KLEINERER POTENZIELLER PARTNER: Die Spar- und Kreditbank ist im Raiffeisenhaus untergebracht. | Foto: jodo

Fusions-Karussell dreht sich

Volksbank Karlsruhe spricht über Ehe mit Spar- und Kreditbank Karlsruhe

Als die Volksbanken Karlsruhe und Pforzheim im November vergangenen Jahres ihre Fusionspläne ankündigten, war dies in der Branche eine riesige Überraschung. Anders sieht es im Fall Spar- und Kreditbank Karlsruhe aus – die ebenfalls aufs Fusionskarussell aufspringt. Die Gespräche für eine Verschmelzung mit der Volksbank Karlsruhe werden jetzt aufgenommen, teilten die beiden Genossenschaftsbanken mit. Ziel ist, sie auf Vertreterversammlungen im Juni rückwirkend zum 1. Januar 2017 beschließen zu lassen.

„Keine fusionsbedingten Kündigungen“

Die beiden Vorstände der Spar- und Kreditbank, Raimund Kretz und Georg Holtermann, begründen dies gegenüber den BNN mit dem Niedrigzinsumfeld, dem Investitionsbedarf in die Digitalisierung und der Regulatorik, bei der „einfach kein Ende“ in Sicht sei. Es werde keine fusionsbedingten Kündigungen geben.

Die 1924 gegründete Genossenschaftsbank ist – relativ betrachtet – klein. Sie hatte laut Geschäftsbericht für das Jahr 2015 exakt 53 Mitarbeiter, eine Geschäftsstelle, 10 000 Kunden und eine Bilanzsumme von 265 Millionen Euro. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis hatte das Institut im Jahr 2015 von 74,9 auf 72,3 Prozent verbessert. Die Volksbank Karlsruhe kam seinerzeit auf wirtschaftlichere 70,1 Prozent.

Sondierungsphase der Volksbank Karlsruhe mit der Voba Pforzheim beginnt demnächst

Klappt die Fusion – wovon auszugehen ist –, dann käme die neue Volksbank auf eine Bilanzsumme von 2,8 Milliarden Euro mit 443 Mitarbeitern und über 90000 Kunden. Beide Karlsruher Banken arbeiten bereits seit Jahren zusammen.
Auswirkungen auf die Sondierung für eine – erheblich größere – Fusion mit der Volksbank Pforzheim hätten die Pläne der Karlsruher Institute nicht, betonen diese. „Diese Sondierungsphase mit Pforzheim beginnt Anfang/Mitte Februar“, so der Pressesprecher der Volksbank Karlsruhe, Thomas Nusche, auf BNN-Anfrage. Diese erfolge ergebnisoffen. „Falls die Ergebnisse der Sondierung eine Fusion nahelegen, dann müssen die Aufsichtsgremien den Beschluss fassen und den Vorstand mit konkreten Fusionsverhandlungen beauftragen.“ Bis April wolle man so weit sein. Letztlich könnte die Banken-Hochzeit Ende des Jahres für den 1. Januar 2018 beschlossen werden.

Breites Spektrum an Genossenschaftsbanken

In Deutschland gibt es, was die Größe angeht, ein breites Spektrum an Genossenschaftsbanken: Laut einer Übersicht des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken gab es Stand Ende 2015 in der Bundesrepublik 1 019 Genossenschaftsbanken: Die größte (Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG) hatte eine Bilanzsumme von 36,6 Milliarden Euro; die beiden kleinsten lagen jeweils unter 20 Millionen Euro.