als 20.000 Quadratmetern Fläche in zwei Hallen erleben. 340 Aussteller aus 15 Ländern zeigen ihre Lösungen auf dem Weg zur Digitalisierung der Bereiche Schule, Hochschule und Beruf. Im vergangenen Jahr waren laut Veranstalter 10.000 Besucher in der Karlsruher Messe, in diesem Jahr werden noch mehr erwartet.