Durch eine Weiterbildung können sowohl Berufseinsteiger als auch erfahrene Fachkräfte ihre Karrierechancen verbessern oder in ein neues Berufsfeld einsteigen.
Der eine kann es besser, der andere schlechter: Reden halten und vor einem großen Publikum sprechen. | Foto: contrastwerkstatt/Adobe Stock

Tipps für Präsentationen

Schluss mit Lampenfieber: So gelingt der perfekte Vortrag

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Der eine kann es besser, der andere schlechter: Reden halten und vor einem großen Publikum sprechen. Viele Menschen haben regelrecht Angst vor Auftritten oder Prüfungen und sind davor extrem angespannt. Die Karlsruher Trainerin und Moderatorin Ariane Bertz (42) gibt Tipps, wie man gegen Lampenfieber ankämpfen und Präsentationen interessant gestalten kann.

Laut Bertz kann man der Angst auf vier Ebenen begegnen: Der körperlichen, psychischen, organisatorischen und kognitiven Ebene. „Mit der richtigen Atemtechnik, durch tiefes Einatmen oder Meditation kurz vor dem Auftritt und Yoga kann man einiges tun“, sagt sie. Auch wenn es auf der Bühne klemmt und man merkt, dass man Lampenfieber hat, könne man dort noch eine kurze Pause machen, kräftig durchatmen und dann wieder weitermachen. „Man hört es einfach in der Stimme. Wenn man unter Stress ist, hängt die Atmung im oberen Bereich“, so Bertz weiter. Die Stimmbänder bekommen dann zu wenig Sauerstoff und beginnen zu zittern. Außerdem hilfreich ist Bewegung, um die überschüssige Energie abzuschütteln: Am besten kurz vor dem Auftritt die Arme schütteln und etwas auf- und ablaufen.

Trainerin und Moderatorin Ariane Bertz weiß, was gegen Lampenfieber hilft und wie der Vortrag gelingen kann. | Foto: Tanja Rastätter

Lampenfieber ade: Das „Teufelchen“ ausschalten

Die Psyche könne man stärken, indem man seine inneren Kritiker ruhigstellt und positiv zuspricht. Negative Glaubenssätze und das „Teufelchen“ auf der Schulter gilt es, auszuschalten. „Am besten man erinnert sich an vorherige Erfolge und Erfahrungswerte“, rät die in der Pfalz groß gewordene Expertin weiter. Die alte Weisheit „gute Vorbereitung ist die halbe Miete“ gelte auch für Präsentationen. „Wenn man gut vorbereitet ist und das Bestmögliche getan hat, geht man gleich viel gelassener in eine Situation“, erklärt Bertz das A und O. Viele würden die Vorbereitung unterschätzen. Darüber hinaus empfiehlt sie, Stress zu vermeiden und bei wichtigen, morgendlichen Vorträgen frühzeitig – wenn möglich schon einen Abend zuvor – anzureisen. Ein Tipp im kognitiven Bereich ist, viel in Bildern und persönlich zu sprechen. Außerdem sollte der Redner möglichst einfach reden, auf Fachbegriffe verzichten, eine klare Struktur in der Präsentation haben sowie Informieren und gleichzeitig unterhalten.

Mit einer persönlichen Geschichte starten

Besonders wichtig bei einer Präsentation sind der Ein- und Ausstieg. „Es ist das erste, was von einem Menschen gesehen und auch das, was in Erinnerung bleiben wird“, stellt die Expertin fest. Der größte Fehler sei mit „Herzlich willkommen. Schön, dass sie da sind und den Weg hierher gefunden haben“, zu beginnen. Das sei eine überflüssige Floskel und habe man schon viel zu oft gehört. Ein eher ungewöhnlicher und vielleicht provokanter Start oder ein Zitat zu Anfang kommen bedeutend besser an. Alternativ können die Referenten mit einer persönlichen Geschichte eröffnen und das Publikum miteinbeziehen – etwa mittels einer Abfrage. „Earcatcher sorgen für Aufmerksamkeit“ lautet ein einprägsamer Merkspruch. Hier nennt sie das Beispiel von ZDF-Moderatorin Dunja Hayali, die die Medientage 2016 mit einer mutigen Rede eröffnet hat begrüßt hat.

Kein „betreutes Lesen“

„Auf Powerpoint-Folien sollte bei kurzen Präsentationen nach Möglichkeit verzichtet werden. Die Person steht im Mittelpunkt und muss überzeugen“, sagt Bertz. „Betreutes Lesen braucht man nicht.“ Ein Vortrag sollte immer auch eine Dramaturgie haben. Hier gelte das altbekannte AIDA-Prinzip. Ein Tipp sei auch die TED-Talk-Videos anzuschauen und sich hier inspirieren zu lassen. Ein weiterer Tipp sind Pecha Kucha-Vorträge als kurze Wissensvermittlung. Bei diesen werden 20 Bilder jeweils 20 Sekunden eingeblendet. Ein Sprecher darf hier nicht länger als sechs Minuten und 40 Sekunden sprechen. Generell komme es bei Vorträgen nicht auf die Länge an: Fünf Minuten könnten mehr Wert sein als 30 Minuten Präsentation. Die ideale Präsentationslänge beträgt übrigens 18 Minuten.