Am späten Dienstagabend gab eine Mehrheit des Gemeinderates grünes Licht für eine dem Stadionneubau im Wildpark vorangehende Beseitigung der Wälle. | Foto: dpa

Entscheidung in Karlsruhe

Grünes Licht für Vorarbeiten beim Wildparkstadion

Mit einer Baustelle vor der eigentlichen Stadionbaustelle will Karlsruhe den  Bau des Wildparkstadions voranbringen. Am späten Dienstagabend gab eine Mehrheit des Gemeinderates grünes Licht für eine dem Stadionneubau im Wildpark vorangehende Beseitigung der Wälle. Die hinter dem Stadionprojekt stehenden Parteien CDU, SPD und FDP sowie die kleineren Gruppierungen GfK, Freie Wähler und der Einzelstadtrat Stefan Schmitt stimmten dem Vorgehen und der damit verbundenen Kostensteigerung zu. Von den Gegnern wie den Grünen und der Mehrheit der Kult-Fraktion sowie der Linken kam massive Kritik. Auch die AfD stimmte dagegen.  Die mit Kriegsschutt belasteten Wälle sollen ab Herbst 2018 abgetragen, die Erde untersucht und dann wieder für den Neubau verwendet werden. Der eigentliche Stadionbau soll dann im Herbst 2019 beginnen. Die Stadt korrigierte damit ihre einstige Position. Damit verbunden ist eine Kostensteigerung des Gesamtprojekts auf nun 123 Millionen Euro inklusive Infrastrukturmaßnahmen.

Neue Wälle für Erschließung notwendig

Die Zeit drängt: Damit bereits im Oktober 2018 mit den Wällen begonnen werden kann, müssen die Arbeiten im Juli vergeben werden. Zeitgleich sollen die Verhandlungen mit den Bietern für den Stadionbau abgeschlossen sein, denn noch im September will der Gemeinderat den Zuschlag erteilen. Die Wälle in den Kurvenbereichen und in der Gegengerade werden auf Kampfmittel untersucht, die Erde abgetragen, beim Stadion gelagert, durchsucht und anschließend zur Modellierung der neuen, deutlich kleineren Wälle genutzt. Die Wälle sind notwendig für die Erschließung des neuen Stadions. OB Frank Mentrup machte auch klar, dass eine ins Stadion integrierte Sporthalle, wie von Alexander Woll,  Leiter des KIT-Sportinstituts, ins Gespräch gebracht, völlig ausgeschlossen ist. Dafür reiche der Platz nicht aus. Die Stadträte der GfK hatten dies noch ins Gespräch gebracht. Da das Stadion bekanntlich ein reines Fußballstadion sein wird, schrumpft das bisherige Stadionrund. In den Kurvenbereichen wird jeweils für diese Zeit eine provisorische Tribünenanlage installiert. Nach der Sanierung der Wälle soll im November 2019 Baubeginn für das neue Stadion sein. Veranschlagt ist eine Bauzeit von rund zwei Jahren, angesichts der bisherigen Erfahrungen ist die Stadt allerdings vorsichtig mit irgendwelchen Prognosen. Was die Beseitigung der alten Wälle angeht, kann sich der KSC bestätigt fühlen. Er hatte in der Verhandlungsphase 2015/2016 immer wieder massiv darauf gedrängt, konnte sich damals allerdings nicht gegen die Stadt durchsetzen. Damals hatte die Stadt darauf gesetzt, die Lösung der Wallfrage den bietenden Baukonzernen aufzuerlegen. Diese hatten allerdings klar gemacht, dass dies mit dem vorgesehenen Kostenrahmen nicht zu machen ist.